Marc Rölli: Identität und Differenz. Zum Streit um Moderne und Postmoderne

25.01.2017, 19:00 Uhr - Vortrag
Vortrag des studium universale.
Marc Rölli

Eines der großen Themen der europäischen Philosophie in den 1980er Jahren war die Auseinandersetzung um die sog. "Postmoderne’. Das berühmte Buch von Jean-François Lyotard "La condition postmoderne" erschien 1979 (in dt. Übersetzung: Das postmoderne Wissen) – und die von ihm ausgehende Provokation war ungeheuer. Im Feuilleton der Zeitungen erschienen zahllose Artikel, die die Postmoderne proklamierten oder aber für das "Projekt der Moderne" und die mit ihm verbundenen Freiheitsperspektiven eintraten. Mit der Postmoderne schien sich aus ihrer Sicht ein Verrat an den v.a. "westlichen" Idealen des Fortschritts zu verbinden. Ein zentraler philosophischer Streitpunkt lag in der unterschiedlichen Auffassung des Verhältnisses von Identität und Differenz. Während das postmoderne Denken um die Differenz kreiste und Identitäten misstrauisch als Konstruktionen analysierte, plädierten die Modernen dafür, an einer Identität von Geschichte, wissenschaftlicher und moralischer Rationalität festzuhalten. In meinem Vortrag werde ich diesen Streit Revue passieren lassen und die Frage aufwerfen, inwiefern durch ihn unser heutiges Identitätsverständnis geprägt wurde. Prof. Dr. Marc Rölli lehrt Philosophie an der HGB Leipzig.

 

Referenten

  • Prof. Dr. Marc Rölli

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