Neuer Vertrag stärkt Leipziger Herzmedizin

Universität Leipzig, Universitätsklinikum Leipzig und die Herzzentrum Leipzig GmbH unterzeichnen neugefassten Kooperationsvertrag

Pressemitteilung vom 04.11.2015
Mit einem neuen Vertrag werden für die Herzmedizin am Standort Leipzig deutlich verbesserte Bedingungen auf der Grundlage einer intensiven Zusammenarbeit der Partner Universitätsmedizin und Herzzentrum Leipzig geschaffen. Durch die Einrichtung zweier neuer Professuren in der Kardiologie wird insbesondere die Versorgung von Herzpatienten sowohl am Universitätsklinikum Leipzig als auch am Herzzentrum ausgebaut und weiter verbessert. Mit der Einrichtung des neuen "Leipzig Heart Institute" entsteht zudem eine leistungsstarke Struktur für die Bündelung und Fortsetzung der international renommierten kardiomedizinischen Forschung. Damit erhält die seit 1994 bestehende Kooperation eine zukunftsfähige Basis für die weitere erfolgreiche Entwicklung des leistungsstarken Medizinstandortes.
Bild vergrößern Die Vertragspartner nach der Unterzeichnung (v.l.): Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Mohr, Ärztlicher Direktor Herzzentrum Leipzig, Prof. Dr. Ralf Kuhlen, Geschäftsführer Medizin HELIOS Kliniken GmbH, Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, und Prof. Dr. Michael Stumvoll, Dekan der Medizinischen Fakultät.
Foto: Swen Reichhold
 

Unter Beteiligung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie der Universität Leipzig haben deren Medizinische Fakultät, das Universitätsklinikum Leipzig und das ebenfalls in Leipzig ansässige Herzzentrum der HELIOS Kliniken GmbH heute einen neuen Kooperationsvertrag geschlossen. Damit wird die Zusammenarbeit von Medizinischer Fakultät und Universitätsklinikum sowie dem Herzzentrum nunmehr auf aktualisierter Grundlage fortgeführt. Gleichzeitig trägt der neue Vertrag dem Wechsel des Herzzentrums Leipzig von der Rhön-KlinikumAG zur HELIOS-Gruppe Rechnung. Er stellt in weiten Teilen einen Neuanfang dar, der die Leipziger Universitätsmedizin in Forschung, Lehre und Krankenversorgung durch die Einigung auf zukunftsweisende Ziele stärkt. Getragen wird die Zusammenarbeit vom gemeinsamen Wunsch aller Vertragspartner, den international renommierten Standort Leipzig weiter auszubauen, um so im Interesse der herzkranken Patienten eine noch stärkere Vernetzung von Forschung und Krankenversorgung zu erreichen.

Die Kooperation soll einen gemeinsamen Exzellenzcluster auf dem Gebiet der Stoffwechsel-, Herz- und Gefäßmedizin in Leipzig schaffen. Das Streben der Medizinischen Fakultät nach akademischer Exzellenz wird durch eine noch engere Zusammenarbeit mit dem Herzzentrum in der Forschung nachhaltig unterstützt. Alle Beteiligten werden sich sowohl der Grundlagen- als auch der patientennahen Forschung widmen und streben für die Zukunft einen drittmittelgeförderten Forschungsverbund z. B. als Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft an.

Die HELIOS-Gruppe stellt der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig über einen Zeitraum von 5 Jahre insgesamt 6 Millionen Euro für ein Programm zur Förderung wissenschaftlicher Projekte auf dem Gebiet der kardiovaskulären Medizin zur Verfügung. Antragsberechtigt werden alle auf diesem Gebiet tätigen Wissenschaftler der Leipziger Universitätsmedizin sein. Außerdem hat die HELIOS-Gruppe zur Förderung der Forschung in Leipzig die Leipzig Heart Institute GmbH gegründet.

Wesentlicher Bestandteil der Kooperation sind zudem die künftige Ansiedelung der Kardiologieprofessur am Universitätsklinikum Leipzig sowie die Schaffung einer neuen "Stiftungsprofessur Kardiologie Helios" am Standort des Herzzentrums Leipzig. Die akademische Lehre im Fach Kardiologie wird künftig zwischen der Universitätsmedizin Leipzig und dem Herzzentrum aufgeteilt. Der Professur am UKL wird künftig die gesamte Fakultätsausstattung für die Kardiologie zur Verfügung stehen, während die Stiftungsprofessur am HZL von HELIOS mit einer Infrastruktur ausgestattet wird, die auch weiterhin exzellente Forschung und die ergänzende, langfristige Übernahme von Lehraufgaben ermöglicht.

Die Universitätsprofessuren "Herzchirurgie" und "Kinderkardiologie" werden am Herzzentrum fortgesetzt. Die genannten Bereiche führen die offizielle Bezeichnung Universitätsklinik für Herzchirurgie, Universitätsklinik für Kinderkardiologie sowie" "Universitätsklinik für Kardiologie - Stiftungsprofessur HELIOS".
Für die Patienten bedeuten das erweiterte Angebot und die verstärkte Zusammenarbeit der zwei Leipziger Standorte eine weitere Verbesserung der kardiologischen Versorgung, die dank der hohen Qualität weit über die Region hinaus von Bedeutung ist.

Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange erklärt: "Ich freue mich, dass es mit allen Beteiligten gelungen ist, mit dem neuen Kooperationsvertrag in der Herzmedizin die herausragende Universitätsmedizin Sachsens auch am Standort Leipzig weiter zu stärken. Der kooperative Verbund zwischen der Medizinischen Fakultät, dem Universitätsklinikum sowie dem Herzzentrum Leipzig stellt eine ausgezeichnete Plattform für exzellente Forschung und Lehre sowie Krankenversorgung dar. Auch wird durch diese Kooperation ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung qualifizierter Arbeits- und Ausbildungsplätze in Sachsen geleistet."

"Mit dem neuen Vertrag und den zwei neuen Professuren wird die Kardiologie in Leipzig insgesamt gestärkt. Ich begrüße besonders, dass sowohl die Grundlagenforschung wie die zur klinischen Translation gestärkt wird. Durch die Anschubfinanzierung der HELIOS-Gruppe wird eine hochkarätige Verbundforschung zwischen Herzzentrum und Universitätsmedizin gefördert", sagt Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig.

Prof. Dr. Ralf Kuhlen, Geschäftsführer Medizin der HELIOS Kliniken betont: "Den Kooperationsvertrag in neuer Qualität fortzuschreiben und so das Herzzentrum als Bestandteil der Leipziger Universitätsmedizin weiterzuentwickeln, ist ein Vorhaben mit Nachhaltigkeit, in das HELIOS mit seinem Förderprogramm und der zusätzlichen W3 Stiftungsprofessur für Kardiologie sehr gerne investiert."

Prof. Dr. Michael Stumvoll, Dekan der Medizinischen Fakultät, erklärt: "Wir streben eine Schwerpunktbildung "Herz-, Stoffwechsel- und Gefäßmedizin" an. Dafür sollen möglichst viele Kooperationsprojekte zwischen den beiden Standorten auf den Weg gebracht werden. Das Fernziel ist dann, einen Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu erhalten, am Deutschen Helmholtz-Herzkreislaufzentrum beteiligt zu werden oder bei der neuen Exzellenzinitiative erfolgreich zu sein."

"Der neue Vertrag bedeutet für die Herzmedizin am Standort Leipzig insbesondere wissenschaftlich eine erhebliche Weiterentwicklung und stärkt die Kardiologie am Universitätsklinikum", sagt Prof. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. "Der in der Krankenversorgung bereits international hervorragend aufgestellte Standort kann so auch in der Forschung die bestehenden Schwerpunkte Diabetes mellitus und Stoffwechselkrankheiten, die ja ursächlich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind, optimal ergänzen."

Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Mohr, Ärztlicher Direktor am Herzzentrum Leipzig blickt zurück: "In den letzten 21 Jahren haben wir am Herzzentrum Leipzig sehr erfolgreich universitäre Herzmedizin entwickelt und als führendes Zentrum die Herzchirurgie, Kardiologie und Kinderkardiologie/Kinderherzchirurgie nachweisbar international etabliert. Mit dem neuen Kooperationsvertrag wird dieser Leistung Rechnung getragen. Zudem sind Voraussetzungen geschaffen worden, dass diese Leistung sowohl in Forschung und Lehre als auch in hervorragende Krankenversorgung weiterentwickelt werden kann."

Carsten Heckmann