Textkünste. Die Erfindung der Druckseite um 1500

07.09.2016 bis 29.01.2017, täglich 10:00 bis 18:00 Uhr - Ausstellung
Heute sprechen wir von "Seiten" im Internet. Wie ist es dazu gekommen? Die Ausstellung der Universitätsbibliothek zeigt frühe Drucke, die in der Epoche nach Gutenberg versuchen, eine Seite zu gestalten. Denn Gutenberg hat mit seiner Technik noch keine neue Ästhetik geschaffen.

Die Ausstellung über die Frühzeit der europäischen Buchdruckgeschichte in der Bibliotheca Albertina läuft parallel zu einer Ausstellung in der Bibliothèque municipale in Leipzigs Partnerstadt Lyon. Um 1500 gehören Leipzig und Lyon zu den wichtigsten europäischen Druckzentren. Mit dem reichen Material beider Bibliotheken lässt sich nun zeigen, wie sich die Gestaltung der Seite herausbildet. Den frühen Druckerzeugnissen ist anzusehen, dass Formen ausprobiert wurden und vieles ein Experiment blieb. Die Probe auf gute Lesbarkeit haben die Drucker von Anfang an gemacht. In Leipzig liegt gleich eingangs die Gutenbergbibel in der Vitrine, daneben die Bibelübersetzung von Luther 1522. Deutlich sieht man, wie schon allein durch Absatzbildung eine bessere Lesbarkeit hergestellt wird. In den Hauptabteilungen der Ausstellung finden sich Werke der Geschichte - Hannibal zieht über die Alpen - und Werke, die Wissen vermitteln, in Astronomie und Medizin, Geographie und Mathematik. Erstdrucke - auch vom berühmten Aldus Manutius aus Venedig - machen die Ausstellung zu einer intensiven Begegnung mit den Arbeiten der frühen Drucker, die um 1500 bereits ein weites Netz in Europa spannten. Eine Website (in Deutsch, Englisch und Französisch: www.1500.ink) informiert zur Ausstellung und über das Rahmenprogramm mit Führungen und Vorträgen. Der reich ausgestattete Katalog "Textkünste" (200 Abbildungen, 224 Seiten) vereint Exponate aus Leipzig und Lyon und erscheint in einer deutschen und einer französischen Ausgabe.

 

Veranstaltungsort