Welt-COPD-Tag am 18. November

Zunehmende Atemnot führt zu tödlicher Spirale

Pressemitteilung vom 16.11.2015
Die Treppe zur 1. Etage wird zur Mount-Everest-Besteigung, selbst der Spaziergang am Wochenende hat seine Erholsamkeit verloren: Die Lungenerkrankung COPD gehört zu den häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen in Deutschland. Auswurf, Husten und Atemnot – daran leiden die Patienten, die meist starke Raucher waren.

„In Deutschland sind 14 Prozent der Erwachsenen betroffen, im Jahr 2020 wird COPD auf der Liste der Todesursachen vom jetzigen Platz vier auf Rang drei vorgerückt sein“, sagt Prof. Dr. Hubert Wirtz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, Abteilung für Pneumologie, am Universitätsklinikum Leipzig. Zwar gebe es sehr wirksame inhalative Medikamente. Mit diesen seien aber nur Atemwegsverengungen zu behandeln. Die irreversible Überblähung der Lunge, das sogenannte Lungenemphysem, kann kaum beeinflusst werden.

Mit Blick auf den Welt-COPD-Tag am 18. November macht Prof. Wirtz vor allem darauf aufmerksam, dass im Verlaufe der Krankheit ein Teufelskreis entsteht: „Anfangs tritt die Atemnot meist nur nach körperlicher Belastung ein. Daraufhin wird diese Belastung gemieden. Die mangelnde Bewegung, also das fehlende Training des Körpers, führt dann wiederum dazu, dass der Patient noch schlechter Luft bekommt.“ Zudem stellen sich oft Begleiterkrankungen ein. Dabei stehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen an erster Stelle, die die Risiken für die Patienten weiter erhöhen.

„Bei allen Fortschritten, die die Medizin macht, ist COPD heute noch nicht heilbar“, betont der Leipziger Lungenexperte. „Der Patient muss lernen, mit seiner Erkrankung umzugehen. Und er muss weg vom Nikotin und hin zu mehr Bewegung. Nur so ist es möglich, eine weitere Verschlechterung des körperlichen Befindens aufzuhalten oder zu verzögern.“

Im kommenden Jahr wird sich übrigens der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in Leipzig auch mit den neuesten Erkenntnissen zur Krankheit COPD befassen. Prof. Wirtz, der den Jahreskongress als Tagungspräsident leiten wird, erwartet vom 2. bis 5. März 2016 fast 4000 Lungenärzte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie anderen Ländern.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.