Tarifeinigung am Universitätsklinikum Leipzig

Pressemitteilung vom 06.11.2006
Klinikum und Ver.di einigen sich auf Eckpunkte eines Haustarifvertrages – Einkommenserhöhung für die nicht-ärztlichen Beschäftigten

Nach langwierigen und komplizierten Verhandlungen einigten sich das Universitätsklinikum Leipzig und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Montagmorgen auf die Eckpunkte für einen Haustarifvertrag. Im Kern sieht das Papier vor, dass jeder nicht-ärztliche Mitarbeiter des Klinikums im Dezember 2006 eine Einmalzahlung in Höhe von 300,00 Euro erhält (für Teilzeitmitarbeiter anteilig). Für die Mitarbeiter, die einen Anstellungsvertrag auf der Basis der Allgemeinen Arbeitsvertragsbedingungen (AVB) haben, wird das Gehalt zum 1.4.2007 um 3 %, zum 1.1.2008 um weitere 0,5 % und zum 1.1.2009 um 1 % erhöht (bezogen auf die Grundvergütung). Mitarbeiter mit BAT-Verträgen erhalten zum 1.4.2007 eine Gehaltserhöhung um 2 %, zum 1.1.2008 um ein weiteres Prozent und zum 1.1.2009 um 1 % (bezogen auf Grundvergütung und Ortszuschlag Gruppe 1). Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2009.


„Wir sind damit bis an die Grenzen des wirtschaftlich Machbaren gegangen“, kommentierte der Medizinische Vorstand des Klinikums, Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig, das Verhandlungsergebnis. „Unsere Verhandlungsstrategie war bestimmt vom Willen, unseren Beschäftigten eine Einkommensverbesserung zu gewähren und gleichzeitig den Fortbestand des Universitätsklinikums zu sichern. Das ist uns gelungen.“ Angesichts der sinkenden Erlöse bei gleichen Leistungen und der durch die gesetzlichen Rahmendbedingungen bedingten zusätzlichen Belastung der Klinik sei der nun gefundene Tarifkompromiss für das Universitätsklinikum Leipzig vor allem im kommenden Jahr eine enorme Herausforderung. „Wir müssen alle nur erdenklichen Anstrengungen unternehmen, um unsere Leistungen zu steigern und gleichzeitig die Kosten zu senken“, so Fleig. „Nur so werden wir die höheren Personalkosten kompensieren und auch in der Zukunft positive Betriebsergebnisse erzielen können.“


Laut Matthias Wokittel, kaufmännischer Vorstand des Klinikums, lassen sich die Kosten des seit drei Wochen andauernden Streiks noch nicht genau beziffern. „Wir wissen, dass die sieben Streiktage vor Beginn des unbefristeten Streiks etwa 1 Mio. Euro Erlösausfälle zur Folge hatten. Während der vergangenen drei Wochen konnten wir täglich nur etwa 60 % der sonst üblichen Operationen durchführen. Das bedeutet auf jeden Fall weitere Erlösausfälle in Millionenhöhe“, erläuterte der Kaufmann. „Es ist nicht zu erwarten, dass wir die ausgefallenen Operationen bis zum Jahresende 2006 noch aufholen können. Einige Patienten werden wir ganz verloren haben. Insgesamt ist der Schaden durch den Streik beträchtlich.“


Der Vorstand begrüßte die jetzt erzielte Einigung. „Wir haben nun einen Tarifvertrag mit einer dreijährigen Laufzeit, so dass wir einerseits wirtschaftlich klar kalkulieren können und andererseits auch für viele Monate keine weiteren Tarifauseinandersetzungen mit all ihren negativen Auswirkungen auf die Krankenversorgung befürchten müssen. Wir können uns wieder ganz darauf konzentrieren, was unsere Hauptaufgabe ist: Eine bestmögliche Versorgung der Bevölkerung mit universitärer Hochleistungsmedizin.“


Die Details des Haustarifvertrages werden im Rahmen der vereinbarten Eckpunkte in den kommenden Wochen ausgehandelt.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.