Der Auszug der Studenten und Magister der sächsischen, bayrischen und polnischen "nationes" aus der Universität Prag nach Leipzig im Jahr 1409

19.11.2009, 20:00 Uhr - Wissenschaftliche Veranstaltung
Öffentlicher Abendvortrag von PhDr. Michal Svatos, CSc. (Prag)

Schon bald nach der Gründung der Prager Universität im Jahr 1348 gemäß dem Vorbild der Universitäten in Bologna und Paris setzten Konflikte zwischen der einheimischen und den sogenannten fremden Universitätsnationen ein. Sie führten zur Entscheidung von König Wenzel IV., die Verhältnisse an der Prager Universität zugunsten der böhmischen natio zu verschieben. Das entsprechende, im Januar 1409 ausgegebene Mandat ging als Kuttenberger Dekret in die Geschichte ein. Es veränderte nicht nur im erheblichen Maße den Charakter der Prager Universität; der gemeinsame Auszug der Magister und Studenten der "fremden" nationes führte auch zur Gründung der neuen Universität in Leipzig und trug damit zur Formierung eines Universitätsnetzes in Mitteleuropa bei. Michal Svatos ist ein exzellenter Kenner der Geschichte der Karls-Universität Prag und der Bildungsgeschichte des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit in den böhmischen Ländern insgesamt. Bereits während seiner Promotion 1979 mit einer Arbeit zur Verfassungsgeschichte der Prager Universität im Mittelalter und einer zweiten Kandidatur-Dissertation über "Das Urkundenbuch der Prager Universität 1347/8-1400" arbeitete er im Archiv der Universität. Von 1992 bis 2009 war er Direktor des Instituts für die Geschichte der Karls-Universität. Sein Vortrag ist Teil des dreitägigen internationalen Workshops "'an ... wonunge, heusern, collegien ader burßen' (Leipzig 1468). Archäologie und Baugeschichte mittelalterlich-frühneuzeitlicher Universitäten und Hochschulen in Ostmitteleuropa" des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) der Universität Leipzig.

 

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