1000. minimal-invasive Prostata-Operation - radikal und schonend

Pressemitteilung vom 20.12.2005

An der Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Leipzig wurde im Dezember 2001 die Technik der endoskopischen extraperitonealen radikalen Prostatektomie („Schlüssellochoperation“) entwickelt und nunmehr bei dem 1000sten Patienten mit Prostatakrebs erfolgreich angewendet.


Der 64-jährige Patient war an einem Prostata-Karzinom erkrankt und wurde mit der von Priv.-Doz. Dr. Stolzenburg entwickelten Operationstechnik operiert. Schon zwei Tage nach der Operation konnte er normal umherlaufen und bereits fünf Tage nach der Operation wurde der während der Operation eingelegte Katheter entfernt. In all den Tagen hatte er keine Schmerzen. Durch das frühzeitige Erkennen der Erkrankung konnten bei dem Patienten nicht nur der für die Kontinenz (Wasserhalten) wichtige Schließmuskel sondern auch die links und rechts direkt an der Prostata entlang laufenden Nervenstränge geschont werden. Diese Nervenstränge sind für die männliche Potenz und somit die Lebensqualität nach der Operation von besonderer Bedeutung.


Bei der in Leipzig entwickelten, so genannten minimal-invasiven OP-Methode wird über fünf „Hülsen“ (Trokare) unterhalb des Nabels operiert. Durch sie schiebt der Chirurg eine Minikamera und verschiedene Instrumente. Mit 5- bis 15facher Vergrößerung kann er das Operationsgebiet auf einem Monitor sehen und so besonders exakt operieren.


Die Leipziger Klinik hat ein internationales Trainingszentrum für Urologen eingerichtet, an der Fachärzte aus der ganzen Welt (England, Spanien, Portugal, Italien, USA, Australien, Thailand u. a.) diese OP-Methode theoretisch und praktisch erlernen. Der Zuspruch ist so groß, dass in diesem Jahr bereits der 24ste mehrtägige Trainingskurs stattfand. Auf zahlreichen internationalen Kongressen hat Priv.-Doz. Stolzenburg bereits live diese OP-Methode demonstriert.


Am Prostata-Karzinom erkranken allein in Deutschland jedes Jahr mehr als 30.000 Männer. Diese Krebsart ist die zweithäufigste Krebs-Todesursache bei Männern. Rechtzeitig diagnostiziert kann die erkrankte Prostata operativ radikal entfernt und der Patient geheilt werden. Dazu wird die in Leipzig entwickelte schonende OP-Methode heute von zahlreichen Kliniken im In- und Ausland angewendet.


Informationen zur EERPE:

www.urosite-leipzig.de

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.