Manuela Rummel: Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau im Erziehungssystem der DDR

11.01.2017, 19:00 Uhr - Vortrag
Vortrag des studium universale.
Manuela Rummel

Das festgeschriebene Erziehungsziel in der DDR war die Herausbildung "sozialistischer Persönlichkeiten". Unangepasste und verhaltensauffällige Jugendliche galten als "schwererziehbar" und konnten in sogenannte Spezialheime eingewiesen werden. Diese dienten ausschließlich der Umerziehung. Endstation in diesem System war der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau als einzige offiziell geschlossene Heimeinrichtung der DDR. Hier sollte unter haftähnlichen Bedingungen innerhalb von nur wenigen Monaten die "Umerziehungsbereitschaft" hergestellt und die Persönlichkeit junger Menschen bewusst gebrochen werden. Die Einweisung erfolgte direkt über das Ministerium für Volksbildung, welches unter der Leitung von Margot Honecker stand. Kein einziger Jugendlicher kam aufgrund eines Gerichtsbeschlusses in den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau und doch glich er mit seinen hohen Mauern, vergitterten Fenstern und Scheinwerfern bereits äußerlich einer Haftanstalt. Bis November 1989 durchliefen insgesamt 4.046 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren diese Disziplinierungseinrichtung. Manuela Rummel ist Referentin für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau.

 

Referenten

  • Manuela Rummel

Veranstaltungsort