Neu am UKL: Prof. Martin Lacher übernimmt Leitung der Kinderchirurgie

Spezialist für besonders schonende Eingriffe bei den Kleinsten wechselt nach Leipzig

Pressemitteilung vom 09.10.2015
Leipzig. Prof. Dr. Martin Lacher leitet seit dem 1. Oktober 2015 die Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig. Der erfahrene Facharzt für Kinderchirurgie und Allgemeine Chirurgie mit Spezialisierung auf die sogenannte Schlüssellochchirurgie wechselt von Hannover nach Leipzig. Damit verstärkt das UKL das Perinatalzentrum und baut den Schwerpunkt minimal-invasive Chirurgie auch in der Kindermedizin weiter aus.
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Foto: Stefan Straube/ UKL
 

„Ich freue mich sehr, am Universitätsklinikum Leipzig eine traditionsreiche und leistungsstarke Klinik für Kinderchirurgie übernehmen zu können“, sagt der 41-jährige Kinderchirurg, der auf die Professur Kinderchirurgie an der Universität Leipzig berufen wurde. Nach seiner Facharztausbildung hat der gebürtige Münchner eine einjährige spezialisierte chirurgische Ausbildung in minimalinvasiver Chirurgie am Children´s Hospital of Alabama in Birmingham/ USA absolviert. Zuletzt war er Oberarzt in der Klinik für Kinderchirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover und dort Leiter der kolorektalen Chirurgie.


Neben der minimalinvasiven Chirurgie sind spezielle Eingriffe zur Korrektur von angeborenen Fehlbildungen des Dickdarms und Mastdarms einer der klinischen Schwerpunkte des international ausgewiesenen Operateurs. „In großen kinderchirurgischen Zentren geht es vor allem um angeborene Fehlbildungen, die zum Teil schnellstmöglich nach der Geburt behoben werden müssen, damit die Kinder eine Überlebenschance haben“, so Prof. Martin Lacher. Die Neugeborenenchirurgie, auch bei kleinsten Frühchen, ist eine der zentralen Aufgaben der Kinderchirurgie. „Dafür finden wir hier am Uniklinikum Leipzig in der engen Zusammenarbeit mit den Neonatologen und der Geburtsmedizin beste Bedingungen“, zeigt sich Lacher begeistert von seinem neuen Wirkungsort.


Mit 41 Betten ist seine Klinik die größte Kinderchirurgie in Sachsen und deckt als eine der wenigen kinderchirurgischen Einrichtungen bundesweit das gesamte Spektrum des Fachs von der Unfallversorgung bis zu kinderurologischen Eingriffen komplett ab. Gerade den letzten Bereich will Lacher mit seinem auf 17 ärztliche Mitarbeiter verstärkten Team künftig noch mehr ausbauen. „Das ist ein wichtiger Bereich, der viele Überschneidungspunkte mit der kolorektalen Chirurgie hat und in dem wir viel für die Lebensqualität betroffener Kinder tun können, indem wir ihnen mit den verschiedenen Mitteln der Kontinenzwiederherstellung ein normales Leben ermöglichen“, so Martin Lacher, der sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit auch mit entzündlichen Darmerkrankungen beschäftigt. Dazu will der Kinderchirurg eng mit den Kollegen im Kontinenzzentrum des UKL zusammenarbeiten.


Der Vater von drei Kindern wird zudem die Etablierung der modernen Technik der „Single-Incision Laparoskopie“ oder auch narbenlosen Chirurgie am UKL wieder intensivieren. „Dabei operieren wir ausschließlich über den Bauchnabel, ohne an einer anderen Stelle in den Körper eindringen zu müssen“, beschreibt Prof. Lacher. Künftig können am UKL so routinemäßig Blinddarm- oder Gallenblasenoperationen durchgeführt werden. „Für die Kinder hat diese Methode den Vorteil, sehr schonend zu sein und keine Narben zu hinterlassen.“


Für seine Aufgabe, die bestmögliche Versorgung kranker Kinder, fühlt sich Prof. Martin Lacher am Uniklinikum gut gerüstet: „Ich habe hier nicht nur eine gut ausgestattete Klinik übernommen, sondern auch ein engagiertes Team, das mich sehr gut aufgenommen hat“, so Lacher. Sein besonderer Dank gilt dabei Prof. Ulf Bühligen, der als kommissarischer Direktor die Leistungsfähigkeit der Klinik auch in schwierigen Zeiten erhalten hat. „Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Prof. Bühligen, der mir als Stellvertreter zur Seite stehen wird“, betont Lacher. Als „genetischer Halbsachse“ komme er jetzt übrigens faktisch wieder nach Hause, da seine Mutter aus Leipzig stammt. So sei der Familie der Wechsel in die Pleißestadt nicht schwergefallen, „zumal Leipzig auch eine wirklich sehr lebenswerte Stadt ist“.

 

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.