Strahlend weiße Zähne

Bleaching – Zahn bleichen kommt immer mehr in Mode. Doch bereits vor vielen Jahrhunderten galten weiße Zähne als ein Zeichen für Schönheit und Gesundheit.  Aus diesem Grund möchte jeder ein strahlend weißes Lächeln haben. Das Bleichen der Zähne hat jedoch nicht nur ästhetische, sondern kann auch medizinische Gründe haben. Prof. Dr. med. dent. Rainer Haak, Direktor der Poliklinik für Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie erklärt die medizinischen Gründe, die für ein Zahnbleaching sprechen.
Prof. Rainer Haak, Direktor der Poliklinik für Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie Prof. Rainer Haak, Direktor der Poliklinik für Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie

GUM: In welchen Situationen ist ein medizinisches Zahnbleaching sinnvoll?

Prof. Dr. med. dent. Rainer Haak: Zahnverfärbungen können an einzelnen Zähnen oder an der ganzen Zahnreihe auftreten. Patienten leiden gerade wenn die Frontzähne betroffen sind, sehr unter diesem ästhetischen Mangel. Sie versuchen ihre Zähne möglichst nicht zu entblößen und schränken ihre Kommunikation ein, was wiederum zu einer erheblichen Beeinträchtigung im Alltag führen kann. In diesen Situationen ist sicherlich unstrittig, dass eine Behandlung der verfärbten Zähne auch aus medizinischen Gründen sinnvoll ist. Nicht zu verwechseln sind allerdings die dunklen Verfärbungen von den eher gelblichen Auflagerungen des bakteriellen Zahnbelags.

Woher kommen Verfärbungen am Zahn?

Man unterscheidet zwischen externen und internen Verfärbungen. Externe Verfärbungen sind direkt auf dem Zahn aufgelagert. Sie entstehen z.B. durch Tabakkonsum, Tee, Rotwein oder stark pigmentierte Lebensmittel. Bei diesen Verfärbungen hilft kein Bleaching. In solchen Fällen können die Zähne aber mit einer professionellen Zahnreinigung von den Belägen befreit werden.

Bei internen Verfärbungen ist der Zahn hingegen von innen in den Zahnhartsubstanzen verfärbt. Das kann unter anderem ein Alterungsphänomen sein. Mit zunehmendem Alter wird der Zahnschmelz dünner und lichtdurchlässiger, wodurch die zweite Zahnschicht, das Dentin, die ebenfalls mit der Zeit gelblicher und dunkler wird, stärker durchscheint. Aber auch Einlagerungen von Pigmenten im Rahmen einer Zahnbehandlung oder durch Medikamente sind möglich, so dass bei internen Verfärbungen auf jeden Fall immer die Ursache der Verfärbung analysiert werden sollte, bevor ein Bleaching erfolgen kann.

Wie muss der Patient sich die Methode des Bleachings vorstellen?

Wird nur ein einzelner Zahn behandelt, füllt man das Bleichmittel meistens direkt in den Zahnholraum im Inneren des Zahnes. Anschließend wird regelmäßig die Veränderung kontrolliert bis der Zahn die Farbe der umliegenden Zähne wieder angenommen hat. Dieser Prozess ist für den Patienten nicht schmerzhaft, muss aber von einem Zahnarzt durchgeführt werden. Beim sogenannten externen Bleichen wird hingegen das Bleichmittel von außen auf den Zahn aufgetragen. Bei diesem Bleaching sollte der Patient beachten, dass nur die Zähne aber keine Füllungen gebleicht werden.

Hat das Bleaching Nebenwirkungen?

Definitiv ja, allerdings sind es in den meisten Fällen reversible Nebenwirkungen. Bleaching kann zu Zahnfleischreizungen und in den meisten Fällen zu erhöhter Zahnempfindlichkeit führen. Diese Symptome klingen jedoch nach einiger Zeit wieder ab. Werden jedoch diese Warnsignale missachtet oder kann das Bleichmittel über Spalten an Füllungen oder Kronen in großer Menge in den Zahn eindringen, kann es zu irreparablen Schäden kommen. Deswegen sollte jedes Bleaching in Absprache mit einem Zahnarzt durchgeführt werden. Allgemein ist das Bleaching jedoch ein minimalinvasiver Eingriff, der gut verträglich ist.

Interview: Franziska Henkel