Notfallmedizin in Zeiten von Terrorgefahr

Über 350 Fachkräfte für Notfallmedizin diskutieren aktuelle Themen beim LIFEMED-Symposium am UKL

Pressemitteilung vom 17.10.2016
Leipzig. Über 350 Fachkräfte aus der Notfallmedizin - Ärzte, Pfleger, Rettungsdienstmitarbeiter - treffen sich vom 21. bis zum 23. Oktober zum vierten Interdisziplinären Forum für Notfallaufnahme und Notfallmedizin (LIFEMED) am Universitätsklinikum Leipzig. Als aktuelles Thema mit auf dem Programm steht die Frage, welche Herausforderungen sich in Zeiten von Terrorgefahr für die Notfallmediziner stellen.
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Foto: Stefan Straube / UKL
 

"Als Notaufnahmen und Notfallmediziner sind wir grundsätzlich immer auch auf den Extremfall vorbereitet", erklärt dazu Prof. André Gries. Zusammen mit seinen Mitarbeitern veranstaltet der Leiter der Zentralen Notfallaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig zum vierten Mal das LIFEMED-Symposium am UKL. In diesem Jahr startet die dreitägige Veranstaltung mit einem hochaktuellen Thema - der Frage, was die Terrorgefahr für  die Notfallmedizin bedeutet. "Der Terror, wie wir ihn in den vergangenen Monaten leider in Europa erleben mussten, bringt auch für uns als zivile Einrichtungen neue Situationen mit sich", so Gries. "Das Besondere ist zum einen die andere Art der Verletzungen, die in einem solchen Fall bei vielen Menschen zu versorgen wären, und zum anderen die anzupassende Einsatztaktik der Rettungskräfte vor Ort, die zum Beispiel in einer unklaren Lage oder trotz weiterbestehender Gefährdung tätig werden." Seit der Programmplanung für LIFEMED vor einem Jahr hat sich die Relevanz des Themas Terrorgefahr leider weiter erhöht. An vielen Stellen reagierten hierzulande die Rettungsdienste und Notfallmediziner bereits, zum Beispiel durch eine veränderte Ausstattung der Rettungswagen ähnlich wie in der Militärmedizin. Gries: "Wir alle müssen uns diesen Herausforderungen stellen, auch wenn unsere Hauptaufgabe natürlich nach wie vor die klassische Versorgung von Notfällen ist und bleibt".     

Entsprechend widmet sich das Forum an drei Tagen auch vielen Fragen aus dem Alltag der Kollegen in den Notfallaufnahmen und Rettungsdiensten. Das Spektrum reicht von der Versorgung von Schwerverletzten über den  Umgang mit Rückenschmerzen oder Drogenmissbrauch bis zur Behandlung psychiatrischer Notfälle. Neben den klassischen Themen werden aber auch weniger übliche Situationen beleuchtet - Notfälle in Passierflugzeugen zum Beispiel oder die drei interessantesten Fälle des letzten Jahres.

Parallel zu den Vorträgen finden am Samstag fünf Workshops zum praktischen Üben statt, gefolgt von einem Workshop zur Interdisziplinären Notfallmedizin für Berufseinsteiger am Sonntag. "Wir freuen uns sehr über die  jährlich wachsende Resonanz auf unser Forum", sagt Prof. Gries. "Die Notaufnahmen erleben nach wie vor eine zunehmende Nachfrage, mit steigenden Patientenzahlen sowohl in kleinen wie auch in großen Kliniken", so der Notfallmediziner. "Das zeigt einmal mehr, wie zentral und wichtig unsere Aufgabe ist, und dass es von entscheidender Bedeutung ist, dass die in den Notaufnahmen und im Rettungsdienst tätigen Kollegen auch entsprechend gut auf diese Aufgabe vorbereitet sind".  

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.