Neue Abfüllanlage für Radiopharmaka am UKL

Leipziger Radiopharmazie erster Produktionsstandort in Mitteldeutschland für radioaktive Arzneimittel für die PET-Diagnostik mit vollautomatischer Abfüllung

Pressemitteilung vom 21.12.2016
An der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Leipzig wurde eine Abfüllanlage für Radiopharmaka, die zu diagnostischen Zwecken benötigt werden, in Betrieb genommen. "Bisher wurden die in unserem Labor produzierten Radiopharmaka im Reinraum per Hand in speziellen Apparaturen für den Anwender in sterile Produktflaschen mit Kautschukseptum zur Entnahme abgefüllt", erläutert Prof. Marianne Patt, Leitende Radiochemikerin der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin.

"Mit der neuen Abfüllanlage wird dieser Prozess vollautomatisch und ohne das bisher notwendige Durchstechen der Septen erfolgen. Man kann die Radiopharmaka entsprechend den Anforderungen des Kunden abfüllen. Auch die Ausschleusung der Produktflaschen direkt in Bleicontainer zum Transport erfolgt vollautomatisch" ergänzt ihr Kollege, Dr. Andreas Schildan, Radiochemiker der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin.

Die PET-Radiopharmaka, kurzlebige radioaktive Arzneimittel für die Positronen-Emissions-Tomographie (PET), werden nicht nur im Universitätsklinikum Leipzig (UKL) benötigt, sondern auch in anderen Krankenhäusern und Praxen in der Region. Das Radiopharmazielabor des UKL ist der erste Produktionsstandort im Mitteldeutschland, der solche Substanzen unter höchsten Reinraumbedingungen vollautomatisch abfüllen kann.

PET-Radiopharmaka sind eine relativ junge Gruppe von diagnostischen Arzneimitteln. Die häufigste nuklearmedizinische Anwendung ist die Tumordiagnostik mit einem Glukosederivat, 2-Fluordeoxyglukose (FDG). Zudem werden Radiopharmaka unter anderem auch bei neurologischen Fragestellungen wie der Alzheimer Demenz angewendet.

Durch die nahezu vollautomatisierte Technik ist das neue Abfüllsystem sehr flexibel und kann je nach Zahl der zu versorgenden Patienten auch mehrmals am Tag in Betrieb gehen. Die neue Anlage erfüllt sowohl die höchst anspruchsvollen Anforderungen an die Herstellung und Konfektionierung von Arzneimitteln als auch und strahlenschutztechnischen Auflagen.

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