Bessere Heilungschancen: Internationale Tagung befasst sich mit Biomaterialien

Pressemitteilung vom 31.05.2016
Bei einem internationalen Symposium am 24. und 25. Juni an der Universität Leipzig tauschen sich Experten aus verschiedenen Regionen der Welt über Fortschritte bei der Entwicklung von Biomaterialen aus, die Heilungsprozesse in Haut- und Knochengewebe unterstützen sollen. Die Forscher diskutieren, wie die Wirkung dieser funktionellen Biomaterialien in Anlehnung an die natürliche Gewebeentwicklung und -heilung verbessert werden kann. Veranstaltet wird die Konferenz "Frontiers in Biomaterial Science" von Wissenschaftlern des Sonderforschungsbereichs (SFB) Transregio 67 "Funktionelle Biomaterialien zur Steuerung von Heilungsprozessen in Knochen- und Hautgewebe - vom Material zur Klinik". Es werden etwa 150 Teilnehmer aus den USA, Singapur, Australien, Frankreich, der Schweiz, England und Deutschland erwartet.

"Aufgrund der demographischen Entwicklung nehmen schlecht heilende Wunden und Knochenbrüche deutlich zu und stellen eine erhebliche sozialmedizinische Herausforderung dar. Daher besteht ein großer Bedarf an neuen funktionellen Biomaterialien, um die Heilungsprozesse in Knochen und Haut zu unterstützen. Wir erhoffen uns von dem regen Austausch mit unseren internationalen Kolleginnen und Kollegen Impulse für die Entwicklung neuer Biomaterialien, die letztendlich Betroffenen mit schlecht heilenden Hautwunden oder Knochenbrüchen zugutekommen sollen", sagt der Sprecher des SFB, Prof. Dr. Jan Simon, Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Leipzig.

Der Transregio SFB 67 ist ein interdisziplinäres Verbundforschungsprojekt der Universität Leipzig und der Technischen Universität Dresden mit 71 beteiligten Wissenschaftlern. "Wir wollen die Fähigkeit der Extrazellularmatrix, das heißt der komplexen Umgebung der Körperzellen in allen Geweben, nutzen, um die körpereigene Fähigkeit zur Regeneration anzuregen. Mit diesem Ansatz ist es bereits gelungen, innovative Biomaterialien herzustellen, welche die verzögerte Wundheilung in verschiedenen Modellorganismen verbessern können", erklärt Simon.

Diese Ergebnisse wollen Forscher nun mit 18 international anerkannten Experten, unter anderem aus den USA, Australien, Singapur, Frankreich, der Schweiz und Deutschland in Leipzig diskutieren. In Impulsreferaten stellen die Wissenschaftler ihre eigene Forschung vor und diskutieren über neue Methoden, Technologien und Forschungsstrategien bei der Entwicklung von innovativen Biomaterialien in der Implantations- und Transplantationsmedizin. Schwerpunkte des ersten Tages sind innovative Biomaterialien und multifaktorielle Mikroumgebungen der Regeneration. Einen Tag später stehen die Themenfelder Haut- und Knochenregeneration sowie die Transfermöglichkeiten von der Innovation zum Produkt im Mittelpunkt. Das Symposium wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Der Sonderforschungsbereich beschäftigt sich mit der grundlagenorientierten Erforschung und Weiterentwicklung von artifiziellen Extrazellulären Matrizes (aECM) für die Wundheilung bei Haut- und Knochenverletzungen. Im Transregio 67 forschen die beteiligten Wissenschaftler nach Erkenntnissen, um die Entwicklung von Biomaterialien voranzutreiben. Seine Besonderheit liegt in einem interdisziplinären Ansatz, der den Bogen spannt von den Natur- und Materialwissenschaften bis hin zu klinischen Anwendungen in der Behandlung akuter und degenerativer Defekte in Knochen und Haut.

Aus Leipzig sind neun Projekte aus der Universitätsmedizin, der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie sowie vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung aus Dresden sechs Gruppen aus der Fakultät für Maschinenwesen, Mathematik und Naturwissenschaften, der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus sowie vom Biotechnologischen Zentrum (BIOTEC) beteiligt. Weitere drei Projekte werden standortübergreifend von Dresdner und Leipziger Forschern gemeinsam geleitet, sie werden ergänzt durch ein Projekt vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam.

Carsten Heckmann