Heide Glaesmer: Besatzungskinder im Nachkriegsdeutschland

14.12.2016, 19:00 Uhr - Vortrag
Vortrag des studium universale.
Heide Glaesmer

In der Geschichte kriegerischer Auseinandersetzungen sind schon immer Kinder geboren worden, die von ausländischen Soldaten mit einheimischen Müttern gezeugt wurden. Zu dieser Gruppe zählen sowohl Kinder, die aus Vergewaltigungen stammen als auch solche, die aus mehr oder weniger freiwilligen Beziehungen hervorgegangen sind. Während der Besatzungszeit nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden in Deutschland mindestens 200.000 sogenannte Besatzungskinder geboren. Sie waren oft Diskriminierungen ausgesetzt und wuchsen häufig unter schwierigen Bedingungen auf. Oft waren sie durch ein doppeltes Stigma als "Kinder des Feindes" und uneheliche Kinder belastet. Fast alle wuchsen ohne ihre Väter auf, viele wussten lange nichts über ihre Herkunft. Das fehlende Wissen um und über den biologischen Vater stellt oft eine Bruchstelle in ihrem Identitätsbildungsprozess dar. Viele sind noch heute auf der Suche nach ihren Wurzeln. PD Dr. Heide Glaesmer ist Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin, sie leitet den Forschungsbereich "Psychotraumatologie und Migrationsforschung" und ist stellvertretende Abteilungsleiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig.

 

Referenten

  • PD Dr. Heide Glaesmer

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