1 Jahr Institut für Hygiene/ Krankenhaushygiene am UKL

„Eine breite Basis für ein besseres Hygienebewusstsein geschaffen“/ Hygiene und Umweltmedizin nun auch unter einem Dach

Pressemitteilung vom 16.11.2015
Leipzig. Nach einem Jahr Bestehen blickt das neu etablierte Institut für Hygiene/Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Leipzig schon auf eine Erfolgsgeschichte zurück: In 12 Monaten ist es mit vereinten Kräften gelungen, das wichtige Thema in allen Bereichen voranzubringen – in der Forschung, im klinischen Alltag und auch in der Lehre.
Bild vergrößern Prof. Dr. Iris Chaberny leitet das Institut für Hygiene/ Krankenhaushygiene am UKL
Foto: Ines Christ/UKL
 

„Wir haben das Thema Hygiene sehr breit in verschiedenen Etappen des Medizinstudiums etablieren können“, freut sich Prof. Iris Chaberny, die vor genau einem Jahr, am 1. Oktober 2014, die Leitung des neugegründeten Instituts am UKL übernommen hatte. So trainieren beispielsweise die Studenten ab dem jetzt startenden Semester in einem „OP-Training“ den richtigen Umgang mit Hygieneregeln im Operationssaal, in Ergänzung zum bereits bestehenden Angebot der Lernklinik der Fakultät in Sachen chirurgische Händedesinfektion. „Unsere Studenten sollen bei ihrem ersten Einsatz im Klinikum unseren hohen UKL-Standard verinnerlicht haben und schon genau wissen, was zu tun ist“, erklärt Prof. Chaberny. Auf diese Weise werden Hygieneregeln sehr früh und nachhaltig vermittelt, ist die Hygienespezialistin überzeugt. „Schließlich wollen wir dauerhafte Verhaltensänderungen erreichen, und damit kann man nicht früh genug beginnen.“ Ebenfalls nicht früh und oft genug müssten die angehenden Mediziner und insgesamt die Bevölkerung für die generelle Bedeutung der Hygiene sensibilisiert werden.

Seit Oktober 2015 hat das Institut auch die Aufgaben der früheren Professur für Umweltmedizin und Umwelthygiene übernommen, sodass das Institut nunmehr das gesamte Spektrum des Fachs in einer Einrichtung konzentriert. Die 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Institut sind so nicht nur für die Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Leipzig zuständig, sondern auch für umweltmedizinische Untersuchungen wie zu Schimmelpilzbelastungen; für die Aus- und Weiterbildung und für verschiedene Forschungsprojekte.

Hier konnte Iris Chaberny gerade einen besonderen Erfolg verbuchen: Für eine große klinische Studie zur Infektionsprävention auf Intensivstationen wurde ihrem Team eine Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in Aussicht gestellt. „Das freut uns sehr, denn so können wir jetzt mit Vorstudien beginnen, um anschließend mit unseren Partnern in 25 Kliniken deutschlandweit die Prüfung von Vorbeugungsstrategien gegen Erregerübertragungen  durchführen zu können“, so Chaberny.

Wirksame Maßnahmen gegen multiresistente Erreger können nicht im Alleingang gelingen, sondern erfordern ein umfassendes gemeinsames Vorgehen, wie die Expertin unermüdlich betont. Deshalb hat Prof. Chaberny den Austausch mit den Kollegen in der Pharmakologie und der Veterinärmedizin gesucht und an der Universität Leipzig auch gefunden: „Wir bringen jetzt unsere Themen und Sichtweisen wechselseitig jeweils in die Lehrveranstaltungen der anderen Disziplinen mit ein“, erklärt Iris Chaberny. Das öffne den Blick für die Zusammenhänge und Wechselwirkungen. „Denn es gibt zwar viele verschiedene Spezialisten, aber letztlich nur eine Gesundheit“.

Wie diese Gesundheit erhalten werden kann, ist das zentrale Thema der UKL-Experten für Hygiene, das sie in unterschiedlichen Veranstaltungen immer wieder ins allgemeine Bewusstsein rücken wollen. Der 1. Leipziger Krankenhaushygienetag im September war eine davon, mit einer überwältigenden Resonanz. „Für das kommende Jahr planen wir auf jeden Fall eine erweiterte Neuauflage“, sagt Chaberny. Ebenfalls geplant ist ein öffentlicher Infoabend im Rahmen der Vortragsreihe „ Medizin für jedermann“ für den kommenden Februar.

Zunächst stehen im Institut aber zum einjährigen Jubiläum neben Umzugsaktivitäten - die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beziehen neue, größere Räumlichkeiten - jetzt die feierliche Übergaben der Bronzezertifikate über die erfolgreiche Umsetzung der „Aktion Saubere Hände“ an die Stationen des Klinikums an. Chaberny:  „Wir haben damit die erste Stufe des Zertifizierungsverfahrens erfolgreich gemeistert und peilen jetzt bereits die weiteren Stufen an“. Die Zertifikate in Silber und Gold sollen bald folgen …

 

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.