10 Milliarden - wie werden wir alle satt?

16.06.2016, 19:00 Uhr - Diskussion/Disputation
Das Thema Welternährung steht im Mittelpunkt des neuen Wissenschaftskinos. Nach dem Film diskutieren der Pflanzenökologe Dr. Stefan Klotz und der Agrarökologe Prof. Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Der Eintritt ist frei.

Nach seinem erfolgreichen Dokumentarfilm „Taste the Waste“ (2011) über die Verschwendung von Lebensmitteln geht Valentin Thurn nun der Frage nach, ob und wie es möglich ist, alle Bewohner der Erde mit Nahrungsmitteln versorgen zu können. Denn im Jahre 2050 – so lauten die Prognosen – werden zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Um diese Frage zu klären, begibt sich der Dokumentarfilmer Valentin Thurn auf eine Weltreise. Er besucht unter anderem eine Gemüsekooperative in den USA, Kleinbauern und eine Riesenfarm in Afrika sowie industrielle Nahrungserzeugung in Japan. Er spricht mit Experten und direkt Beteiligten darüber, wie sie die Situation heute und die Perspektiven für morgen und übermorgen einschätzen. Ist es die Nahrungs- und Agrarindustrie, die mit Gentechnik, künstlichem Hackfleisch oder Hightech-Pflanzenfabriken (in denen Salat ohne Erde wächst) die Welternährung der Zukunft absichern wird? Oder sind es doch eher alternative Ansätze? Sind es Kleinbauern, städtischer Selbstanbau und Direktvermarktung? Welche Folgen haben der wachsende Fleischverzehr in Asien oder das sogenannte „Land Grabbing“ durch die US-Sojafarmen in Mosambik? Welche Rolle spielen globale und regionale Märkte, Transport, Lagerung und Verteilung von Nahrungsmitteln, Böden, biologische Vielfalt, Nachhaltigkeit – und wir, die Verbraucher? Der Ökologe Dr. Stefan Klotz leitet das Department „Biozönoseforschung“ am UFZ-Standort in Halle. Er ist Sprecher des Fachbereichs „Terrestrische Ökologie“ des UFZ und koordiniert das integrierte UFZ-Projekt „Landnutzungskonflikte“, bei dem es unter anderem um Konflikte zwischen der landwirtschaftlichen Nahrungsproduktion, dem Anbau von Pflanzen für die Bioenergie und dem Schutz der biologischen Vielfalt geht. Der Agrarökologe Prof. Dr. Josef Settele leitet die Arbeitsgruppe "Tierökologie und sozialökologische Forschung" im Department Biozönoseforschung am UFZ-Standort Halle. Er ist seit vielen Jahren Hochschullehrer an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Mit ALARM koordinierte er von 2004 bis 2009 das bis dato größte EU-Projekt zur terrestrischen Biodiversitätsforschung. Zurzeit koordiniert er das BMBF-Projekt LEGATO, bei dem es um nachhaltige Landnutzung und bewässerten Reisanbau in Südost-Asien geht. Mit dem Wissenschaftskino Leipzig haben die Leipziger Wissenschaftseinrichtungen in Kooperation mit dem Zeitgeschichtlichen Forum und dem Referat Wissenspolitik der Stadt eine für Leipzig neue Veranstaltungsreihe entwickelt, die zwei unterschiedliche Formate - Film und Diskussion - mit Wissenschaft verknüpft.

 

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