Pigmentflecken – störende Flecken

Viele kennen das Problem der fleckigen Stellen auf dem Gesicht, Hals oder anderen Stellen. Die Rede ist von Pigmentflecken. Doch gegen diese Hautunreinheiten gibt es Möglichkeiten der Bekämpfung. Prof. Dr. med. Jan Simon, Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Leipzig erklärt Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Pigmentflecken.
Prof. Dr. Jan Simon, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie Prof. Dr. Jan Simon, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

GUM: Gibt es verschiedene Pigmentflecken und wo liegen deren Ursache?

Prof. Dr. med. Jan Simon: Man unterscheidet in braune, weiße und rote Pigmentflecken. Sie alle haben unterschiedliche Ursachen. Weiße Pigmentflecken sind eine Folge von Verletzungen oder einer Narbe. Einige Menschen leiden aber auch unter der Weißfleckenkrankheit, bei der die pigmentbildenden Zellen des Körpers, sogenannte Melanozyten, durch einen Entzündungsprozess zerstört werden. Anders bei den roten Pigmentflecken, die durch eine Erweiterung oder Vermehrung der Gefäße auftreten. Diese können entweder bereits bei Babys als sogenannte Blutschwämme oder im Alter als sogenannte Alter Angiome sichtbar werden. Bei den braunen Pigmentflecken, auch umgangssprachlich Leberflecken genannt, obwohl sie nichts mit der Leber zu tun haben, tritt eine gutartige Vermehrung der pigmentbildenden Zellen auf. Diese müssen unterschieden werden vom bösartigen schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, der ebenfalls als dunkler Pigmentfleck auftritt. Braune Flecken können auch als Folge einer Hautentzündung sowie nach hormoneller Umstellung durch eine Schwangerschaft oder die Pille entstehen.

Wie können Pigmentflecken behandelt werden?

Jede dieser genannten Formen sollte von einem Hautfacharzt untersucht und behandelt werden. In jedem Fall schaut dieser ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Pigmentfleck handelt. Bei dem Verdacht einer bösartigen Hautveränderung wird eine Hautprobe entnommen bzw. der Fleck herausgeschnitten und mikroskopisch untersucht. Bestimmte Pigmentverschiebungen können mit einer Lasertherapie entfernt werden. Dabei zerstört ein spezielles Laserlicht gezielt das Pigment. Dadurch verschwindet der Fleck.

Wie werden die weißen Pigmentflecken behandelt, bei denen gerade der Zellfarbstoff nicht gebildet wird?

Bei der Behandlung der Weißfleckenkrankheit wird ebenfalls eine Lasertechnik eingesetzt, bei der die verbliebenen pigmentbildenden Zellen angeregt werden und so wieder Farbstoff bilden. Eine andere Methode ist die Pigmentzellen aus gesunder Haut des Patienten zu isolieren, wobei der Eingriff eine Narbe hinterlässt. Wir sind deswegen gerade mit unseren Kooperationspartnern im Versuchsstadium, Pigmentzellen aus Haarwurzeln zu züchten. Bei dieser Methode müssen dem Patient lediglich einige Haare vom Kopf gezupft werden. Die Stammzellen der Haarwurzel werden anschließend zu Pigmentzellen ausgereift, was sogar bei grauhaarigen Menschen funktioniert. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren diese Methode auch an Patienten erproben können.

Haben die Behandlungen der Pigmentflecken für den Patienten Nebenwirkungen?

Die Behandlung der unterschiedlichen Formen von Pigmentflecken hat keine schweren Nebenwirkungen, sie wird ambulant, bei uns in der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie durchgeführt. Bei der Laserbehandlung können lediglich leicht brennende Schmerzen auftreten.

Kann man Pigmentflecken vorbeugen und wenn ja, wie?

Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Veranlagung zur Entstehung von Pigmentflecken. Dagegen kann man nichts unternehmen. Jedoch gegen die Faktoren, die das Nachdunkeln, die sogenannte Hyperpigmentierung verursachen. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung ist ein konsequenter Sonnenschutz. Dieser beinhaltet, das Vermeiden von übermäßigem Sonnenbaden (vor allem in der Mittagszeit), der Verzicht auf den Besuch im Solarium und die Verwendung von Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50).

Interview: Franziska Henkel