Das Biotechnologisch-Biomedizinische Zentrum (BBZ)

Professur für Zelltechniken und angewandte Stammzellbiologie (Prof. Dr. Augustinus Bader)
Professur für Molekulare Zelltherapie (Prof. Dr. Peter Seibel)

An der Universität Leipzig ist 2001 das Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum gegründet worden. Dabei handelt es sich um eines von zwei Bioinnovationszentren in Sachsen. Die Förderperiode hat eine Laufzeit von fünf Jahren (2001-2005) mit einem Finanzvolumen von etwa 19 Mio. €. Die finanziellen Mittel werden aus HWP und EFRE zur Verfügung gestellt. Ab 2006 erfolgt die Finanzierung aus dem Haushalt der Universität.

Im BBZ sollen vorhandene universitäre biotechnologisch relevante Forschungsrichtungen, mit neuen komplementären Forschungsfeldern aber auch außeruniversitären Forschungsrichtungen der Biomedizin und Biotechnologie zusammenarbeiten. Hinzu kommt eine enge Verflechtung von Wirtschaft und Wissenschaft durch die Ansiedlung von etablierten und neu zu gründenden Biotechnologieunternehmen. Mit der Konzentration auf die Schwerpunkte "Moleküldesign" und "medizinische Biotechnologie" verbindet sich das erklärte Ziel der Universität, mit dem BBZ die Kompetenzen der vorhandenen Arbeitsgruppen und der neuen Professuren zu bündeln. Dem dient auch die Einrichtung von Nachwuchsgruppen. Die Medizinische Fakultät ist an diesem Zentrum mit folgenden Professuren und Nachwuchsgruppen beteiligt:

Professur für Zelltechniken und angewandte Stammzellbiologie (Prof. Dr. Augustinus Bader)

Die Biotechnologie ist der Motor der Entwicklung einer neuen Disziplin, die die heute noch praktizierten Formen der Medizin und den Gesundheitsdienst wie wir ihn heute kennen grundlegend verändern wird. Technologische Fortschritte und weltweite gesellschaftliche Strömungen bereiten derzeit das Feld für die Entstehung der Regenerativen Medizin. Die Arbeiten der Arbeitsgruppe befassen sich mit verschiedenen Aspekten der Regenerativen Medizin. Die Regenerative Medizin integriert einen umfassenden technologischen Bereich einschließlich der Stammzellbiologie, sog. "lebende" Materialien, Tissue Engineering, Nanotechnologie und funktionelle Genomanalyse. Die Wurzeln dieses neuen Feldes liegen in der Medizintechnik und der funktionellen Genomanalyse. Dieses Feld wird die klassischen "anorganischen" Formen des Organersatzes und die Transplantationsmedizin in die Richtung des Einsatzes körpereigener Zellsysteme unmittelbar voranbringen.

Die Regenerative Medizin setzt sich mit den drei für den Menschen schwerwiegendsten Bereiche auseinander und will hierfür grundlegend neue Antworten entwickeln. Hierzu zählt die Trias: Trauma, Alterung und Krankheit. Es gibt fünf Faktoren die, historisch gesehen, gegenwärtig zusammenkommen und die Entstehung der Regenerativen Medizin als neue medizinisch - (bio)technologische Disziplin begünstigen:

  1. Der zunehmend höhere Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung in den Industrieländern
  2. Die ansteigende Verwendung menschlicher Proteine als Medikamente.
  3. Die boomenden Materialwissenschaften, wie z. B. der Nanotechnologie, die auch die Biotechnologie und Regenerative Medizin beeinflussen wird.
  4. Die aktuellen Fortschritte in der Stammzellbiologie und im Tissue Engineerig.
  5. Die Verwendung biodegradabler Materialien für regenerative Zwecke.

Die Entwicklung eines systembiotechnologischen Ansatzes, der einen Brückenschlag zwischen der Grundlagenforschung, den technologischen und klinischen Disziplinen ermöglicht, wird zunehmend an Bedeutung gewinnen. Nur hierdurch kann eine zielorientierte und damit am therapeutischen Erfolg zu messende Entwicklung ermöglicht werden. Die Verbindung zwischen technologischem "Know-How" und klinischem "Know-Why" wird hierdurch greifbar.

Professur für Molekulare Zelltherapie (Prof. Dr. Peter Seibel)

Die Nachwuchsgruppe Molekulare Diagnostik - Mikroarray Technologien (Dr. Peter Ahnert) analysiert die Rolle der interindividuellen genetischen Diversität in der Ätiologie und Pathogenese von Autoimmunerkrankungen, insbesondere der rheumatoiden Arthritis. Autoimmunerkrankungen wie die rheumatoide Arthritis (RA) sind komplexe Erkrankungen mit verschiedenen ursächlichen Faktoren. Es ist bekannt, dass genetische Veranlagungen eine Rolle in der Entstehung und im Verlauf der Erkrankung spielen. Man weiß auch, dass andere Genorte als der bekannte HLA Lokus involviert sind. Um welche Gene, und welche Varianten dieser Gene es dabei geht, ist hingegen weitgehend unbekannt. Die Analyse von Kandidatengenen und den darin vorkommenden Polymorphismen in Familien- und Fall-Kontroll-Studien kann darüber Aufschluss geben. Höchstwahrscheinlich sind Kombinationen von Genvarianten geringer Penetranz für das Krankheitsgeschehen verantwortlich. Methoden der Systembiologie stellen hier einen Lösungsansatz dar. Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zur Aufklärung der genetischen Komponente der RA zu leisten und Methoden zur genetischen Analyse komplexer Erkrankungen weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Zentrums unter:
http://www.bbz.uni-leipzig.de/