Info-Tag im Kinder-Kontinenzzentrum des Uniklinikums Leipzig am 29. Oktober

Angeborene Fehlbildungen des Enddarms und Morbus Hirschsprung stehen im Mittelpunkt

Pressemitteilung vom 24.10.2016
Leipzig. Angeborene Fehlbildungen im Bereich des Enddarms treten selten auf – in Sachsen gibt es, gerechnet auf alle Geburten im Freistaat, gerade einmal zehn bis 20 neue Fälle pro Jahr. Die Erkrankungen werden als anorektale Fehlbildungen bezeichnet. Auch die Krankheit Morbus Hirschsprung gehört dazu, bei der in einem Teil des Darms die Nervenzellen fehlen, die einen Transport des Stuhls Richtung After ermöglichen. Auch wenn es relativ wenige Betroffene gibt – sie sind auf umfassende Unterstützung angewiesen, die meisten Patienten ein Leben lang. Am Universitätsklinikum Leipzig findet dazu am 29. Oktober ein Informationstag im Kinder-Kontinenzzentrum statt.
Bild vergrößern Das Team Urodynamik des Kontinenzzentrums und Prof. Martin Lacher (li.), Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, stehen beim Informationstag am 29. Oktober für die Fragen betroffener Eltern zur Verfügung.
Foto: Stefan Straube / UKL
 

"Mit der Veranstaltung wollen wir Patienten und Eltern über Verbesserungen in der Therapie informieren. Außerdem sollen Eltern untereinander die Möglichkeit haben, ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen", sagt Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL und wissenschaftlicher Leiter der Veranstaltung.

Zum Patienten-Informationstag im Kontinenzzentrum für Kinder vermitteln Ärzte und Therapeuten unter anderem, was Stuhlkontinenz ausmacht, welche Möglichkeiten der Diagnostik es gibt und wann diese sinnvoll sind. Auch die Ernährung bei Kindern mit Stuhlinkontinenz und Verstopfung wird in einem Vortrag näher betrachtet. In einer Diskussionsrunde mit allen anwesenden Experten können Eltern ihre persönlichen Fragen stellen.

Bei der Veranstaltung am 29. Oktober wird auch das neue Interdisziplinäre Kontinenztraining vorgestellt, welches künftig einmal im Monat stattfindet. "Kinderchirurgen, Psychiater und Physiotherapeuten arbeiten bei diesem Training einen ganzen Tag lang im Team mit den kleinen Patienten und ihren Eltern zusammen, um mit Hilfe von Gesprächen, Übungen und Schulungen das bestmögliche individuelle Kontinenzergebnis für das Kind zu erzielen", erklärt Professor Lacher. Alle drei Monate sollen dann weitere Teamgespräche folgen.

Beim Infotag im Kinder-Kontinenzzentrum am UKL informiert auch der Selbsthilfeverein SoMA e.V. über seine Arbeit, mit dem die Kinderchirurgie am UKL zusammenarbeitet. Der Verein bietet Unterstützung und verschiedene Angebote für Menschen mit angeborenen Fehlbildungen im Enddarm-Bereich und Morbus Hirschsprung. Die Organisation versteht sich als Bindeglied zwischen Fachleuten und Betroffenen.

Kinder-Kontinenzzentrum am UKL

Im pädiatrischen Kontinenzzentrum am UKL werden jedes Jahr mehr als 800 Kinder und Jugendliche ambulant betreut. Hier sorgen Spezialisten aus der Kindermedizin, Neuro-Urologie, Uro-Gynäkologie, Koloproktologie und Physiotherapie fachübergreifend dafür, dass funktionelle Beckenerkrankungen optimal behandelt werden.

 

Kurz-Info:

Patienten-Informationstag im Kontinenzzentrum für Kinder
Samstag, 29. Oktober 2016
10 - 14 Uhr

Liebigstraße 20a, Haus 6
Besprechungsraum Cerutti / Trier

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.