Tückische Hüftkopfnekrose

Erste Patientenleitlinie entstand unter Federführung von Leipziger Orthopäden

Pressemitteilung vom 01.10.2015
Fachexperten aus ganz Deutschland haben unter Federführung des Leipziger Orthopäden Prof. Dr. Andreas Roth die erste Patientenleitlinie zur Behandlung von Hüftkopfnekrosen erarbeitet. „Während eine medizinische Leitlinie dem Arzt Empfehlungen zur Therapie gibt, erläutert eine Patientenleitlinie abseits von medizinischen Fachbegriffen für den Patienten verständlich, wie eine Erkrankung am besten zu erkennen und zu behandeln ist“, erläutert Prof. Roth, Bereichsleiter Endoprothetik /Orthopädie der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am Universitätsklinikum.
Bild vergrößern Prof. Dr. Andreas Roth, Bereichsleiter Endoprothetik /Orthopädie am Uniklinikum Leipzig.
Foto: Stefan Straube/UKL
 

Bei einer Hüftkopfnekrose, medizinisch korrekt Femurkopfnekrose, sterben Zellen des Kopfes des Oberschenkelknochens ab. Unbehandelt führt die Erkrankung innerhalb von etwa zwei Jahren zur Zerstörung des Hüftgelenkes. Das Tückische daran: Häufig sind ohne erkennbare Ursache Erwachsene mittleren Alters betroffen. „Unklaren Schmerzen in der Hüfte muss deshalb unbedingt nachgegangen werden“, so Prof. Roth. „Denn eine frühe Diagnose eröffnet uns mehr Behandlungsmöglichkeiten, wie die Gabe von Medikamenten oder Entlastungsbohrungen in den Knochen, mit denen das Hüftgelenk letztlich erhalten werden kann. Bei einer fortgeschrittenen Zerstörung des Femurkopfes ist freilich der künstliche Gelenkersatz das Mittel der Wahl.“

In der Patientenleitlinie, an der auch die Deutsche Rheuma-Liga als Patientenvertretung beteiligt war, wird allgemeinverständlich beschrieben, wie die Erkrankung festgestellt wird und welche Untersuchungen dafür nötig sind. Natürlich wird auch erläutert, wie dieses Papier zustande kam und wer daran beteiligt war. „Fünf medizinische Fachgesellschaften waren zuerst einmal an der Erarbeitung der ärztlichen Leitlinie beteiligt. Dafür wurden weltweit alle Veröffentlichungen zum Thema seit 1970 durchgesehen und ausgewertet“, sagt Prof Roth. „Daraus entwickelte unser Team die Therapie-Empfehlungen für unsere Kollegen. Und dann haben wir diesen Fachtext sozusagen ins Populärwissenschaftliche übersetzt – das ist die Patientenleitlinie, auf die wir auch sehr stolz sind.“

Die Patientenleitlinie „Atraumatische Femurkopfnekrose des Erwachsenen“ ist als Download  verfügbar.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.