Spitzenforscher diskutieren Zusammenhang von HPV-Infektionen und Kopf-Hals-Tumoren

Prof. Dr. Dietz, Direktor der HNO-Klinik am Universitätsklinikum, zum Sprecher des neuen Tumorzentrums Leipzig gewählt

Pressemitteilung vom 29.10.2016
Bild vergrößern Prof. Andreas Dietz, Direktor der HNO-Klinik an Universitätsklinikum Leipzig und neuer Leiter des Tumorzentrums Leipzig.
Foto: Stefan Straube/UKL
 

Der Zusammenhang von Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) und Kopf-Hals-Tumoren steht im Mittelpunkt eines Internationalen Symposiums am 3. und 4. November 2016 in Leipzig. Wie Prof. Dr. Andreas Dietz, Direktor der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Leipzig und wissenschaftlicher Leiter des Symposiums, erläutert, spielen Infektionen mit HPV bei der Entstehung von Kopf-Hals-Tumoren eine wachsende Rolle: "In manchen Bereichen der USA gibt es bis zu 90 Prozent einen Zusammenhang zwischen HPV und Kopf-Hals-Tumoren, in Deutschland liegen wir bei 25 bis 30 Prozent. Durch die Arbeiten der internationalen Spitzenforscher, die wir für unsere Veranstaltung gewinnen konnten, wird deutlich gemacht, dass Informationen zur Genetik und zur Tumorbiologie höchst bedeutsam sind für die Wahl der Therapiestrategien."

Auf dem Kopf-Hals-Symposium in Leipzig werden renommierte Experten der klinischen Forschung erwartet, die neue vielversprechende Therapieansätze präsentieren. "Klinische Studien weisen darauf hin, dass HP-Viren sehr gut auf neue immun-onkologische Therapieansätze reagieren", so Prof. Dietz. "Beispielsweise ist es heute möglich, mit Medikamenten die körpereigenen Immunzellen für den Kampf gegen den Krebs zu aktivieren. Den Tumorzellen, die dem Immunsystem Ungefährlichkeit vorgaukeln, wird sozusagen die Maske weggerissen." Wichtig dafür sind Erkenntnisse zur Tumorbiologie und zur Genetik. Nicht nur Studien in den USA, auch das in Leipzig angesiedelte LIFE-Großforschungsprojekt zeigt, dass eine genetische Charakterisierung möglich ist.

"Um es einfach zu sagen: Wir können differenzieren den Tumortyp, der einen Missbrauch von Tabak und Alkohol als Ursache hat, im Unterschied zum Tumortyp, der eine HPV16-Assoziation hat", so Prof. Dietz. "Warum ist die Unterscheidung wichtig? Weil der HVP16-Typ besser auf Therapien anspricht, besonders auf die neuen immun-onkologischen." Auf dem Symposium, zu dem etwa 100 Ärzte und Wissenschaftler aus Europa und den USA nach Leipzig kommen, werden zudem neue minimal-invasive und transorale Operationstechniken bei Kopf-Hals-Tumoren diskutiert.

Prof. Dietz wurde unterdessen zum Sprecher des neuen Tumorzentrums Leipzig gewählt. Dieses widmet sich der Zusammenarbeit von Universitätsklinikum Leipzig, Klinikum St. Georg, Helios Park-Klinikum Leipzig, Helios Klinik Schkeuditz, Helios Klinik Leisnig, St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig, Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig, Sana Kliniken Leipziger Land, Kreiskrankenhaus Torgau "Johann-Kenntmann", Kliniken Delitzsch und Eilenburg (Kreiskrankenhaus Delitzsch), Klinikum Döbeln, Collm Klinik Oschatz, Muldentalklinken (Krankenhaus Grimma und Krankenhaus Wurzen), Sachsen-Klinik Naunhof und einer Vielzahl von niedergelassenen Ärzten zum Vorteil der Krebspatienten der Region. Aufgaben des Tumorzentrums sind beispielsweise die Vernetzung aller Beteiligten, eine Qualitätssicherung der onkologischen Versorgung und die Förderung einer patientenorientierten Forschung.

Info:
Symposium HPV-Infektion und Kopf-Hals-Tumoren
3. und 4. November 2016
Seaside Park Hotel Leipzig

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.