Anspruchsvolle Diagnose und Therapie bei kindlichen Ellenbogenverletzungen

Regionaltagung am Uniklinikum Leipzig widmet sich Ellenbogenverletzungen bei kleinen Patienten

Pressemitteilung vom 05.04.2016
Leipzig. Ellenbogenverletzungen bei Kindern stehen im Mittelpunkt der 16. Regionaltagung Kindertraumatologie, die am 8. April am Uniklinikum Leipzig stattfindet. Kindertraumatologen, Kinderchirurgen und -orthopäden aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen diskutieren an diesem Tag über die richtige Diagnostik und die sich anschließende Behandlung. Je nach Alter eines Kindes weist das Ellenbogengelenk viele Besonderheiten auf, weshalb es bei Verletzungen in diesem Bereich zu häufigen Fehldiagnosen kommt.
Bild vergrößern Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Kinderchirurgie am UKL, und Prof. Dr. Ulf Bühligen, Oberarzt in der Kinderchirurgie, laden zur Fachtagung ein.
Foto: Stefan Straube / UKL
 

Die Regionaltagung widmet sich der Rundum-Betrachtung von Ellenbogen-Verletzungen - neben anatomischen Grundlagen wird es um die Röntgendiagnostik, konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten sowie die Nachbehandlung gehen. "Neben Falldiskussionen können sich die Teilnehmer zudem in  Workshops über Gipstechniken und der Anlage eines Fixateurs informieren", sagt Prof. Dr. Ulf Bühligen, Oberarzt in der Kinderchirurgie des Uniklinikums Leipzig und wissenschaftlicher Leiter der Tagung. Zu den Referenten gehören neben den Experten des Uniklinikums Leipzig auch die Spezialisten der Unikliniken Jena, Halle und Dresden.

Täglich sehen die Kinderchirurgen am UKL kleine Patienten mit Ellenbogen-Verletzungen in der Notaufnahme. Dazu gehören sowohl so genannte Luxationen, bei denen das Gelenk "ausgekugelt" ist, ebenso wie Frakturen (Brüche). Im schlimmsten Fall handelt es sich um eine Luxationsfraktur - der Ellenbogen ist nicht nur ausgerenkt, sondern zudem auch gebrochen. Mehrfach in der Woche operieren die Experten um Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Kinderchirurgie am UKL, und Prof. Bühligen derartige Ellenbogen-Verletzungen, die im Kindesalter beispielsweise durch Stürze relativ häufig vorkommen.

Die Besonderheit in der Kindertraumatologie ist, dass der so genannte Normalbefund beim Röntgenbild je nach Alter des Kindes anders aussieht. Erst wenn das Knochenwachstum im Alter von 16 bis 18 Jahren abgeschlossen ist, sieht auch das Röntgenbild des Gelenks immer gleich aus. So kann es vorkommen, dass bei einem Kind der Normalzustand für eine Fraktur gehalten wird, umgekehrt besteht aber auch die Gefahr, dass ein Bruch nicht erkannt wird. "Wenn ein Bruch des Ellenbogens übersehen und falsch behandelt wird, kann die Beweglichkeit lebenslang eingeschränkt sein, was sich natürlich auf die Lebensqualität auswirkt", sagt Prof. Lacher. Deshalb seien die richtige Diagnose und die entsprechende Behandlung enorm wichtig.

Die Regionaltagung Kindertraumatologie findet Anfang April bereits zum 16. Mal statt, nachdem sie 2008 in Leipzig aus der Taufe gehoben wurde. Seitdem treffen sich die Experten zwei Mal im Jahr in regelmäßigem Wechsel in Halle, Magdeburg, Erfurt, Jena, Dresden, Chemnitz und Leipzig und widmen sich einem speziellen Thema, dessen unterschiedliche Facetten ausführlich betrachtet werden.

Die Veranstaltungsreihe richtet sich nicht nur an die klinisch tätigen Kindertraumatologen, Kinderchirurgen und -orthopäden im mitteldeutschen Raum, sondern vor allem auch an niedergelassene Spezialisten. "Wir wollen damit die regionale Zusammenarbeit stärken. Die Tagungen bieten die Möglichkeit, Kontakte aufzufrischen und zu erfahren, wer sich auf welche Bereiche besonders spezialisiert hat. So können Patienten für spezielle Behandlungen dann auch an die richtigen Experten überwiesen werden", sagt Prof. Bühligen. Zudem soll die Regionaltagung dazu beitragen, dass der Behandlungsstandard für alle Verletzungen und Erkrankungen einheitlich und überall gleich hoch ist.

Für die jetzige Tagung liegen bereits mehr als 70 Anmeldungen vor. "Es handelt sich um eine offene Veranstaltung. Wer spontan vorbeikommen möchte, kann das gern tun", betont Prof. Bühligen.

 

Kurz-Info:


16. Regionaltagung Kindertraumatologie

"Ellenbogenluxation und -luxationsfrakturen"
8. April, 12.30 - 18 Uhr
Liebigstraße 27, Haus E
Kleiner Hörsaal

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.