Luigi Nono "Unter der großen Sonne von Liebe beladen" (Al gran sole carico d'amore)

08.10.2009, 19:30 Uhr - Jubiläumsveranstaltung
Die Premiere ist als besonderes Highlight dem 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution und dem 600-jährigen Jubiläum der Universität Leipzig gewidmet.

Der Venezianer Luigi Nono (1924-1990) gehört zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Als engagierter Kommunist setzt Luigi Nono in seiner 1975 in Mailand uraufgeführten szenischen Aktion den Hoffnungen und Enttäuschungen vergangener Revolutionen ein Denkmal. So erzählt Nono zwischen subtilstem Gesang und emotionalem Aufschrei eine Geschichte der Niederlagen aus der Perspektive der Frau: die Pariser Commune (Louise Michel), die russische Revolution von 1905 (Gorkis Mutter), die Arbeiterunruhen in Turin 1950 (Cesare Paveses Deola), die fehlgeschlagene Erstürmung der Moncada-Kaserne 1953 in Kuba (Haydée Santamaria), Che Guevaras Bolivien-Abenteuer von 1966/67 (Tanja Bunke) und der Vietnam-Krieg (Frauen in den Arbeitslagern). Leben ist für Luigi Nono Liebe, in ihrem Namen klagt er an. Nicht zufällig führt Nono mit seinen berührenden kompositorischen Lösungen und seiner Utopie der Menschlichkeit die Tradition der italienischen Oper eines Giuseppe Verdi fort. Hier setzen die Regie von Peter Konwitschny, die Ausstattung von Helmut Brade und die musikalische Realisierung von Johannes Harneit an. Historische Persönlichkeiten wie Louise Michel und Tanja Bunke sowie die Kunstfiguren aus den Werken Gorkis, Brechts und Paveses - sie werden zu Leidenden, die unser Mitgefühl wecken. "Unter der großen Sonne von Liebe beladen" ist Aufschrei, Requiem und Memorial zugleich. Für die Oper Leipzig studiert Peter Konwitschny seine Inszenierung von 2004 (Staatsoper Hannover) mit einer komplett neuen Besetzung aus Anlass des 20. Jahrestages der Friedlichen Revolution wieder ein.

 

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