Systems Biology of Mammalian Cells (SBMC)

09.07.2012 bis 11.07.2012 - Konferenz
Die medizinisch orientierte Systembiologie ist eine junge Wissenschaft mit einem großen Forschungs- und Entwicklungspotenzial. Experten aus der ganzen Welt treffen sich 2012 zum vierten Mal zur "Conference of Systems Biology of Mammalian Cells (SBNC), die alle zwei Jahre stattfindet. Vom 09.-11. Juli 2012 tauschen sich mehr als zweihundertfünfzig Forscher im Leipziger Gewandhaus über systembiologische Prozesse von Zellen, Organen und ganzen Organismen aus.

Drei Tage lang werden neueste Technologien vorgestellt und zukunftsweisende Forschungskonzepte diskutiert, mit denen das Verständnis von physiologischen und pathologischen Prozessem im Körper vorangebracht und diese modellhaft am Computer simuliert werden können. Die Computersimulationen werden - so die berechtigte Hoffnung der Forscher - in Zukunft ein wesentliches Hilfsmittel bei der Entwicklung neuer Therapien und Medikamente gegen viele systemische Krankheiten wie Rheuma, Adipositas oder Krebs darstellen. Was ist und wie funktioniert Systembiologie? Die komplexen biologischen Lebensprozesse lassen sich auf verschiedenen Ebenen charakterisieren: der molekularen Ebene, auf der Ebene ganzer Zellen und Gewebe wie auch den Ebenen der Organe und des gesamten Organismus. Auf allen diesen Ebenen können sie in Laborexperimenten untersucht und in ihrer Dynamik beschrieben werden. Entscheidend ist, dass alle Vorgänge räumlich und zeitlich miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig beeinflussen können. Um die Fülle von Informationen über das physiologische Verhalten biologischer Systeme ganzheitlich zu erfassen, ist es notwendig, die wesentlichen Strukturen der Interaktionen aller Komponenten zu erkennen und ihre Auswirkungen über alle Ebenen hinweg zu verstehen. Hierfür liefert die mathematisch-physikalische Simulation dieser Interaktionen einen wichtigen, wenn nicht vielleicht sogar den einzig möglichen Zugang. In der Systembiologie werden folglich molekularbiologische und physiologische Methoden mit Mathematik, digitaler Bildverarbeitung und Informatik kombiniert, um dieses Ziel zu erreichen. In einem Folgeschritt können mit den Modellen die Reaktionen der biologischen Systeme auf (pathologische) Störungen abgeleitet und mit dem wirklichen Verhalten im Experiment verglichen werden. Ist die mathematische Simulation so ausgereift, dass diese Vorhersagen zutreffen, können damit auch neue Strategien für medizinische Therapien und neue Medikamente entwickelt werden. Angeregt durch den schnellen Fortschritt der sogenannten 'omics-Technologien, bildgebenden Verfahren und neuesten technologischen Ansätze wollen die Experten auf der SBMC2012 nicht nur die biochemischen und zellbiologischen Vorgänge auf der Zellebene verstehen und vorhersagen, sondern auch die Übertragung und Auswirkungen auf die weit komplexeren Organisationsstrukturen bei Geweben, Organen und in ganzen Organismen diskutieren. Von der Grundlagenforschung über biomedizinische Forschung bis hin zu industriellen Anwendungen präsentiert die SMBC2012 topaktuelle experimentelle Fortschritte, theoretische Konzepte und computergestützte Modellierungsbeispiele. Die neuen systembiologischen Herausforderungen werden im Fokus einer Keynote-Debatte zwischen Nobelpreisträger Sydney Brenner von der Harvard University und dem langjährigen Champion der Systembiologie Dennis Noble von der Oxford University stehen. Moderiert wird sie von Peter Hunter von der University of Auckland. Alle Informationen zur Konferenz finden Sie unter www.sbmc2012.de. Journalisten sind sehr herzlich zur Teilnahme eingeladen.

 

Leitung

  • Prof. Dr. Rolf Gebhardt

Veranstaltungsort