Minimalinvasive Behandlung von Lungenkrebs

Moderne Videokamera und kleine Schnitte statt Rippenspreizer

UKL-Thoraxchirurgie setzt auf VATS-Verfahren

Pressemitteilung vom 31.05.2016
Leipzig. Diese Diagnose klingt immer erst einmal niederschmetternd: Lungenkrebs. Wenn die Voraussetzungen stimmen, lautet der erste Behandlungsschritt, den Anteil des Lungenflügels zu entfernen, welcher den Tumor in sich trägt. Meist sind dafür große Schnitte notwendig. Doch die Entwicklung der minimalinvasiven Chirurgie – nur kleine und kleinste Schnitte – schreitet auch bei Eingriffen am Brustkorb voran. Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) setzt der Bereich Thoraxchirurgie der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie zunehmend auf das so genannte VATS-Verfahren.
Bild vergrößern Dr. Sebastian Krämer, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie (rechts), und Dr. Yusef Moulla bei der Planung der nächsten Operation. Krämer erklärt seinem Kollegen die Besonderheiten des thoraskopischen Linearstaplers, der beim VATS-Verfahren zum Einsatz kommt.
Foto: Stefan Straube / UKL
 

VATS steht für "video-assisted thoracic surgery", also für eine Operation im Brustkorbbereich unter Videokamerasicht. "Frühe Stadien des Lungenkrebses können mit diesem Verfahren sicher operiert werden", erläutert Dr. Sebastian Krämer, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Durch die Fortentwicklung moderner Instrumente und sicherer Klammernahtgeräte seien auch diese Eingriffe im Brustkorb möglich geworden. "Und die Patienten fragen nach dieser Methode", weiß Dr. Krämer, "die ersten erfolgreichen Eingriffe sind bereits erfolgt."

Der Thoraxchirurg kennt die Vorteile des Verfahrens: "Ein geringeres OP-Trauma - zum Beispiel können große Schnitte und die Anwendung des Rippenspreizers vermieden werden -, eine geringere Entzündungsreaktion, geringerer Bedarf an Schmerzmitteln und schnellere Erholung."
Ob die Methode für einen Patienten geeignet ist, entscheidet sich oft bereits in der thoraxchirurgischen Sprechstunde, wenn der Arzt die Vorbefunde und das vorhandene Bildmaterial sichtet.  

 

Thoraxchirurgische Sprechstunde der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Fachbereich Thoraxchirugie
Bereichsleiter: Prof. Dr. Uwe Eichfeld

mittwochs von 8 bis 13 Uhr,
Haus 4,
Liebigstraße 20,
04103 Leipzig

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Markus Bien.