Gemeinsame Pressemitteilung der Krankenhausgesellschaft und des Universitätsklinikums Leipzig

Gesetz zur Reform der Pflegeberufe stößt bei den sächsischen Krankenhäusern auf Kritik

Pressemitteilung vom 04.12.2015
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Der aktuell vorliegende Referentenentwurf des Gesetzes zur Reform der Pflegeberufe (Pflegeberufsgesetz – PflBG) stößt bei den Krankenhäusern auf Kritik. Darin ist die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung unter Zusammenlegung von Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einer neuen Pflegeausbildung vorgesehen. Ergänzend zu dieser fachberuflichen Pflegeausbildung soll dann eine hochschulische Pflegeausbil-dung hinzukommen.

Die mit dem Gesetzentwurf verbundenen Chancen und Risiken wurden im Rahmen einer Informa-tionsveranstaltung auf Einladung der Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS) und des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) am 24.11.2015 mit mehr als 90 Vertretern aus Pflege, Krankenpflegeschulen, Personalbereichen und Krankenhausleitungen diskutiert. Im Ergebnis überwogen die kritischen Einschätzungen, da befürchtet wird, dass die ausgebildeten Pflegekräfte am Ende nicht voll einsatzfähig sein werden und die Krankenhäuser auf eigene Kosten nachqualifizieren müssen.

So ist aus Sicht der Leistungserbringer und Träger von Ausbildungseinrichtungen fraglich, ob das eigentliche Ziel des Gesetzgebers, eine größere Zahl an potentiellen Auszubildenden mit dieser neuen Ausbildungsform anzusprechen, erreicht werden kann. „Zu befürchten ist doch, dass insbesondere die Ausbildungsinhalte aus Kinderkranken- und Altenpflege bei einer generalistischen Ausbildung viel zu kurz kommen. Die bisherige gegliederte Ausbildung gewährleistet eine hohe Orientierung am Patientenbedarf. Dieses hohe Qualitätsniveau muss auch nach einer Ausbildungsreform sichergestellt werden“, so Friedrich R. München, stellvertretender Geschäftsführer und Justitiar der KGS.

Das Universitätsklinikum Leipzig ist Träger einer bedeutenden Medizinischen Berufsfachschule und großer pflegerischer Arbeitgeber mit rund 400 Auszubildenden in der Pflege, davon 150 speziell in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. „Unser Anspruch ist es, jungen Menschen eine hervorragende Ausbildung in attraktiven Pflegeberufen zu ermöglichen“, erklärt Prof. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des UKL. Der Gesetzentwurf würde dafür noch nicht die idealen Rahmenbedingungen bieten. „Aus unserer Sicht eines großen Krankenhauses der Maximalversorgung ist es entscheidend, die Attraktivität des wichtigen Berufsbildes der Pflege gezielt zu erhöhen – durch eine geeignete Berufsbezeichnung ebenso wie durch eine hohe Qualität der Ausbildung, die den fachlichen Besonderheiten unterschiedlicher Pflegefachrichtungen genügend Rechnung trägt“.

KGS und das UKL werden sich daher auch zukünftig kritisch und konstruktiv an der Diskussion im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens beteiligen. Entsprechende Positionspapiere wurden den politischen Mandats- und Entscheidungsträger bereits übersendet (Anlage). Im weiteren Gesetzgebungsverfahren wird auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft im Rahmen der Verbändeanhörung am 11. Dezember 2015 die Möglichkeit haben, die Positionen der Krankenhäuser einzubringen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die kritischen Stimmen der Praktiker Berücksichtigung finden werden.

 

Die Positionspapiere der KGS und des UKL dazu finden Sie hier:

http://www.uniklinikum-leipzig.de/r-pressemitteilungen.html

 

 

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.