Klinik informiert über Schilddrüsenbehandlung ohne Operation - mit der Radioiodtherapie

Pressemitteilung vom 07.05.2004
Klinik für Nuklearmedizin veranstaltet Patientenforum rund um das Thema ''Schilddrüsenüberfunktion und -vergrößerung sowie die Radioiodtherapie''.
Zeit 00. 2005
Ort Hörsaal der Augenklinik
Liebigstraße 12

Jeder dritte Deutsche hat krankhafte Veränderungen an der Schilddrüse von denen er nichts weiß. Jährlich werden deshalb etwa 60.000 Betroffene mit einer Radioiodtherapie behandelt. Dabei handelt es sich um eine unblutige und risikolose Behandlungsmethode für nahezu alle Formen der Schilddrüsenüberfunktion und für gutartige Schilddrüsenvergrößerungen.


Bei der Radioiodtherapie erhält der Patient einmalig eine speziell auf die individuellen Eigenschaften seiner Schilddrüse abgestimmte Kapsel mit radioaktivem Iod. Dieses gelangt über das Verdauungssystem und den Blutkreislauf in die Schilddrüse und lagert sich dort ausschließlich im kranken Gewebe an. Im Verlauf mehrerer Wochen bilden sich die erkrankten Zellen dann zurück. Die völlig schmerzlose Behandlung birgt bei gleicher Erfolgsrate im Gegensatz zur Operation kein Risiko, denn es ist keine Narkose nötig und eine Schädigung der Stimmbandnerven ist ausgeschlossen. Der gesunde Anteil der Schilddrüse bleibt erhalten.


Wie Professor Dr. med. Osama Sabri, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Leipzig, erläutert, ist der Aufenthalt der Patienten in der Klinik vor allem auf Grund der strengen Strahlenschutzbestimmungen in Deutschland notwendig. Die Strahlenbelastung des Patienten insgesamt ist aber nicht höher als z. B. bei einer herkömmlichen Computertomografie. Mittels modernster Sensorüberwachung in den Patientenzimmern wird kontinuierlich kontrolliert, wie sich das radioaktive Iod in der Schilddrüse anlagert und wie es wieder ausgeschieden wird. Sinkt die gemessene Strahlung unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert, kann der Patient entlassen werden. Das ist meist nach vier bis sieben Tagen der Fall. In dieser Zeit darf der Patient aus Strahlenschutzgründen keinen Besuch empfangen und die Station nicht verlassen. Telefonische Kontakte und Übergabe persönlicher Gegenstände über die Schwestern der Station sind jederzeit möglich.



Für Betroffene und Interessierte veranstaltet die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Leipzig


am Dienstag, 11. Mai 2004

von 17.00 bis 18.30 Uhr

ein Patientenforum

im Hörsaal der Augenklinik, Liebigstraße 12.


Neben kurzen Vorträgen über Schilddrüsenüberfunktion und -vergrößerung sowie die Radioiodtherapie, haben die Besucher Gelegenheit Fragen zu stellen und persönlich mit den behandelnden Ärzten und Schwestern der Klinik ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist frei.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.