75 Jahre Orthopädische Universitätsklinik am Standort Semmelweisstraße

Pressemitteilung vom 08.07.2005
Mit einem festlichen Symposium feiert die älteste deutsche Orthopädische Universitätsklinik ihr „kleines“ Jubiläum

Seit 75 Jahren ist die Orthopädische Universitätsklinik Leipzig am Standort Semmelweisstraße zu Hause. Aus diesem Anlass veranstaltete Klinikdirektor Prof. Dr. med. Georg Freiherr von Salis-Soglio ein festliches Symposium im Hörsaal der Klinik. Neben Informationen zur Klinik und den Ansprachen des Dekans der Medizinischen Fakultät Leipzig, Prof. Dr. Wieland Kiess, und des Medizinischen Vorstands des Universitätsklinikums Leipzig, Prof. Dr. Norbert Krüger, standen folgende Themen auf dem Programm:

  1. Orthopädie und Unfallchirurgie - ein neues Fachgebiet?
  2. Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
  3. Operative Korrektur von Wirbelsäulendeformitäten
  4. Herausforderungen in der Hüft- und Knieendoprothetik
  5. Diagnostik und Therapie der Schulterinstabilität
  6. Innovatives in der operativen Rheumaorthopädie­
  7. Diagnostik und Therapieprinzipien von Tumoren der Bewegungsorgane
  8. Die Behandlung des angeborenen Klumpfußes


In seiner Begrüßungsansprache erinnerte Prof. von Salis daran, dass die Leipziger Klinik die älteste deutschen Orthopädische Universitätsklinik ist. Gegründet wurde sie im Jahr 1876 von Carl Hermann Schildbach. Die „geistige Geburtsstunde“ war aber schon im Jahr 1816, als der Gynäkologe Prof. Johann Christian Gottlieb Jörg das erste orthopädische Lehrbuch in deutscher Sprache verfasste. Ernst August Carus eröffnete 1829 die „Krankengymnastisch-orthopädische Privatanstalt“ – die erste orthopädische Bettenstation der Stadt Leipzig, die von Daniel Gottlieb Moritz Schreber, auf den die Schrebergärten zurückgehen, weitergeführt wurde. Die räumliche Situation blieb aber trotz mehrerer Umzüge unbefriedigend. Erst Franz Schede änderte diese Situation, indem er den Neubau der Klinik an der Philipp-Rosenthal-Straße durchsetzte. Diese Klinik wurde 1930 bezogen und galt in der Folgezeit als eine der modernsten und bestausgestatteten in Europa.


In der Nachkriegszeit, so von Salis weiter, sei unter den namhaften Klinikdirektoren ganz besonders Peter Friedrich Matzen herauszuheben, der die Klinik von 1955 bis 1975 leitete. Er habe die Rekonstruktion und den Umbau vieler Abteilungen veranlasst, zahlreiche neue Operationsmethoden entwickelt und die Endo­prothetik sowie Knochen- und Knorpeltransplantationen in der Klinik eingeführt.


In den Jahren 1998 bis 2001 wurde das Gebäude unter Leitung von Prof. von Salis umfassend saniert und modernisiert.


Das 75. Jubiläum des Gebäudes markiert aber auch einen weiteren Entwicklungsschub der Klinik. Im Herbst 2005 wird die Orthopädische Klinik mit ihrer Erwachsenenstation in das Operative Zentrum in der Liebigstraße umziehen. Die Kinderorthopädie wird zunächst in das Kinderzentrum Oststraße einziehen, um dann 2007 zusammen mit dem Kinderzentrum im Neubau des Frauen- und Kinderzentrums an der Liebigstraße ihr endgültiges Heim zu finden. Diese Umzüge, so von Salis, brächten eine Reihe von logistischen, organisatorischen und medizinischen Vorzügen mit sich, die am se­pa­raten Standort der Klinik in der Semmelweisstraße nicht bestünden. Beispielhaft führte er die gemeinsame Nutzung zentraler Einrichtungen (Notaufnahme, Radiologie, Labor, Operationstrakt und Intensivstation) sowie die zu erwartenden Vorteile aus der Nutzung der zentralen Forschungs- und Lehreinrichtungen in der Liebigstraße an.


Vor diesem Hintergrund sei man stolz auf die Vergangenheit, fühle ein wenig Wehmut über den Abschied von der Semmelweisstraße und freue sich auf eine harmonische Zusammenarbeit mit den Kollegen aus anderen Fächern am neuen Standort, der beste Bedingungen für eine auch weiterhin erfolgreiche Entwicklung der Orthopädie böte.



Hintergrund:


An der Klinik und Poliklinik für Orthopädie sind rund 110 Mitarbeiter tätig. Sie versorgten im Jahr 2004 rund 2450 Patienten stationär und 7.660 Patienten ambulant. Die Klinik hat 90 Betten; die durchschnittliche Verweildauer betrug 2004 11,8 Tage; die präoperative Verweildauer liegt bei weniger als 1 Tag.


Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.