Mehr Patientenkomfort und hochmoderne Diagnostik

UKL-Radiologie nimmt neuen MRT in Betrieb

Pressemitteilung vom 19.04.2016
Leipzig. An der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Leipzig setzt ein neuer 1,5-Tesla- Magnetresonanztomograph ab sofort neue Maßstäbe in der Radiologischen Diagnostik und erweitert das Spektrum MRT-gestützter Eingriffe, vor allem auf dem Gebiet der Tumorbehandlungen. Neben der hochmodernen Technologie bietet das Großgerät besonders für Patienten mit Platzangst viele Vorteile.
Bild vergrößern Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen wurde in der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKL jetzt der neue 1,5 Tesla-MRT in Betrieb genommen. Hier Andrea Hofmann (MTA), Oberarzt Dr. Patrick Stumpp, Michael Vogel (Ingenieurbüro INC), Kerstin Sommerfeld (zuständige UKL-Projektleiterin für den Umbau), Klinikdirektor Prof. Thomas Kahn und Sandra Linke (MTA) (v.l.n.r.) bei der feierlichen Übergabe.
Foto: Stefan Straube / UKL
 

"Wir haben jetzt einen der modernsten Kernspintomographen, die es zurzeit in Deutschland gibt", freut sich Prof. Dr. Thomas Kahn, Direktor der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie.
Der neue MRT ist technisch wesentlich leistungsfähiger als das vorige Gerät. "Für unsere Patienten bedeutet das eine kürzere Untersuchungszeit bei höherer Bildqualität und somit eine schnellere und genauere Diagnostik", so Dr. Patrick Stumpp, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Mit dem Kernspintomographen können selbst kleinste Details in kürzeren Messzeiten dargestellt werden. Auch die Bildgebung bei Patienten mit Metallimplantaten ist mit dem neuen Gerät deutlich verbessert. Durch neue MRT-Sequenzen werden Bildstörungen weitgehend unterdrückt, so dass krankhafte Gewebeveränderungen, die unmittelbar an das Implantat angrenzen, auch bei diesen Patienten erkannt werden können.
Mit der hochmodernen Technologie erweitert das UKL auch sein Leistungsspektrum in der interventionellen Radiologie. Dabei ist die geringe Länge des Systems eine wichtige Voraussetzung für Behandlungen unter MRT-Kontrolle, bei denen die Leipziger Klinik zu den weltweit führenden Einrichtungen zählt. So werden beispielsweise Biopsien von nur im MRT sichtbaren Läsionen der Leber, der Brust und der Prostata durchgeführt. Darüber hinaus erfolgen thermische Tumorbehandlungen mittels Radiofrequenzablation, bei der mit hochfrequentem elektrischen Strom um das krankhafte Gewebe Hitze erzeugt und so der Tumor zerstört wird. Zusätzlich wurden Vorbereitungen zur Einführung der Tumorbehandlung durch Vereisung (Cryotherapie) getroffen.

Viele Vorteile für Patienten

Der neue MRT bietet auch einen deutlich verbesserten Patientenkomfort. "MRT-Untersuchungen werden durch die schmalen Röhren und große Lautstärke von vielen Patienten als unangenehm empfunden", weiß Dr. Stumpp. Das neue Highend-Gerät am UKL hat eine 70 cm breite Öffnung und einen nur 1,60 Meter langen Tunnel. "Das ist das kürzeste, was es derzeit gibt auf dem Markt - ein großer Vorteil für alle Patienten, die unter Platzangst leiden", so der Experte.
Auch für Augen und Ohren sind die MRT-Untersuchungen nun entspannter: Während der Untersuchung schauen die Patienten dank eines virtuellen Deckenfensters in einen blauen Himmel mit bunten Drachen. Das unangenehm laute Rütteln, Rattern und Klopfen in vielen Sequenzen der MRT-Untersuchung ist bei dem neuen Gerät auf Zimmerlautstärke reduziert. "Die Geräuschbelastung ist jetzt deutlich geringer. In Verbindung mit dem gelungenen Erscheinungsbild des Raumes bieten wir unseren Patienten eine sehr angenehme Atmosphäre", freut sich Oberarzt Patrick Stumpp.

Rund um die Uhr im Einsatz

Die UKL-Radiologie arbeitet mit allen anderen Fachrichtungen des Universitätsklinikums zusammen. Jedes Jahr werden hier insgesamt 17.000 MRT-Untersuchungen durchgeführt - 5.000 davon mit dem 1,5 Tesla-MRT. Wie sein Vorgänger wird auch der Neuerwerb rund um die Uhr im Einsatz sein, vor allem auch für den Bereich Notfalldiagnostik. "Das ist ein Service für alle Bereiche am UKL, der nicht an allen Unikliniken vorgehalten werden kann", betont Klinikdirektor Prof. Kahn.

Neue Perspektiven für die Tumorforschung

Auch in der Tumorforschung eröffnet der innovative MRT neue Perspektiven - weg von der rein anatomischen Beschreibung von Tumoren hin zur Funktionsbeschreibung. "Mit dem neuen Gerät können wir Molekülbewegungen im Gewebe sichtbar machen oder die Durchblutung. Das soll uns dazu bringen, dass wir normales Gewebe beschreiben können, aber vor allem auch Tumorgewebe, denn das hat andere Molekularbewegungen und ist anders durchblutet. Künftig könnten wir so einen Tumor vielleicht schneller erkennen und charakterisieren", so der UKL-Radiologe Dr. Patrick Stumpp. In diesem Zusammenhang gilt sein Forschungsinteresse der Frage, ob und wie man mittels Bildgebung Tumorverhalten vorhersagen kann. Gemeinsam mit der HNO-Klinik und der Pathologie am UKL untersucht er, welche Marker es genau sind, die mit der funktionellen Bildgebung vorhergesagt werden können. "Irgendwann wird man dann vielleicht nur mit der reinen MRT-Untersuchung sagen können, um welchen Tumor es sich handelt und auf welche Therapie er gut oder weniger gut anspricht."

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Kathrin Winkler.