Lebensretter für Blutkrebserkrankte sein - Typisierungsaktion

27.10.2014 bis 30.10.2014 - Informationsveranstaltung
Alle 16 Minuten erhält ein Patient in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. Nur ein Drittel der Erkrankten findet innerhalb der Familie einen passenden Spender. Die Universität Leipzig möchte durch eine Campusweite Aktionswoche ab dem 27. Oktober 2014 dazu beitragen, dass Mitarbeiter und Studierende sich gründlich zum Thema informieren können und möglicher Weise als Spender bereit erklären.
Stand Typisierungsaktion

Bundesweit gibt es mehrere Organisationen, die sich für die Aufklärung über Blutkrebs sowie die Suche nach passenden Stammzellspendern engagieren, so auch der Verein für Knochenmarkspenden Sachsen. Ministerpräsident Stanislav Tillich ist sein Schirmherr, der Leipziger Universitätsprofessor Dietger Niederwieser sein Vereinsvorsitzender. "Auf der Leukämie-Station erlebe ich es tagtäglich, dass die Transplantation von Blutstammzellen für Betroffene oft die letzte Chance darstellt", berichtet Niederwieser, Abteilungsleiter der Hämatologie und internistischen Onkologie am Universitätsklinikum. "Die Vielfalt an menschlichen Gewebemarkmalen gestaltet die Suche nach Spendern jedoch schwierig. Je mehr Menschen sich bereit erklären, mit ihren persönlichen Merkmalen in eine Spenderdatei aufgenommen zu werden, desto größer ist die Aussicht, passende Spender zu finden. Stellvertretend für die Patienten setze ich große Hoffnung in die Aktion, die von der Universitätsleitung und mehreren Fakultäten unterstützt wird, und bitte um rege Beteiligung." 4 Tage - 4 Standorte Der Auftakt der uniweiten Typisierungsaktion findet am Montag, den 27. Oktober 2014 an zentraler Stelle am Campus Augustusplatz statt. Veranstaltungsplan: 27. Oktober, Campus Augustusplatz 9 - 10 Uhr Hörsaal 10 - Grußwort Rektorin und Eröffnungsvortrag Prof. Niederwieser 10 - 14 Uhr Foyer Hörsaalgebäude Infostand mit Typisierungsmöglichkeit 28. Oktober, Medizincampus 10 - 14 Uhr Mensaria Studentenwerk, Liebigstraße 25 29. Oktober, Geisteswissenschaftliches Zentrum 10 - 14 Uhr Foyer GWZ, Beethovenstraße 15 30. Oktober, Sportcampus 10 - 14 Uhr Innenhof bzw. Foyer, Jahnallee 59 Wie eine Speichelprobe Leben retten kann Je mehr Spender für die Suche zur Verfügung stehen, desto größer ist die Überlebenschance für einen Erkrankten. Zur Erfassung der benötigten Gewebemerkmale vor Ort genügt ein schmerzloser Abstrich von der Wangenschleimhaut. Blutkrebs ist der Oberbegriff für bösartige Erkrankungen des Knochenmarks beziehungsweise des Blut bildenden Systems, bei denen die normale Blutbildung durch die unkontrollierte Vermehrung von bösartigen Blutzellen, wie beispielsweise bei Leukämie, gestört ist. Wegen dieser Krebszellen kann das Blut seine lebensnotwendigen Aufgaben nicht mehr ausführen, etwa Infektionen bekämpfen, Sauerstoff transportieren oder Blutungen stoppen. Unbehandelt führen die Erkrankungen fast immer zum Tod. In Deutschland erkranken jährlich ca. 11.000 Menschen an Blutkrebs. Für die meisten Erkrankten ist die Transplantation von Stammzellen eines gesunden Spenders, dessen Gewebemerkmale mit denen des Erkrankten nahezu identisch sind, die einzige Aussicht auf Heilung. Stammzellentnahme in den meisten Fällen ohne Operation Ist der genetische Zwilling gefunden, können die Stammzellen entnommen werden. Es gibt zwei Methoden: In rund 80 Prozent der Fälle wird schlicht Blut entnommen. In den restlichen Fällen wird dem Spender unter Vollnarkose Knochenmark, nicht Rückenmark, aus dem Beckenkamm entnommen. Innerhalb von etwa zwei Wochen regeneriert sich das Knochenmark beim Spender. Der Verein für Knochenmarkspenden Sachsen e. V. möchte die bestehende Spenderdatei in Sachsen weiter ausbauen. Aktuell sind bei ihm über 48.500 Personen registriert. Alle erfassten Gewebemerkmale werden in das Zentrale Knochenmarkspenderregister Deutschland eingespeist und stehen so auch für die weltweite Suche nach Stammzellspendern zur Verfügung. Eine Mehrfachtypisierung ist deshalb nicht notwendig. Weitere Informationen zur uniweiten Typisierungsaktion: Nina Mewes, Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 97 35036, nina.mewes@zv.uni-leipzig.de Diana Smikalla, Pressestelle Medizinische Fakultät, Tel. 97 15798, diana.smikalla@medizin.uni-leipzig.de zum Verein: www.vsk-sachsen.de

 

Leitung

  • Prof. Dr. Dietger Niederwieser

Veranstaltungsort