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Krankheitsverlauf und Immunität

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Wie lange dauert es, bis die Erkrankung nach Ansteckung ausbricht?

Die Inkubationszeit, das heißt die Dauer von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, beträgt beim Coronavirus SARS-CoV-2 im Mittel fünf bis sechs Tage. In verschiedenen Studien wurde berechnet, dass bei 95 Prozent der Infizierten, die Krankheitszeichen entwickelten, diese spätestens nach 10 bis 14 Tagen aufgetreten waren.

Welche Krankheitszeichen werden durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst?

Als häufigste Krankheitszeichen werden in Deutschland Husten, Fieber und Schnupfen berichtet. Es sind aber auch eine Reihe weiterer Krankheitszeichen wie beispielsweise Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns, Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeine Schwäche möglich.

Die Krankheitsverläufe sind teilweise unspezifisch, vielfältig und variieren stark. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Krankheitsverlauf machen. 

Eine Infektion kann ohne Krankheitszeichen bleiben. Sie kann aber auch in seltenen schweren Fällen zu schweren Lungenentzündungen bis hin zu Lungenversagen und Tod führen. Das Virus greift möglicherweise auch andere Organe an wie beispielsweise das Herz. Verschiedene Komplikationen und Folgeerkrankungen können auftreten (siehe auch Frage „Zu welchen Komplikationen und Folgeerkrankungen kann COVID-19 führen?“). Nach den Daten aus dem deutschen Meldesystem werden etwa zehn Prozent der in Deutschland gemeldeten Infektionsfälle im Krankenhaus behandelt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Themenseite „Infektion mit dem Coronavirus: Symptome und Krankheitsverlauf“.

Zu welchen Komplikationen und Folgeerkrankungen kann COVID-19 führen?

Nicht nur die Atemwege, sondern auch andere Organsysteme können von einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 betroffen sein. (siehe auch Frage: „Welche Krankheitszeichen werden durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst?“ und Themenseite „Symptome und Krankheitsverlauf“).

Bei COVID-19 können zudem noch Wochen bzw. Monate nach der akuten Erkrankung Symptome vorhanden sein oder neu auftreten. Verlässliche, repräsentative Daten, wie groß der Anteil der Erkrankten mit Langzeitfolgen ist, liegen derzeit nicht vor.

Folgende seltene Komplikationen und Folgeerkrankungen wurden bisher im Zusammenhang mit COVID-19 beobachtet:

  • Erkrankungen der Atemwege: Das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht sehr häufig Infektionen der Atemwege. Daraus kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, die meist in der zweiten Krankheitswoche auftritt und die bis zum Versagen der Atem- und Kreislauffunktion fortschreiten kann.
  • Erkrankungen des Nervensystems: Als neurologische Krankheitszeichen wurden Kopfschmerzen, Schwindel und andere Beeinträchtigungen beschrieben, die vermuten lassen, dass das Virus auch das Nervensystem befallen kann. In einzelnen Fällen wurden auch entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, des Gehirns oder der Hirnhaut beobachtet, die möglicherweise mit der SARS-CoV-2-Infektion in Zusammenhang standen. 
  • Magen-Darm-Beschwerden: Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann auch mit Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfällen und Leberfunktionsstörungen einhergehen.
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems: Bei einem Teil der Erkrankten ließ sich eine Mitbeteiligung des Herzens nachweisen. Unter den Betroffenen waren auch COVID-19-Fälle mit mildem oder moderatem Verlauf sowie Kinder. Vor allem bei schweren Infektionen der Atemwege kann es zu Schädigungen und Entzündungen des Herzmuskels, Herzschwäche, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen kommen. Bei schwerem Verlauf von COVID-19 besteht aufgrund einer krankhaft vermehrten Blutgerinnung zudem ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Embolien) in den unteren Extremitäten, in der Lunge sowie im Gehirn.
  • Nierenerkrankungen: Insbesondere bei schwer an COVID-19 Erkrankten, die beatmet werden müssen, kann ein akutes Nierenversagen auftreten, was eine Dialyse erforderlich machen kann. 
  • Erkrankungen der Haut: An der Haut kann es unter anderem zu juckenden Ausschlägen, Bläschen, Knötchen und Rötungen kommen. Es sind auch Hautveränderungen möglich, die einer Nesselsucht oder Frostbeulen ähneln. In seltenen Fällen sind schwere Durchblutungsstörungen in den Körperspitzen wie Nase, Kinn, Finger oder Zehen beschrieben. Manchmal treten Hautveränderungen noch vor allen anderen Krankheitszeichen auf, sie werden aber auch im späteren Erkrankungsverlauf beobachtet. 
  • PIMS: In seltenen Fällen entwickeln Kinder ein sogenanntes Pädiatrisches Inflammatorisches Multisystemisches Syndrom (PIMS) - eine Entzündungskrankheit mit Fieber, Magen-Darm-Beschwerden und Herzproblemen in Kombination mit einem Schocksyndrom (toxic shock syndrome, TSS), bei dem unter anderem ein Blutdruckabfall auftreten kann. Die Erkrankung ist in der Regel gut behandelbar, der Großteil der Kinder muss jedoch intensivmedizinisch versorgt werden. Die Sterblichkeit liegt Studien zufolge bei 1,7 bis 3,5 Prozent.
  • Schwere Entzündungsreaktion: Einige schwer Erkrankte entwickeln acht bis 15 Tage nach Erkrankungsbeginn eine Verschlechterung ihres Krankheitszustandes infolge schwerer Entzündungsreaktionen (Hyperinflammationssyndrom). Dabei können mehrere Organe versagen; viele der Betroffenen versterben.
  • Weitere Infektionen: Insbesondere schwer an COVID-19 Erkrankte können unter weiteren Infektionen leiden. In einigen Fällen wurde eine Infektion mit multiresistenten Bakterien festgestellt.

Welche Personen sind besonders häufig von einem schweren Verlauf der Erkrankung betroffen?

Schwere Verläufe sind eher selten. Sie können auch bei Personen ohne bekannte Vorerkrankung und bei jüngeren Menschen auftreten. Bei folgenden Personengruppen werden schwere Krankheitsverläufe häufiger beobachtet:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahren), 
  • Männer,
  • Raucherinnen und Raucher (schwache wissenschaftliche Datenlage),
  • Menschen mit starkem bis sehr starkem Übergewicht,
  • Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21),
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    - Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    - chronischen Lungenerkrankungen (z. B. COPD)
    - chronischen Nieren- und Lebererkrankungen
    - Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    - Krebserkrankungen
    - Schwächung des Immunsystems (z. B. aufgrund einer Erkrankung oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison).

Das Risiko wird außer von der Art der Vorerkrankung auch von deren Schweregrad und einer adäquaten therapeutischen Einstellung sowie von zusätzlichen Begleiterkrankungen und weiteren Einflussfaktoren beeinflusst. Das persönliche Risiko sollte daher von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt individuell beurteilt werden (siehe auch Frage „Wie können sich besonders gefährdete Personen schützen?“). 

Weitere Informationen und Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf bietet das Robert Koch-Institut auf seinen Internetseiten. Dort finden Sie auch Hinweise zur Prävention und zum Management von COVID-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen.

Zudem gibt es Hinweise für ambulante Pflegedienste.

Ist die Blutgruppe ein Risikofaktor für COVID-19?

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass die Blutgruppe sowohl das persönliche Risiko einer Ansteckung als auch die Schwere der Krankheitszeichen bei COVID-19 beeinflussen kann. Diese Studien zeigen allerdings keine einheitlichen Ergebnisse und werden noch intensiv diskutiert. Hier besteht noch weiterer Forschungsbedarf.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für das Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung?

Auf der Seite des Robert Koch-Instituts (RKI) stehen Therapiehinweise zur Behandlung von COVID-19 zur Verfügung, die regelmäßig aktualisiert werden. Ergänzend werden auch die Empfehlungen und Stellungnahmen von verschiedenen Fachgesellschaften bereitgestellt.

Informationen zu den klinischen Prüfungen, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) genehmigt wurden, finden Sie auf der Website des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) sowie im Europäischen „Clinical Trials Register“ (englischsprachige Seite).

Was ist über COVID-19 bei Schwangeren bekannt?

Generell ist das Risiko für schwere Krankheitsverläufe für Frauen im gebärfähigen Alter gering. Bisherige Studien zeigen, dass Schwangere seltener Krankheitszeichen entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf ist gering, jedoch im Vergleich höher als bei nicht schwangeren Frauen im gebärfähigen Alter. Die Sterblichkeit ist insgesamt sehr niedrig, das Vorliegen von Risikofaktoren (siehe Frage „Welche Personen sind besonders häufig von einem schweren Verlauf der Erkrankung betroffen?“) erhöht jedoch auch in der Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit für einen schwereren Verlauf.  Zu den Risikofaktoren für einen schweren Verlauf zählen ein hohes mütterliches Alter, starkes Übergewicht, Vorerkrankungen wie Bluthochdruck sowie Schwangerschaftsdiabetes und Präeklampsie (mit Bluthochdruck und Eiweiß im Urin).

Hinsichtlich möglicher Auswirkungen einer Infektion der Mutter auf das Ungeborene gibt es bisher nur wenige Daten, sodass zu dieser Fragestellung bislang keine gesicherten Aussagen gemacht werden können. Generell kann hohes Fieber im ersten Schwangerschaftsdrittel das Risiko von Komplikationen und Fehlbildungen erhöhen. In Untersuchungen wurde bei schwer an COVID-19 erkrankten Schwangeren eine höhere Rate an Frühgeburten beobachtet, wobei unklar ist, ob krankheitsbedingt oder aufgrund anderer Ursachen.

Nach der Geburt zeigen Kinder von Müttern, die positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet wurden, in den meisten Fällen keine Krankheitszeichen.

Ob das Coronavirus SARS-CoV-2 über die Muttermilch übertragbar ist, wurde noch nicht abschließend geklärt. Übereinstimmend mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprechen sich auch die deutschen Fachgesellschaften für das Stillen unter Einhaltung adäquater Hygienemaßnahmen aus.

Umfangreiche Informationen zu COVID-19 und Schwangerschaft, darunter FAQ und Kreißsaal-Empfehlungen, stellt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zur Verfügung.

Darüber hinaus sind weitere Informationen für Schwangere sowie Hinweise für Mütter und ihre Babys auf den Seiten www.zusammengegencorona.de sowie www.familienplanung.de abrufbar.

Können auch junge Personen ohne Vorerkrankungen schwer an COVID-19 erkranken?

Auch jüngere Personen ohne Vorerkrankungen und Kinder können schwer an COVID-19 erkranken oder Spätfolgen erleiden. In der ersten COVID-19-Welle in Deutschland waren insbesondere unter den Fällen in den jüngeren Altersgruppen (0 bis 39 Jahre), die ins Krankenhaus mussten, auch solche ohne bekannte Risikofaktoren.

Sollte sich Ihr Zustand oder der Ihres Kindes nicht während der ersten Woche der COVID-19-Erkrankung verbessern oder sollte es im Verlauf zu einer Verschlechterung kommen, wenden Sie sich unbedingt telefonisch an Ihre Hausarztpraxis bzw. an Ihre Kinderarztpraxis. Benötigen Sie außerhalb der üblichen Sprechzeiten medizinische Hilfe, rufen Sie am besten den ärztlichen Bereitschaftsdienst an unter der Telefonnummer 116 117. In Notfällen (z. B. bei akuter Atemnot) wenden Sie sich an den Notruf 112.​

Was ist über COVID-19 bei Kindern bekannt?

In der Mehrzahl der vorliegenden Studien sind Kinder seltener von einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 betroffen als Erwachsene. Ob das Risiko von Kindern, sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken, geringer ist als bei Erwachsenen, ist jedoch nicht endgültig geklärt. Zu beachten ist, dass neben der persönlichen Empfänglichkeit für eine Ansteckung auch Anzahl und Art der Kontakte eine Rolle spielen. Insgesamt scheinen Kinder jedoch weniger ansteckend zu sein als Erwachsene.

Bei Kindern verläuft eine Erkrankung meist ohne Krankheitszeichen oder mild. So wurden in einer großen Studie bei 43 Prozent der Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren keine Symptome angegeben. Bei den anderen Kindern (57 Prozent) wurde mindestens ein Symptom angegeben. Als häufigste Symptome wurden Husten, Fieber und Schnupfen erfasst.  Außerdem können unter anderem allgemeine Krankheitszeichen, Halsschmerzen, Geruchs- und Geschmacksstörungen sowie Magen-Darm-Symptome auftreten. Auch Atemnot und Symptome einer Lungenerkrankung sind möglich. Über Brustschmerzen und Herzrasen wurde ebenfalls berichtet. Schwere Krankheitsverläufe sind selten und betreffen insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sowie Kinder mit Vorerkrankungen. In seltenen Fällen können erkrankte Kinder und Jugendliche eine schwere Entzündungsreaktion entwickeln (siehe auch Frage „Zu welchen Komplikationen und Folgeerkrankungen kann COVID-19 führen?“). Todesfälle sind ebenfalls sehr selten.

Auch Kinder und Jugendliche sollten die empfohlenen Schutzmaßnahmen nach der AHA-Formel so gut wie möglich altersgemäß umsetzen und bei Verdacht auf eine Infektion sollte das empfohlene Vorgehen eingehalten werden.

Für alle Eltern und Kinder gibt die BZgA Tipps für den Familienalltag während der Coronavirus-Pandemie unter www.kindergesundheit-info.de und www.uebergewicht-vorbeugen.de.

Ist man nach einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung immun?

Diese Frage lässt sich zurzeit nicht eindeutig beantworten.   

Bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bildet der Körper Antikörper, die das Virus bekämpfen können, sowie bestimmte Immunzellen, sogenannte T-Zellen. Die Antikörper sind in der Regel in der zweiten Woche nach Beginn der Erkrankung nachweisbar. Allerdings nimmt unter anderem die Anzahl dieser Antikörper mit der Zeit wieder ab, insbesondere wenn die SARS-CoV-2-Infektion ohne Symptome oder die Erkrankung an COVID-19 mit nur milden Symptomen einhergeht. Erneute Infektionen (sogenannte Reinfektionen) treten zwar selten auf, sind aber möglich. Bei Personen, die sich erneut mit SARS-CoV-2 angesteckt hatten, wurden hohe Virusmengen im Nasen- und Rachenbereich nachgewiesen. Dies könnte bedeuten, dass Personen, die sich erneut anstecken, auch andere Personen anstecken können. Entsprechend sollte auch nach einer Erkrankung mit COVID-19 weiterhin die AHA+L+A-Formel eingehalten werden.
Weitere Informationen zu den Regelungen für Personen, die gegen COVID-19 geimpft oder von COVID-19 genesen sind, finden Sie unter „Regelungen für Geimpfte und Genesene".​

Ich bin von einer SARS-CoV-2 -Infektion genesen. Wie soll ich mich nun verhalten?

Es ist noch nicht vollständig geklärt, ob und wie lange Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion überstanden haben, gegen den Erreger immun sind. Auch ist unklar, ob sie bei erneutem Kontakt mit dem Erreger andere anstecken können. Bei Menschen, die nachweislich eine durch einen Labortest bestätigte SARS-CoV-2-Infektion hatten und wieder genesen sind, geht man nach aktuellem Kenntnisstand jedoch davon aus, dass sie zumindest teilweise immun sind (siehe auch Fragen „Ist man nach einer durchgemachten Erkrankung an COVID-19 immun?" und „Bei mir wurden Antikörper nachgewiesen. Bedeutet dies, dass ich immun bin und mich und andere nicht mehr anstecken kann?").

Da diese Frage jedoch noch nicht abschließend geklärt ist, sollten sich Personen nach durchgemachter Erkrankung mit COVID-19 so verhalten, als ob sie noch nicht in Kontakt mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gekommen wären. Dies beinhaltet die Einhaltung aktuell notwendiger Vorsichtsmaßnahmen wie die Beachtung der AHA+L+A-Formel, welche kurz gefasst für folgendes steht: Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen, Innenräume regelmäßig lüften und die Corona-Warn-App nutzen (siehe auch Frage „Wie kann ich mich und andere mit der AHA-Formel vor einer Ansteckung schützen?" und die Themenseite „Alltag in Zeiten von Corona: Mit AHA+L+A durch Herbst und Winter").

Wie unterscheiden sich die Krankheitszeichen von Erkältung, Grippe und COVID-19?

Die Krankheitszeichen von COVID-19 können zwar einige Besonderheiten aufweisen, sind in der Regel aber nicht einfach von denen anderer Atemwegsinfektionen wie Erkältung oder Grippe (Influenza) zu unterscheiden. COVID-19 kann daher nicht allein anhand der Symptome festgestellt werden. Daher ist es wichtig, den Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 unbedingt ärztlich abklären und sich ggf. testen zu lassen. 

Sowohl banale Erkältungen und Grippeerkrankungen als auch COVID-19 sind primär ansteckende Atemwegsinfektionen. Sie werden durch unterschiedliche Viren hervorgerufen. Zahlreiche verschiedene Viren wie beispielsweise Rhinoviren führen zu Erkältungen. Für die Grippe sind Influenzaviren verantwortlich. COVID-19 wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht.

Krankheitszeichen einer Erkältung („Schnupfen“) sind vor allem eine beeinträchtigte Nasenatmung sowie Husten und gelegentlich Halsschmerzen, es kann auch zu leichtem Fieber kommen. Komplikationen treten in der Regel nicht auf.

Typisch für die Grippe (Influenza) ist ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber, Husten und Halsschmerzen, begleitet von Kopf- und/oder Gliederschmerzen und meist schwerem Krankheitsgefühl. Weitere Krankheitszeichen können allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, Schnupfen, selten auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sein. Allerdings zeigt nur ein Drittel der mit Influenzaviren infizierten Personen den typischen, fieberhaften Krankheitsverlauf. Bei einem weiteren Drittel verläuft die Grippe leichter und ein Drittel entwickelt gar keine Krankheitszeichen. Häufigste Komplikationen einer Grippe sind Lungenentzündungen. Bei Kindern können sich auch Mittelohrentzündungen entwickeln. Selten können Entzündungen des Gehirns oder des Herzmuskels auftreten (siehe auch Erregersteckbrief sowie Fragen und Antworten zur Grippe). 

Häufigste Krankheitszeichen von COVID-19 sind in Deutschland Husten (bei 41 Prozent), Schnupfen (bei 30 Prozent) und Fieber (bei 26 Prozent). Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeine Schwäche und im Verlauf auch Atemnot können hinzukommen. Weitere Krankheitszeichen wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Bindehautentzündung, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung und Benommenheit (Somnolenz) sind ebenfalls möglich (siehe auch Frage „Welche Krankheitszeichen werden durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst?“ und Themenseite „Symptome und Krankheitsverlauf“). Eine Besonderheit von COVID-19 sind Störungen des Geruchs- oder Geschmackssinns, die bei 20 Prozent der Betroffenen auftreten. Eine Lungenentzündung entwickelt ein Prozent. Wie bei der Grippe variieren die Krankheitsverläufe bei COVID-19 stark. Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann ohne Krankheitszeichen bleiben, es sind aber auch schwere, lebensbedrohliche Krankheitsverläufe möglich. Nicht nur die Atemwege, sondern auch andere Organsysteme können von einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 betroffen sein. Verschiedene Komplikationen wie Versagen der Atem- und Kreislauffunktion, eine Mitbeteiligung des Herzens oder der Nieren sowie schwere Entzündungsreaktionen sind möglich (siehe auch Frage „Zu welchen Komplikationen und Folgeerkrankungen kann COVID-19 führen?“). Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen haben sowohl bei der Grippe als auch bei COVID-19 ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf (siehe auch Frage „Welche Personen sind besonders häufig von einem schweren Verlauf der Erkrankung betroffen?“).  

COVID-19 scheint sich leichter zu verbreiten als die Grippe und verursacht mehr schwere Verläufe. Es kann zudem länger dauern, bis bei Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 erste Symptome auftreten und Infizierte können länger ansteckend sein als bei der Grippe.

Da es sich bei SARS-CoV-2 um ein neuartiges Virus handelt, gibt es bisher nur eine begrenzte Immunität in der Bevölkerung. Um genauere Aussagen zur SARS-CoV-2-Immunität treffen zu können, sind Langzeitstudien erforderlich. Es stehen zwar erste Impfstoffe gegen COVID-19 zur Verfügung, bislang jedoch nur in begrenztem Umfang, so dass noch nicht alle ein Impfangebot erhalten können. Umso wichtiger sind daher die derzeitigen Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln (AHA+L+A-Formel), damit sich das Coronavirus nicht ungebremst verbreiten kann. Diese tragen auch zu einem Schutz gegen andere Atemwegsinfektionen wie Grippe und Erkältung bei (siehe auch Frage „Warum sind im Zusammenhang mit COVID-19 so weitreichende Maßnahmen erforderlich?“).

Was ist Long COVID?

​Die längerfristigen gesundheitlichen Folgen von COVID-19 werden „Long COVID" oder „Post-COVID-19-Syndrom" genannt. Diese Folgen können sowohl die körperliche Gesundheit als auch die psychische und emotionale Gesundheit und insgesamt die Lebensqualität betreffen.  Die Symptome bzw. Krankheitszeichen können entweder schon während der akuten Erkrankungsphase auftreten und andauern oder sich erst im Verlauf von Wochen und Monaten nach der Infektion entwickeln. Eine einheitliche Beschreibung von Long COVID gibt es bislang noch nicht, weil die Symptome sehr unterschiedlich sind. Die Symptome können allein oder auch zusammen auftreten und von sehr unterschiedlicher Dauer sein. Es werden drei unterschiedliche Phasen unterschieden:

Woche 1 bis 4 (akute COVID-19-Krankheitsphase): Dies ist die eigentliche akute Krankheitsphase. Bis zu vier Wochen nach der ersten Entwicklung von Symptomen treten Krankheitszeichen auf (siehe auch Themenseite „Infektion mit dem Coronavirus: Symptome und Krankheitsverlauf").

Woche 4 bis 12 (subakute Krankheitsphase): Vier bis 12 Wochen nach Erkrankungsbeginn sind weiterhin Symptome vorhanden.

Woche 12 und folgende (Long COVID oder Post-COVID-19-Syndrom): Mehr als 12 Wochen nach den ersten Krankheitszeichen liegen noch Symptome vor, die im Zusammenhang mit COVID-19 stehen oder auch danach aufgetreten sind. Für diese Krankheitszeichen sind keine anderen Ursachen zu finden als die vorherige COVID-19-Erkrankung. Menschen, die an Long COVID leiden, sind nicht mehr ansteckend.

Post-Covid-Ambulanz am UKL 

Um Patienten, die nach einer durchgemachten Corona-Infektion über anhaltende Beschwerden klagen, eine passende Nachsorge anbieten zu können, hat das UKL eine interdisziplinäre Post-Covid-Ambulanz etabliert. Hier arbeiten Pneumologen, Kardiologen, Rheumatologen, Intensivmediziner, Neurologen und Psychotherapeuten bei der Diagnose und Therapie eng zusammen. 

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung zur Post-Covid-Ambulanz.

Welche Symptome von Long COVID werden berichtet?

Zu den häufigsten bislang in Patientenforen berichteten oder in Studien beobachteten Symptomen gehören Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Beeinträchtigungen der Denkleistung, depressive Verstimmungen sowie Schlaf- und Angststörungen.

Weitere Symptome sind Herzklopfen und Herzstolpern (selbst wahrgenommene verstärkte oder beschleunigte Herzschläge oder auch Extraschläge), Brustschmerzen und Haarausfall. Auch neu aufgetretene Nieren- und Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes) sowie das Auftreten von Embolien (Verstopfung eines Gefäßes durch ein Blutgerinnsel) sind nach der eigentlichen Krankheitsphase beobachtet worden.

Einige Betroffene nennen ausschließlich Müdigkeit und Erschöpfung oder Beschwerden der oberen Atemwege, während andere unter einer Kombination von Symptomen und Organbeschwerden leiden. Bei einigen Menschen entwickelt sich eine Kombination von Symptomen, die einem Erschöpfungssyndrom ähneln.

International, aber auch in Deutschland laufen wissenschaftliche Studien, die zeitnah ein besseres Verständnis hierzu liefern sollen. So werden in Deutschland beispielsweise Erwachsene mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Hinblick auf Folgeerkrankungen und die gesundheitsbezogene Lebensqualität weiter gezielt beobachtet.​

Können auch Kinder von Long COVID betroffen sein?

Auch Kinder können von gesundheitlichen Langzeitfolgen nach einer Erkrankung an COVID-19 betroffen sein. Die Symptome können, wie auch bei Erwachsenen, besonders häufig Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Atembeschwerden sein. Weltweit werden die möglichen Langzeitfolgen bei Kindern intensiv untersucht. In Deutschland forscht unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie zu den gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen.

Weitere Informationen finden Sie auch unter „Welche Erkenntnisse bestehen zu Long-COVID und PIMS bei Kindern und Jugendlichen?".​

Wo finde ich weitere Informationen?

​Weitere (Fach-)Informationen zum neuartigen Coronavirus sind auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts zu finden. Aktuelle Einschätzung zur Sicherheit von Reisenden in betroffene Regionen gibt das Auswärtige Amt. Darüber hinaus finden Sie aktuelle Einschätzungen der Lage auf den Seiten der Weltgesundheitsorganisation. Informationen der John Hopkins Medicine zum weltweiten Verlauf finden Sie hier.

Das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig hat für allgemeine medizinische Fragen zum Coronavirus eine Telefon-Hotline eingerichtet:
0341 123 - 0 (Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 16 Uhr). 
Webseite der Stadt Leipzig zu Corona

Die Corona-Hotline des Sächsischen Gesundheitsministeriums erreichen Sie unter der 0800 100 0214. Zur aktuellen Lage in Sachsen können Sie sich hier informieren.

​​​Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung