Jahrgericht im Universitätsdorf Hohenheida

21.06.2009, 15:00 Uhr - Jubiläumsveranstaltung
Im Jahr 1438 wurden die Dörfer Gottscheina, Hohenheida und Merkwitz von den Kurfürsten Friedrich von Sachsen und seinem Bruder Wilhelm der Leipziger Universität geschenkt und gelangten so unter deren Lehnsherrschaft.

Seither und bis zum Jahr 1852 übte daher die Universität in diesen sogenannten alten Universitätsdörfern die niedere Gerichtsbarkeit aus. Auf Jahrgerichten (in der Regel einmal im Jahr) wurden in den Dörfern Bagatellfälle (Diebstahl, Beleidigung, Grenzstreitigkeiten u. a.) verhandelt und die Täter zur Rechenschaft gezogen. Im Rahmen des 600-jährigen Jubiläums der Universität Leipzig und der 610-Jahrfeier der Gemeinde Hohenheida wird am 21. Juni ein solches Jahrgericht unter Verwendung von Archivakten in Hohenheida nachgestellt. Der Tradition folgend, werden Vertreter der Universität dazu in einer Kutsche in Hohenheida vorfahren und unter Beteiligung des "Dorfrichters" und seiner "Schöppen" zu Gericht sitzen. Es werden voraussichtlich drei Fälle behandelt. Gegebenenfalls wird ein Delinquent ins Halseisen gelegt. An das Gerichtsverfahren schließt sich in ebenso traditioneller Weise ein gemütliches Ess- und Trinkgelage an.

 

Veranstaltungsort