Sönke Friedreich: Region als Identitätsressource. Das Beispiel Sachsen

04.01.2017, 19:00 Uhr - Vortrag
Vortrag des studium universale.
Sönke Friedreich

Regionen zählen zu den zentralen identitätsstiftenden Ideen der Gegenwart. Sich als Bayer, Schwabe oder Sachse zu geben und zu fühlen, ist ein wesentlicher Bestandteil persönlicher Identität und hilft bei der Suche nach "Heimat". Auch (und gerade) im Zeitalter von Globalisierung und räumlicher Entgrenzung behalten regionale Zuordnungen ihre alltägliche Relevanz. Die Frage, was genau regionale Identität ist, woraus sie gebildet wird und zu welchen Zwecken sie dient, ist trotz dieser Bedeutung jedoch keineswegs leicht zu beantworten. Handelt es sich um elementare Bestandteile von Gruppenkulturen oder lediglich um elaborierte Konstrukte? Worin besteht die Wirkmächtigkeit regionaler Identität? Wie ist ihre Herleitung und Entwicklung historisch einzuordnen? Diese und andere Fragen lassen sich am Beispiel Sachsens, das bis heute seine ganz eigene Identität für sich reklamiert, hervorragend diskutieren. Ob regionale Bräuche, Esskultur, sächsischer Dialekt, Mutterwitz oder Erfindungsreichtum der Sachsen – die Mythen, aus denen sich die regionale Identität Sachsens speist, sind ebenso vielfältig wie wirkmächtig und gehören gerade deswegen auf den Prüfstand. Dr. Sönke Friedreich ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Volkskunde des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden.

 

Referenten

  • Dr. Sönke Friedreich

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