Entdeckungen in mittelalterlichen Handschriften aus dem Kloster St. Marienthal

- Vortrag

Das Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal in der Oberlausitz besteht ununterbrochen seit seiner Gründung 1234. Zum Kloster gehört eine Bibliothek mit über 10.000 Bänden, ca. 4.000 gehören zum historischen Altbestand. Elf mittelalterliche Handschriften und drei Handschriftenfragmente mit überwiegend liturgischen Inhalt aus St. Marienthal werden zur Zeit in der Universitätsbibliothek Leipzig im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes zur Erschließung unbekannter mittelalterlicher Handschriften in Ostdeutschland digitalisiert und wissenschaftlich bearbeitet. Als besonderer Schatz erwies sich die älteste Handschrift, ein im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts angelegtes Kapiteloffiziumsbuch. Aus ihm wurde täglich im Konventskapitel ein Abschnitt der Benediktregel und des Martyrologiums gelesen. Bei dem Codex handelt sich um das verschollen geglaubte älteste Kapiteloffiziumsbuch aus der bedeutenden sächsischen Zisterzienserabtei Altzelle, das 1174/75 in Kloster Pforta bei Naumburg angelegt und dem Altzeller Konvent bei der Besiedelung übergeben wurde. Matthias Eifler stellt in seinem Werkstattbericht die St. Marienthaler Handschriftenschätze vor, berichtet von Entdeckungen und neu gewonnenen Erkenntnissen sowie der Arbeit des Leipziger Handschriftenzentrums.

 

Referenten

  • Dr. Matthias Eifler

Veranstaltungsort