Ministerpräsident Milbradt legt Grundstein für 70-Millionen-Euro teuren Klinikneubau

Pressemitteilung vom 26.05.2005
Gesundheitsboulevard des Universitätsklinikums Leipzig nimmt Gestalt an – Klinikzentren werden nach neuem Konzept gebaut und komplett miteinander vernetzt

Ministerpräsident Prof. Dr. Georg Milbradt legte heute den Grundstein für den Neubau des Zentrums für Frauen- und Kindermedizin des Universitätsklinikums Leipzig. Im Beisein von mehr als 200 Gästen wünschte er dem im Entstehen begriffenen Bau, dass er immer im Dienste der Gesundheit und des Wohlbefindens der Menschen stehen möge. „Eine medizinische Betreuung der Patienten auf höchstem und modernstem Niveau wird hier zukünftig gewährleistet sein“, freute sich Georg Milbradt über den Baubeginn.


Mit der Grundsteinlegung für das Frauen- und Kinderzentrum wird gleichzeitig der Startschuss für den neuen Gesundheitsboulevard an der Liebigstraße gegeben. Dessen Gesicht wird maßgeblich von vier Klinikzentren geprägt: dem Zentrum für Frauen- und Kindermedizin, dem Operativen Zentrum (Inbetriebnahme war Mitte 2003), dem Zentrum für konservative Medizin (Baubeginn Herbst 2005) und den Kopfkliniken am Bayerischen Platz (bereits in Betrieb). 23 der 28 Kliniken des Universitätsklinikums Leipzig werden nach dem Ende der Bauarbeiten im Jahr 2008 in diesen vier Klinikzentren untergebracht sein. ''Unser Ziel ist es, Prozesse und Zusammenhänge in der medizinischen Betreuung unserer Patienten zu verbessern oder auch völlig neu zu definieren. Der Patient steht im Mittelpunkt und wird krankheitsbildorientiert und interdisziplinär betreut. Und diesen inhaltlichen Ansatz bilden die Neubauten auch baulich ab. Das heißt unter anderem, dass medizinische Funktionseinheiten nicht baulich isoliert sind, sondern an den richtigen Schnittstellen miteinander verbunden sind'', erklärt Professor Dr. Norbert Krüger, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig das Konzept der Klinikzentren.


Der Kaufmännische Vorstand des Klinikums, Dr. Elmar Keller, ergänzt: ''Im Jahr 2008 werden wir in die drei neu errichteten Klinikneubauten insgesamt mehr als 300 Mio. Euro investiert haben und sie werden auf lange Sicht den Behandlungskomfort für unsere Patienten, die medizinischen und die unterstützenden Abläufe in der Krankenversorgung, die Arbeitsbedingungen unserer Mitarbeiter und nicht zuletzt die Wirtschaftlichkeit unseres Klinikums maßgeblich prägen. Diese Neubauten sind für uns der Schlüssel für die Zukunft.“ Keller betonte, dass es das Klinikum gegen eine breite Front von Zweiflern geschafft habe, den Neubau auf den Weg zu bringen. Voraussetzung dafür sei der dauerhafte Verzicht auf den Betriebskostenzuschuss des Freistaates Sachsen in Höhe von fast 18 Mio. Euro jährlich gewesen. Dieser Verzicht habe es ermöglicht, dass der Freistaat Sachsen den gleichen Betrag als jährlichen Investitionszuschuss für die Klinikneubauten an das Klinikum überweist. „De facto“, so Keller, „erwirtschaften wir die Investitionen aus eigener Kraft.“ Für den Freistaat Sachsen sei dies eine echte Entlastung, denn der Investitionsbedarf am Universitätsklinikum Leipzig habe auf jeden Fall bestanden. Durch den vertraglich vereinbarten Verzicht auf den Betriebskostenzuschuss und dessen Umwandlung in einen Investitionszuschuss werde der Haushalt des Freistaates nicht zusätzlich belastet, obwohl die genannten Investitionen realisiert würden.


Ausdrücklich bedankte sich der Vorstand beim Ministerpräsidenten. Dieser habe schon bei der Finanzierung des Operativen Zentrums über eine Leasing-Gesellschaft den Mut zu ungewöhnlichen und innovativen Problemlösungen gezeigt. Auch beim Zentrum für Frauen- und Kindermedizin und beim Zentrum für konservative Medizin habe Prof. Milbradt immer an den wirtschaftlichen Erfolg des Klinikums geglaubt, der den deutschlandweit wohl einmaligen Vertrag zur Sicherung der Investitionen (Dreiseitiger Vertrag zur Leipziger Hochschulmedizin) erst ermöglichte. „Dieses Vertrauen hat uns beflügelt, mit aller Kraft daran zu arbeiten, das einst defizitäre Universitätsklinikum Leipzig zu einem wirtschaftlich überaus erfolgreichen Unternehmen zu machen“, blickt der kaufmännische Vorstand zurück. „Seit 2003 belasten wir den Steuerzahler nicht mehr, weil wir keinen Betriebskostenzuschuss mehr erhalten. Dennoch erwirtschafteten wir im Jahr 2004 ein ordentliches Betriebsergebnis in Höhe von 3,2 Mio. Euro. Dieses Geld benötigen wir dringend, um alle Investitionen schnellstmöglich zu realisieren. Nur dann sind wir in der Lage, unter den geänderten Rahmenbedingungen im Gesundheitsweisen höchste Leistungen in der Versorgung der Patienten, aber auch in Forschung und Lehre zu erbringen.“


Prof. Franz Häuser, Rektor der Universität Leipzig, machte auf die Impulse aufmerksam, die von den Neubauten auf Forschung und Lehre ausgehen: „Ich bin davon überzeugt, dass sich das räumliche Zusammenführen verschiedener Fachrichtungen an einem Standort positiv auf die Forschung auswirkt“ äußerte Häuser.


Ministerpräsident Prof. Dr. Georg Milbradt nutzte die Gelegenheit zu einer Besichtigung des Untergeschosses des Operativen Zentrums. Hier ist bereits zu sehen, wie die Logistik am künftigen Großklinikum funktioniert. Computergesteuerte Batteriefahrzeuge übernehmen die gesamte Ver- und Entsorgung von Funktionsbereichen, OP-Sälen und Stationen. Laborproben und Arzneimittel werden über eine Rohrpostanlage transportiert. Viele Ver- und Entsorgungsprozesse laufen vollautomatisch und damit hoch effizient ab. Die Andockstellen der Neubauten an die Systeme sind bereits heute vorhanden. Künftig werden die Ver- und Entsorgungsprozesse wie auf kreisförmig angelegten Autobahnen unterirdisch vonstatten gehen. Lagerbestände werden auf ein Minimum reduziert, weil eine Just-in-time-Belieferung realisiert wird. Das medizinische Personal muss sich um diese Prozesse nicht mehr kümmern, so dass mehr Zeit für die Patienten bleibt.


Fakten zum Neubau:

Bauherr: Universitätsklinikum Leipzig AöR

Nutzer:

  • Zentrum für Kindermedizin
  • Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
  • Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche
  • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters
  • Klinik und Poliklinik für Diagnostische Radiologie
  • Universitätsfrauenklinik ( Triersches Institut)
  • Betriebsärztlicher Dienst

Kapazitäten: 228 Betten

Nutzfläche: 15.206 qm

Bruttogeschossfläche: 30.958 qm

Kosten: 68,8 Mio € Brutto

Termine: Bauzeit: 09/ 2004- 08/ 2007

Meilensteine:

Machbarkeitsstudie ZFK : Januar 2001

Architekturwettbewerb: 01/2003-09/2003

VOF-Verfahren: 09/2003-02/2004

Einreichung Bauantrag : 04.08.2004

Erteilung Baugenehmigung: 08.11.2004

Baubeginn Bauvorbereitende Maßn: 09/2004

Baubeginn Baugrube: 01/2005

Baubeginn Rohbau: 02/2005


Baustellen-WebCam


Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.