Prominenter Besuch unterstützt Aufklärung zum Barrett-Karzinom

RB Leipzigs Fußballer Dominik Kaiser, Davie Selke und Yussuf Poulsen zu Gast am UKL

Pressemitteilung vom 29.09.2015
Prominenter Besuch für ein wichtiges Anliegen: Dominik Kaiser, Davie Selke und Yussuf Poulsen, allesamt Zweitliga-Fußballer bei RB Leipzig, waren am Montag im Universitätsklinikum Leipzig zu Gast. Bei Professor Dr. Ines Gockel informierten sie sich über die Barrett-Initiative – der gemeinnützige Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erforschung des Barrett-Karzinoms entscheidend zu verbessern. Die Krebserkrankung tritt am Übergang von der Speiseröhre zum Magen auf und hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Über die Entstehung ist jedoch noch vergleichsweise wenig bekannt. Im Rahmen einer Kooperation unterstützt RB Leipzig das Anliegen der Barrett-Initiative, die Öffentlichkeit für die Erkrankung zu sensibilisieren, die häufig erst spät erkannt wird.
Bild vergrößern Die Fußballspieler Yussuf Poulsen (liegend), Davie Selke und Dominik Kaiser (hinten von links) informieren sich bei Prof. Ines Gockel (2.v.l.) über die Barrett-Initiative.
Foto: Stefan Straube
 

„Viele Menschen leiden an chronischem Reflux, also an Sodbrennen. Dies ist ein Risikofaktor für die Entstehung eines Barrett-Karzinoms“, erklärt Professor Ines Gockel, Geschäftsführende Direktorin der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie am UKL und Leiterin der Barrett-Initiative. Allerdings wird nur ein ganz geringer Teil von Refluxpatienten ein Barrett-Karzinom entwickeln – eine wichtige Rolle spielen dabei die Gene.

Zentrales Ziel des Vereins ist es deshalb, die Risiko-Gene zu identifizieren, die zum Barrett-Karzinom führen. So wird es perspektivisch möglich sein, eine Frühdiagnostik mit einem einfachen Bluttest durchzuführen. Gleichzeitig sollen auf dieser Grundlage Medikamente entwickelt werden, die dem Barrett-Karzinom vorbeugen. Um die umfangreiche Forschung zu finanzieren, ist der Verein jedoch auf Spendengelder angewiesen.

Bis ein vorhersagender Bluttest möglich ist, sind bei Verdacht auf ein Barrett-Karzinom umfangreiche Untersuchungen notwendig, darunter eine Endoskopie und eine Computertomografie. Auch eine Ultraschall-Untersuchung des Bauchs steht dann an. Wie diese abläuft, ließen sich die Fußballer im UKL direkt zeigen – Yussuf Poulsen nahm dafür als Proband auf der Liege Platz.

Informationen auch beim Heimspiel am 4.Oktober

Beim Heimspiel der Rasenballer gegen den 1. FC Nürnberg am kommenden Sonntag wird Professor Gockel in der Halbzeit-Pause die Besucher der Partie in der Red-Bull-Arena über das Thema Barrett-Karzinom informieren und dafür sensibilisieren, denn derzeit wird die Diagnose häufig erst spät gestellt. „Chronischer Reflux ist ein weit verbreitetes Phänomen. Dabei denkt man natürlich nicht gleich daran, dass dieser auch gefährliche Folgen haben kann“, sagt Professor Gockel. Viele Patienten bemerken von den krankhaften Veränderungen in der Speiseröhre zunächst nichts, die sich durch Schluckstörungen oder Probleme beim Essen bemerkbar machen. „Viele kommen erst, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist“, so die Medizinerin.

Wird ein Patient mit Barrett-Karzinom operiert, steht in der Chirurgie am UKL noch vor dem Eingriff ein Sportprogramm auf dem Plan. Ein persönlicher Coach bietet ein individuell angepasstes Training an. „Wir machen die Patienten sozusagen fit für die Operation, denn diese belastet den Körper sehr. Außerdem kann so die Gefahr von Lungenentzündungen nach der OP reduziert werden und der Patient kann schneller wieder aus der stationären Behandlung entlassen werden“, sagt Professor Gockel. In Sachen Fitness sind die Fußballer ein gutes Vorbild.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.