Leipziger Adipositasmanagement erfolgreich

Über 220 Patienten im Therapieprogramm gegen krankhaftes Übergewicht

Pressemitteilung vom 07.10.2015
Seit rund einem Jahr gibt es ein umfassendes Therapieprogramm für Menschen mit Adipositas am Universitätsklinikum Leipzig. Über 220 Patienten nehmen bereits teil im „Leipziger Adipositasmanagement“, das zwischen der AOK PLUS Sachsen und Thüringen und dem Universitätsklinikum Leipzig in einem Vertrag zur integrierten Versorgung begründet wurde. Die Patienten beurteilen vor allem die umfassende Betreuung und die Trainings für eine verbesserte Ernährung und mehr Bewegung positiv. Teilnehmen können adipöse Erwachsene und seit Sommer auch Kinder und Jugendliche, die bei der AOK PLUS versichert sind.

„Das Besondere an dem Programm ist, dass es an den verschiedenen Ursachen der Adipositas ansetzt. Die Teilnehmer lernen langfristig ihr Verhalten zu verändern, sich gesünder zu ernähren, mehr Sport zu treiben und auf belastende Situationen oder Stress nicht mit essen zu reagieren“, erläutert Sarah Victoria Schwalm vom Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen. Die langjährige Erfahrung des IFB aus der Erforschung und Therapie krankhaften Übergewichts sind in das Therapieprogramm eingeflossen. „Es gibt Patienten, denen es innerhalb eines Jahres  gelungen ist rund 20 Kilogramm abzunehmen. Im Durchschnitt liegt die Abnahme bei etwa zehn Kilogramm“, so Schwalm.

Ärzte und Therapeuten aus unterschiedlichen Fachbereichen beraten in jedem einzelnen Fall, welcher Behandlungsansatz am geeignetsten ist. Im Rahmen des Leipziger Adipositasmanagements können die Patienten auch an bewährten einjährigen Abnehmprogrammen wie MOBILIS oder Doc Weight® teilnehmen. Die Behandlung am Universitätsklinikum kann insgesamt bis zu vier Jahre dauern, wobei eine enge Kooperation mit den Haus- und Fachärzten, mit anderen Kliniken sowie mit Rehabilitationseinrichtungen besteht. Eine zentrale Ansprechpartnerin plant zusammen mit dem Patienten die Behandlungsbausteine und beantwortet Fragen. Bei Kindern und Jugendlichen werden die Eltern miteinbezogen. Neben der individuellen Beratung gibt es Schulungen in Gruppen.

„Das intensive und mehrjährige Leipziger Adipositasmanagement wurde auch deshalb initiiert, weil Krankenkassen und Ärzte erkannten, dass die bisherigen Gewichtsreduktionsprogramme zu kurz und zu wenig effektiv  waren. Da Adipositas weiter zunimmt und heute bereits rund 24 Prozent der Bevölkerung betroffen sind, müssen wir die Zeichen der Zeit erkennen und verbesserte Therapieprogramme erproben und weiterentwickeln“,  unterstreicht Prof. Mathias Fasshauer vom Universitätsklinikum Leipzig.  Derzeit wächst die verhaltenstherapeutische Betreuung:  Neben einem Training zum Umgang mit Stress gibt es nun ein weiteres Therapieangebot für eine verbesserte Problemlösung und Verhaltenssteuerung. Das IFB begleitet das Leipziger Adipositasmanagement wissenschaftlich und wertet es aus.

Rainer Striebel, Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS: „Wir möchten mit dieser Form der integrierten Versorgung dazu beitragen, Adipositas wirklich nachhaltig und wirksam zu behandeln und ihre Folgeerkrankungen – wie etwa Diabetes oder Bluthochdruck – einzudämmen. Das  Leipziger Adipositasmanagement ist geeignet, zum Vorbild  für  die Behandlung krankhaften Übergewichts zu werden.“

Versicherte der AOK PLUS  Sachsen und Thüringen, die an Adipositas leiden, können sich telefonisch beraten lassen  (0341 / 97-12 418 für erwachsene Patienten, 0341 / 97- 20729 für Eltern von Kindern mit Adipositas). Informationen auch unter: www.ifb-adipositas.de

Doris Gabel

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.