Elektronische Patientenakte wird mobil – einfach, sicher und hoch performant

Pressemitteilung vom 26.04.2005
Universitätsklinikum Leipzig entwickelt neues Konzept zur mobilen Nutzung der EPA auf der Basis etablierter Komponenten – Lösung stieß zur CeBIT 2005 auf großes Interesse – Präsentation auch auf ITeG

In der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Leipzig haben Ärzte und Pflegekräfte die Elektronische Patientenakte (EPA) jederzeit dabei – auf mobilen Endgeräten. Die Nutzer sind mit der Mobillösung hoch zufrieden, denn sie können überall auf patientenbezogene Dokumente, radiologische Bilder und Befunde, Laborbefunde, Kurven, Pflegeplanung und –dokumentation zugreifen. Die dafür am Universitätsklinikum Leipzig entwickelte EDV-Lösung ist äußerst stabil und leistungsfähig, wodurch die Arbeit des medizinischen Personals erleichtert wird. Aus der Klinikroutine ist die mobile EPA inzwischen nicht mehr wegzudenken.


Die Problemstellung bei der Entwicklung des EDV-Konzeptes war nicht gerade einfach, denn im Klinikumfeld gibt es viele Faktoren, die eine Mobillösung beeinflussen. Auf Grund der baulichen Gegebenheiten und der verwendeten Baumaterialien in Kliniken ist die Vollausleuchtung des Funknetzes aufwändig und muss mit hoher Redundanz ausgelegt werden. Dennoch können Störquellen wie Container das Netz beeinträchtigen. Höchste Anforderungen stellen auch die Datensicherheit und der Datenschutz. Selbst große Datenmengen wie digitale radiologische Bilder müssen mit akzeptablen Antwortzeiten verfügbar sein. Systemabstürze und Datenverlust darf es nicht geben.


Der Bereich Informationsmanagement des Klinikums und das Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Medizinischen Fakultät Leipzig lösten diese Problemstellung, indem sie eine Terminal-Server-Lösung basierend auf Citrix konzipierten, welche auf zwei Intel-basierten PRIMERGY RX300 betrieben wird. An Stelle der realen Patientendaten werden Bildschirmausgaben des Anwendungssystems SAP IS-H*MED als Bit-Stream auf die mobilen Endgeräte übertragen. Als Terminals werden der STYLISTIC Tablet PC und das Convertible LIFEBOOK von Fujitsu Siemens Computers genutzt. Zusätzlich zu den Sicherheitsmechanismen des WLAN (802.11b) wird das Citrix-eigene ICA-Protokoll nach RSA-RC5 mit 128 Bit verschlüsselt. Die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) ist für die Anwendung im klinischen Bereich absolut unkritisch. Sie liegt deutlich unter der Feldstärke der in Krankenhäusern üblichen DECT-Telefone.


Für die Anwender ist diese Lösung sehr komfortabel: Sie arbeiten weiterhin in ihrer gewohnten EDV-Umgebung und können sicher sein, dass im Falle der Unterbrechung der Funkverbindung keine Daten verloren gehen, weil das eigentliche Anwendungsprogramm auf dem Server läuft. Der wesentliche Vorteil der mobilen Nutzung der Elektronischen Patientenakte liegt aber darin, dass der durch die bisher noch notwendige Verwendung von Papierakten am Patientenbett entstehende zeit- und kostenintensive Medienbruch eliminiert wird. Dieser Medienbruch ist im klinischen Alltag sehr relevant. Er verhindert die unmittelbare und zeitnahe Dokumentation von Befunden, ärztlichen und pflegeri-schen Leistungen im SAP, den Zugriff auf die Elektronische Patientenakte mit allen darin enthalten Dokumenen sowie den angeschlossenen Subsystemen direkt am Patientenbett. Diesbezügliche Erfahrungen von Ärzten und Pflegekräften flossen in der Projektierungsphase in das Projekt ein. Sehr viel Input lieferten die Pflegekräfte auch bei der Entwicklung der elektronischen Formulare und der Erfassungsmasken, mit denen eine qualitativ und quantitativ deutlich bessere Dokumentation der Pflegeleistungen möglich ist. Für die Ärzte war dagegen die schnelle Verfügbarkeit der Daten besonders wichtig, damit der Routine-Workflow nicht gebremst wird. Aus ihrer Sicht ist die Verfügbarkeit von radiologischen Bildern und Befunden in kurzer Zeit und guter Qualität auf den mobilen Endgeräten besonders wichtig.


Das technische Konzept hat sich als sehr robust und sicher erwiesen. Es stellt eine ideale informationstechnologische Unterstützung des Versorgungsprozesses für die Patienten dar, weil es zeitnahe therapeutische Entscheidungen direkt am Patienten fördert. Pflegeleistungen werden vollständig und effizient erfasst. Darüber hinaus werden die Pflegezeiten komplett dokumentiert. Das erhöht einerseits die Rechtssicherheit für das Universitätsklinikum und hat andererseits auch Auswirkung auf die fallbezogene Abrechnung der Pflegeleistungen. Die Reaktionszeiten der Applikationen sind auf den mobilen Endgeräten sogar besser als auf den Desktop-Geräten, weshalb die Akzeptanz der Lösung bei Pflegekräften und Ärzten sehr hoch ist. Die Wartung erfolgt preiswert und unkompliziert zentral. Eine Ausweitung dieser Mobility-Lösung auf weitere Kliniken ist ebenso geplant, wie die Kopplung weiterer Applikationen (z. B. elektronische Leistungsanforderung, Apothekensoftware) an das System.


An der Umsetzung des Konzeptes beteiligte das Universitätsklinikum Leipzig die Firma perdata Gesellschaft für Informationsverarbeitung Leipzig (Citrix-Lösung), die Firma enterasys (WLAN) und die Firma Fujitsu Siemens Computers (mobile Endgeräte).


Auch andere Krankenhäuser können von den Erfahrungen des Leipziger Universitätsklinikums profitieren. Der Bereich Informationsmanagement bietet vom Consulting bis zur betriebsfertigen Einführung des Systems eine breite Palette von Dienstleistungen zur Einführung dieser Lösung an.


Ansprechpartner:

Dirk Jaeckel

Leiter Informationsmanagement

Telefon: (0341) 97 15 800

Telefax: (0341) 97 15 809

e-Mail: dirk.jaeckel@uniklinik-leipzig.de


Video über die Mobile Elektronische Patientenakte:

Video (AVI-Datei)


Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.