P.A.R.T.Y.-Projekt mit ernstem Hintergrund

Uniklinikum Leipzig beteiligt sich an bundesweiter Aktionswoche zur Verkehrssicherheit

Pressemitteilung vom 10.06.2016
Leipzig. Am Universitätsklinikum Leipzig findet am 15. Juni die nächste Veranstaltung im Rahmen des P.A.R.T.Y.-Projektes statt. Was nach Spaß klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Das Programm will Jugendlichen deutlich machen, welche Konsequenzen ein Verkehrsunfall haben kann. Dazu durchlaufen sie am UKL einen Tag lang die gleichen Stationen wie ein Patient, der bei einem Unfall schwere Verletzungen erlitten hat. Der Projekttag findet im Rahmen der bundesweiten P.A.R.T.Y.-Aktionswoche statt. Diese hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie zusammen mit der Akademie der Unfallchirurgie anlässlich des Tages der Verkehrssicherheit aufgelegt.
Bild vergrößern Beim P.A.R.T.Y.-Projekt lernen Schüler die Versorgung von Unfallopfern am UKL kennen.
Foto: Stefan Straube
 

"Unser Ziel ist es, die Jugendlichen für die Folgen zu sensibilisieren, die ein Verkehrsunfall haben kann. Sie sollen sehen, dass ein Moment der Unachtsamkeit oder Alkohol am Steuer mit nachfolgendem Unfall dazu führen kann, dass sich das Leben möglicherweise total ändert, dass ein Patient monatelang im Krankenhaus behandelt wird und viele Dinge, wie das Bewegen des Arms nach einem Ellenbogenbruch, erst mühsam wieder trainieren muss", sagt Professor Dr. Christoph Josten, Geschäftsführender Direktor der Klinik und Poliklinik Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, unter deren Leitung die Veranstaltung am UKL organisiert wird. Denn gerade bei jungen Erwachsenen sind die Gründe für einen solchen Unfall häufig die gleichen: Überschätzung und Nachlässigkeit ebenso wie Fahren unter Drogen- und Alkoholeinfluss.

Zur Veranstaltung am 15. Juni werden am UKL Berufsschüler aus Schkeuditz erwartet. Drei Mal im Jahr wird das P.A.R.T.Y.-Projekt am UKL angeboten. "Wir sind maximal ausgelastet, die Nachfrage ist sehr groß", sagt Dr. Ralf Henkelmann von der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, der das Projekt mit organisiert. Auch die Rückmeldung der Schüler, nachdem sie am UKL zu Gast waren, seien durchgehend positiv. "Die Jugendlichen sind immer sehr beeindruckt", so der Mediziner.

Mehrere Bereiche des Uniklinikums vermitteln beim P.A.R.T.Y.-Projekt einen Einblick in ihre tägliche Arbeit und damit auch in die tägliche Behandlung von Unfallopfern: Neben Intensivstation und Notfallaufnahme sind auch eine so genannte Normalstation der Unfallchirurgie sowie die Physiotherapie beteiligt. Auch die Polizeidirektion Leipzig und das Deutsche Rote Kreuz arbeiten bei diesem Präventionsprogramm mit dem UKL zusammen. Am Ende des Projekttages steht ein Gespräch mit einem ehemaligen Patienten, der bei einem Unfall verletzt und anschließend im Universitätsklinikum behandelt wurde.

Die Idee für das Projekt stammt aus Kanada. P.A.R.T.Y. steht als Abkürzung für den englischen Namen des Projekts, der übersetzt "Prävention von Alkohol- und risikobedingten Traumen bei Jugendlichen" heißt. Eine Krankenschwester, die in den 1980er Jahren in der Notfallambulanz eines Krankenhauses arbeitete, wollte Schülern in Unfallkliniken zeigen, wie sich hier Menschen jeden Tag um viele Verkehrsopfer kümmern. Gerade die jungen Verkehrsteilnehmer sollten so sehen und miterleben, was es heißt, die Folgen eines schweren Unfalls zu verarbeiten. Derzeit gibt es mehr als 100 Programme in fünf Ländern.

In Deutschland hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie die Schirmherrschaft für das Projekt mit großem Erfolg übernommen. Am Uniklinikum Leipzig wird das Projekt seit 2014 angeboten.

Weitere Informationen: http://www.partyprogram.de/
Unter dem Menüpunkt "Für Schulen" sind Anmeldungen möglich.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.