Das Institut für Kultur- und Universalgeschichte an der Universität Leipzig und die Hochschulentwicklung am Beginn des 21. Jahrhundert

14.05.2009 bis 16.05.2009 - Jubiläumsveranstaltung
Der Historiker Karl Lamprecht eröffnete im Mai 1909 das Institut für Kultur- und Universalgeschichte an der Universität Leipzig, das versuchte, durch Neuorganisation des Unterrichts eine Antwort auf die massive Ausdehnung der Studentenzahlen zu finden.

In diesem Sinne sollte zu einem vorbildlichen Lehr- und Forschungsinstitut werden. Zugleich war diese Institutsgründung nur ein Schritt auf dem Wege zu einer viel umfassender gedachten Universitätsreform, die Lamprecht als Rektor 1910/11 der Öffentlichkeit unterbreitete. Er bezog sich bei seinem Reformvorschlag auf die Gefahr einer Auswanderung der Forschung aus der Universität, er plädierte für einen neuen Stellenwert des internationalen Zusammenwirkens und der Arbeitsteilung zwischen den Hochschulen und er mahnte eine neue Finanzierungsgrundlage aus staatlichen Beiträgen und privatem Engagement für die wachsenden Bedürfnisse der Universitäten an. Dieses umfassende Programm hatte den Erhalt eines Status der Universität Leipzig vor Augen, der sich mit Recht als international führend beschreiben lässt. Die Tatsache, dass nach 100 Jahren dieses noch immer zentrale Themen der Hochschulpolitik sind, soll zum Anlass für die Frage genommen werden, was es bedeutet, dass bestimmte Themen nicht erledigt sind und welche Folgen und Chancen die inzwischen eingetretene "deutsche Verspätung" hat. Tatsächlich lässt sich die These vertreten, dass die innovativen Vorschläge zur Hochschulorganisation am Anfang des 20. Jh. "ausgewandert" sind und vieles, was in Deutschland erdacht wurde, anderswo klug adaptierte Realisierung fand. Die Tagung soll deshalb vier Leitfragen vor dem historischen Hintergrund diskutieren: - Die Neuorganisation der Lehre bei stark anwachsenden Studentenzahlen - Das Verhältnis von universitärer Lehre und Forschung einerseits und dem Streben, Spitzenforschung und ihre Anwendungen außerhalb der Hochschule anzusiedeln andererseits - Mobilisierung privater Mittel für eine international konkurrenzfähige Lehre und Forschung und die Entwicklung geeigneter Kommunikation universitärer Ziele - Die transnationale Organisation von akademischer Lehre durch die Vernetzung mit ausländischen Hochschuleinrichtungen

 

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