Gemeinsame Pressemitteilung des UKL und der Universität Leipzig

Innovationsfonds fördert Leipziger Ärzte und Apotheker im Projekt KiDSafe

Pressemitteilung vom 27.12.2016
Leipzig. Die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig und das Zentrum für Arzneimittelsicherheit engagieren sich erfolgreich für die Optimierung der Patientensicherheit in der Arzneimitteltherapie. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern wurden bereits viele arzneimittelbezogene Probleme erkannt und Präventionsstrategien erfolgreich implementiert. Auf diese Weise wurden viele Aspekte der Verordnung und Anwendung von Medikamenten bei Kindern und Jugendlichen verbessert. Leipziger Kinderärzte und Klinische Pharmazeuten wirken nun am aktuell bewilligten bundesweiten Projekt KiDSafe mit, das vom Erlanger Universitätsklinikums initiiert wurde. Hierzu erhält das Leipziger Universitätsklinikum Mittel aus dem Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Erst vor gut einem Jahr wurde das Zentrum für Arzneimittelsicherheit durch die Universität und das Universitätsklinikum Leipzig gegründet. Klinische Pharmazeuten des Instituts für Pharmazie und der Klinikapotheke bringen sich hier in zahlreichen Projekten zur Optimierung der Patientensicherheit in der Arzneimitteltherapie ein. "Von zentraler Bedeutung ist dabei die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern. Der enge Austausch mit den Pflegeberufen sowie Patienten und Angehörigen spielt für uns ebenfalls eine entscheidende Rolle", erklärt Professor Dr. Thilo Bertsche, Forschungsdirektor am Zentrum.  Ein Schwerpunkt dieser Zusammenarbeit liegt im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin. "Eine sichere Arzneimitteltherapie mit dem bestmöglichen Nutzen für unsere Patienten ist eines unserer zentralen Anliegen. Von der guten Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern profitieren dabei nicht nur unsere Patienten und ihre Eltern. Sie trägt auch Früchte in der Forschung", erläutert Professor Dr. Wieland Kiess, Direktor der UKL-Kinderklinik.

In kontrollierten Interventionsstudien in Leipzig erwies die Einbindung des Apothekers in das interdisziplinäre und schnittstellenübergreifende Behandlungsteam als effektiv, um Verordnungs- und Anwendungsfehlern vorzubeugen. Auch Eltern wurden erfolgreich bereits während des stationären Aufenthaltes ihres Kindes in die Arzneimittelhandhabung eingebunden. Privatdozentin Dr. Astrid Bertsche, Oberärztin für das Sozialpädiatrischen Zentrum und Projektleiterin für KiDSafe in der Leipziger Universitätskinderklinik, führt aus, dass auch Kinder und Jugendliche selbst mehr Verantwortung für ihre eigene Arzneimitteltherapie übernehmen können. "Bei der Anwendung von Epilepsiemedikamenten außerhalb der Zulassung wurden Routinedaten ausgewertet und dadurch wichtige Erkenntnisse zur praxisnahen Nutzen-Risiko-Abwägung erhalten", so Dr. Bertsche. Auch an Erzieher und Lehrer richteten sich Maßnahmen zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit. Die Beratung zur Arzneimittelanwendung ging dabei auch ganz neue Wege, wenn beispielsweise spezielle Puppen eingesetzt werden, um an diesen die Arzneimittelanwendung für Notfallmedikamente zu üben.

Diese interdisziplinäre und schnittstellenübergreifende Expertise aus Leipzig soll nun in das bundesweite Projekt KiDSafe eingebracht werden. KiDSafe wurde von der Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikums Erlangen initiiert und umfasst als Partner renommierte Universitätsklinika, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die Techniker Krankenkasse, die wissenschaftliche Fach­gesellschaft der Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland (DGKJ) sowie die ABDA - Bundesvereinigung Deut­scher Apothekerverbände. Das Konsortium hat es sich zum Ziel gesetzt, ein digitales Kinderarzneimittel-Informationssystem zusammen mit Qualitätszirkeln in zwölf repräsentativen Kinderkliniken und den zuweisenden Kinderarztpraxen einzuführen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt zirka sechs Millionen Euro im Rahmen der Entwicklung neuer Ver­sorgungsformen im Gesundheitswesen gefördert und soll im Mai 2017 starten.

 

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.