58-Millionen-Euro-Investition: Grundstein für neues Klinikzentrum gelegt

Mehr Raum für Krankenversorgung, Lehre und Forschung

Pressemitteilung vom 17.06.2016
Leipzig. Seit Jahresanfang baut das Universitätsklinikum Leipzig ein neues großes Klinikzentrum an der Liebigstraße. Bis 2018 entstehen hier auf rund 10.100 Quadratmeter Nutzfläche unter anderem mehrere Ambulanzen sowie Pflegestationen mit insgesamt 140 Betten. Hauptnutzer sind die Kinder- und Jugendmedizin und das Universitäre Krebszentrum Leipzig (UCCL). Heute legte Staatsminister Sebastian Gemkow in Vertretung des Ministerpräsidenten gemeinsam mit dem Vorstand des UKL, dem Dekan der Medizinischen Fakultät und mehr als 200 Gästen feierlich den Grundstein für das Neubauprojekt.
Bild vergrößern Legten am 17.6. 2016 den Grundstein für den Klinikneubau Haus 7: UKL-Vorstand Prof. Wolfgang Fleig, Staatsminister Sebastian Gemkow, Prof. Michael Stumvoll, Dekan der Medizinischen Fakultät und Marya Verdel, Kaufmännischer UKL-Vorstand.
Foto: Stefan Straube/ UKL
 
Bild vergrößern Hier entsteht am UKL bis 2018 das neue Klinikzentrum Haus 7.
Foto: Stefan Straube/ UKL
 

Per Kran schwebte der Grundstein für das derzeit größte Bauprojekt am Universitätsklinikum Leipzig vom Festgelände in die Baugrube. An deren Stelle stand bis 2013 das ehemalige Bettenhaus, ein 40 Meter hoher, markanter Plattenbau aus den 80iger Jahren, der fast 30 Jahre das Gesicht der Liebigstraße prägte und vielen Leipzigern gut in Erinnerung ist.
Hier wächst nun das nächste große Klinikzentrum des UKL - Haus 7, das sich einreiht in die Riege der Bauten der vergangenen 15 Jahre. Sowohl optisch als auch inhaltlich bildet das neue Gebäude eine Ergänzung der UKL-Kliniken: Die Fassade wird den Stil der Gebäude der konservativen, der operativen und der Kindermedizin aufgreifen, an die sich der Neubau nahtlos anschließt.
Dementsprechend entstehen direkte Verbindungsgänge zwischen dem Haus 6, Frauen- und Kindermedizin, und dem Neubau. So werden die Ambulanzbereiche der Kinderklinik einschließlich der Kindernotfallaufnahme vergrößert, aber auch neue Flächen für das universitäre Krebszentrum mit einer zentralen Anlaufstelle für Tumorpatienten etabliert. Auf insgesamt 10.100 m² wird Platz geschaffen für 140 Betten für die stationäre Patientenversorgung, eine weitere Cafeteria und Räume für Verwaltung, Lehre und Forschung. Rund 58 Millionen Euro fließen in den Bau.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der kurzfristig verhindert war, übermittelte Grüße zur feierlichen Grundsteinlegung am 17. Juni 2016 und hob dabei die besondere Bedeutung des UKL hervor: "Das Universitätsklinikum Leipzig ist ein wichtiger Knotenpunkt der Spitzenmedizin innerhalb des Netzwerkes für die gute gesundheitliche Versorgung in ganz Sachsen. Mit dem Klinikbau sorgen wir dafür, dass der medizinische Fortschritt neuen Raum erhält", so Tillich. "Es braucht dafür Investitionen in Millionenhöhe. Dazu bekennt sich der Freistaat, auch im Entwurf für den nächsten Doppelhaushalt."

Staatsminister Sebastian Gemkow, der in Vertretung die Hammerschläge zur Grundsteinlegung ausführte, sagte: "Ich freue mich über die große Investition, die mit dem Neubau vorgenommen wird. Mit Investitionsmitteln von insgesamt 85 Millionen Euro für Universität und Klinikum bekennt sich der Freistaat Sachsen zum Medizinstandort Leipzig. Hier entsteht ein neuer Leuchtturm der Medizin, der die überregionale Ausstrahlung unserer Stadt weiter verstärkt."

"Wir freuen uns sehr über diese dringend benötigte Erweiterung unserer klinischen Flächen", betonte Prof. Wolfgang E. Fleig. Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. "Seit Jahren steigen die Zahlen der von uns stationär und ambulant behandelten Patienten, was uns sehr freut, aber auch in manchen Bereichen an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen lässt", so Fleig weiter. Die Möglichkeiten, innerhalb der vorhandenen Räume zu optimieren und umzubauen, wurden in den letzten Jahren ausgeschöpft. Unter anderem mit Interimslösungen für neue Bereiche wie die Interventionelle Angiologie, eine spezielle Station für Infektionserkrankungen und das neue Institut für Hygiene.
"Auf die sich immer schneller verändernden Anforderungen an Klinikbauten regieren wir mit einer größtmöglichen Variabilität der Grundrisse im neuen Zentrum", erläutert Prof. Fleig. So können später unkomplizierter Umnutzungen vorgenommen werden. "Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass wir auf entstehende Notwendigkeiten sehr flexibel reagieren müssen - flexibler, als dies klassische Klinikbauten erlauben".

Mit dem Neubau bekommt nun vor allem die Krebsmedizin den Platz, den diese heutzutage benötigt: Die Portalambulanz des universitären Krebszentrums inklusive onkologischer Tagesklinik, einer kinderonkologischen Ambulanz und dem Brustzentrum. Spezialsprechstunden, Beratungsangebote, stationäre Diagnostik und Behandlung sind somit künftig unter einem Dach vereint.
Auch die Kliniken des Zentrums für Frauen- und Kindermedizin vergrößern sich im Zuge des Neubaus: Bereits in diesem Jahr wird im Bestand ein 5. Kreißsaal gebaut, Kapazitätserweiterungen in der Neonatologie und der Wochenstation schließen sich im Zuge des Neubaus an.

Insgesamt bauen das Universitätsklinikum Leipzig und die Medizinische Fakultät aktuell an fast 12 Stellen auf dem Medizin-Campus. Viele der Bauarbeiten erfolgen innerhalb der vorhandenen Gebäude, wie beispielsweise die Erweiterung des Gefäßmedizinischen Zentrums. Saniert werden das Institut für Anatomie und das Studienzentrum, während die alte Mediziner-Mensa in einem kompletten Umbau zu einem modernen Studierenden-Zentrum mit Lernklinik, Bibliothek und neuer Speiseversorgung wird.
Im Hintergrund wird zudem an vielen Stellen die Infrastruktur ergänzt, um mit den wachsenden Gebäuden Schritt halten zu können.

Während schon in zwei Jahren der Neubau Haus 7 in Betrieb gehen wird, werden die Bauarbeiten rund um die Liebigstraße noch länger andauern: Schon heute geplant sind mögliche Erweiterungen des neuen Zentrums. "Wenn wir und die Bedürfnisse unserer Patienten so weiter wachsen wie bisher, dann ist dies nicht der letzte Grundstein, der an dieser Stelle gelegt wird", so Prof. Fleig.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.