Hilfe bei Bewegungsstörungen

Klinik und Poliklinik für Neurologie veranstaltet Patientensymposium zum Thema Tiefe Hirnstimulation

Pressemitteilung vom 18.03.2016
Leipzig. Ein Hirnschrittmacher kann die Lebensqualität von Patienten mit neurologischen Bewegungsstörungen nachhaltig verbessern. Wann und bei wem die Tiefe Hirnstimulation eine sinnvolle Therapieoption darstellt und was sie alles beinhaltet, darüber informieren UKL-Experten im Rahmen einer gemeinsamen Patientenveranstaltung der Klinik für Neurologie und Neurochirurgie des Universitätsklinikums Leipzig am 23. März.

Bewegungsstörungen wie die Parkinsonerkrankung, Zittererkrankungen (Tremor) oder Dystonien zählen zu den häufigen Krankheiten in der Neurologie. Für Betroffene wie auch deren Angehörige sind diese Krankheiten mit großem Leidensdruck verbunden. Heilen kann man diese Erkrankungen bislang nicht, jedoch hat sich die Tiefe Hirnstimulation in den letzten Jahren als besonders effektives Therapieverfahren erwiesen, um die Krankheitssymptome spürbar zu lindern. "Die Tiefe Hirnstimulation stellt eine wirkungsvolle Erweiterung der Therapie von Bewegungsstörungen dar - vor allem dann, wenn die medikamentösen Möglichkeiten ausgeschöpft sind", erklärt Dr. David Weise, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie am UKL.


Hier wird das Verfahren bereits seit 2002 erfolgreich zur Therapie von Bewegungsstörungen angewendet. Dabei arbeiten die Neurologen Hand in Hand mit den UKL-Neurochirurgen. "Bei der Tiefen Hirnstimulation sorgen elektrische Impulse dafür, dass das Gehirn wieder besser arbeitet", so Dr. David Weise. Dafür werden mittels eines neurochirurgischen Eingriffs Elektroden in bestimmte Areale des Gehirns gebracht, von denen man weiß, dass sie an der Bewegungsstörung mit beteiligt sind. Anschließend wird ein Generator implantiert, mit den Elektroden verbunden und aktiviert: Auf diese Weise werden bestimmte Gehirnareale kontinuierlich elektrisch stimuliert und dadurch die Krankheitssymptome gelindert. Über welchen Mechanismus dies funktioniert, ist allerdings nicht genau bekannt und unter anderem Gegenstand aktueller Forschung.
Wenn es keine Komplikationen gibt, kann man die Elektroden lebenslang im Gehirn tragen, nur die Batterien des Generators müssen ca. alle 3-6 Jahre gewechselt werden.

Die Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig ist auf die Therapie von Bewegungsstörungen spezialisiert. Sie verfügt über eine Spezialambulanz für Bewegungsstörungen, in der Patienten beraten und therapiert sowie entsprechend ambulant und stationär versorgt werden können.
Neu im Leistungsspektrum der UKL-Neurologie ist die Parkinson-Komplexbehandlung - ein stationäres Behandlungsprogramm speziell für Parkinson-Patienten im fortgeschrittenen Stadium, die einer intensiveren Therapieanpassung und -überwachung bedürfen. "Bei der Parkinson-Komplexbehandlung ist eine enge Zusammenarbeit von Ärzten, Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten gefragt. Patienten mit Tiefer Hirnstimulation können so auch noch umfassender und bedarfsgerechter betreut werden und somit die optimale Behandlung erhalten", so Dr. David Weise.

Kurzinfo:

23. März 2016, 15.30 - 17.00 Uhr
Patientensymposium "Wer profitiert von der Tiefen Hirnstimulation?"
- Vorträge, Diskussion
Zentrales Veranstaltungsmanagement, 2. Etage; Seminarraum 8/9 Liebigstraße 12, Haus 1

Die Veranstaltung richtet sich an Patienten und deren Angehörige. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: veranstaltungsmanagement@uniklinik-leipzig.de

 

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Kathrin Winkler.