Das Leipziger Schöffenbuch von 1420

07.02.2013, 19:30 Uhr - Vortrag
Buchvorstellung: Ein Blick in die spätmittelalterlichen Lebenswelten der Stadt Leipzig
Plakat zur Veranstaltung

Der Alltag in der spätmittelalterlichen Stadt schlug sich nicht zuletzt in der Tätigkeit der Gerichte nieder. Während der Rat für Gesetzgebung und Verwaltung zuständig war, übernahmen Schöffengerichte, die mit Schöffen aus dem Laienstand unter Vorsitz eines juristisch ausgebildeten Richters besetzt waren, die Rechtsprechung. Das Leipziger Schöffenbuch von 1420 bis 1478 gehört zu den ältesten erhalten gebliebenen Gerichtsbüchern Sachsens. In ihm finden sich vor allem Vorgänge der freiwilligen Gerichtsbarkeit wie Eheverträge, Angaben zum Wechsel von Grundbesitz und Aufnahme von Hypotheken. Gelegentlich wurden auch Testamente, Stiftungen, Einsetzungen und Entlassungen von Vormündern vermerkt. Die Fülle des in dem Buch gesammelten Materials eröffnet den Blick auf die Entwicklung der spätmittelalterlichen Stadt und auf das städtische Alltagsleben. Auch sozialgeschichtliche und genealogische Fragen lassen sich an das Schöffenbuch stellen. In der primär rechtsgeschichtlichen Quellen tritt somit das reiche Leben der spätmittelalterlichen Stadt ans Licht. Der Vortrag stellt die Edition dieser wichtigen stadtgeschichtlichen Quelle Leipzigs vor. Das rund 420seitige Buch erscheint in der Reihe "Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Leipzig". Es kann bei der Veranstaltung direkt vom Verlag zum Sonderpreis erworben werden. Dr. Jens Kunze ist Historiker und war u. a. wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Projekt "Zwickauer Urkundenbuch". Seit 2009 arbeitet er an der Universität Marburg am DFG-Projekt "Erstellung einer Datenbank von Verfassern und Verstorbenen in frühneuzeitlichen Leichenpredigten / Thesaurus Nominum Auctorum et Mortuorum". Daneben ist er auch am Projekt der "Wissenschaftlichen Stadtgeschichte Leipzigs" beteiligt und hat u. a. die nun vorliegende Edition des Schöffenbuchs besorgt.

 

Referenten

  • Dr. Jens Kunze

Leitung

  • Prof. Dr. Enno Bünz

Veranstaltungsort