Notfallmedizin kompakt

LIFEMED-Symposium am UKL mit Vorträgen und Workshops rund um die Notfallmedizin / 300 Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet

Pressemitteilung vom 23.09.2015
Leipzig. Bereits in dritter Auflage findet vom 25. bis 27. September wieder das Leipziger Interdisziplinäre Forum für Notfallaufnahme und Notfallmedizin (LIFEMED) am Universitätsklinikum Leipzig statt. Zu der Veranstaltung werden rund 300 Ärzte, Pflegekräfte und Mitarbeiter von Rettungs- und Notarztdiensten aus ganz Deutschland erwartet. Ein vielfältiges Vortrags- und Workshop-Programm widmet sich den verschiedensten Aspekten der Notfallmedizin sowie auch aktuellen politischen Entwicklungen, wie zum Beispiel der Flüchtlingsthematik.
Bild vergrößern Beim LIFEMED-Symposium vom 25. bis 27. September 2015 steht die Notfallmedizin im Fokus.
Foto: Stefan Straube / UKL
 

Was kommt auf uns zu? Welche Versorgungsstrukturen gibt es schon und welche müssen noch entwickelt werden? Wo liegen derzeit die Probleme, wo können noch welche auftauchen? Diese und viele weitere Fragen im Zusammenhang mit der Flüchtlingsthematik beschäftigen derzeit auch die Notfallmedizin. Wie sich die Situation der Flüchtlings- und Asylantenversorgung in Sachsen darstellt, darüber informiert der erste Vortrag des Symposiums.
Mit der Diskussion um die Flüchtlingsversorgung einher geht ein weiteres wichtiges Thema, das die Tagungsteilnehmer beschäftigen wird: Die Überbelastung vieler Notfallaufnahmen durch Patienten, die eigentlich von den Bereitschaftsdiensten der niedergelassenen Ärzte versorgt werden müssten. „In Deutschland ist der Bereich der niedergelassenen Ärzte für die medizinische Grundversorgung zuständig. Doch dieser kann schon ohne die Flüchtlinge seinen Versorgungsauftrag nicht mehr abdecken. Wie das kurz- und langfristig gelöst werden soll, darüber müssen wir reden“, erklärt Professor André Gries, Ärztlicher Leiter der Notaufnahme am UKL und wissenschaftlicher Leiter des LIFEMED 2015.

Mit einem vielfältigen wissenschaftlichen Vortragsprogramm und sechs praktischen Workshops richtet sich die Veranstaltung bewusst an verschiedene Berufsgruppen. „Die Notaufnahme eines Krankenhauses ist die Schnittstelle zwischen Hausärzten, Rettungs- und Notarztdienst und dem Klinikum. Dem wollen wir Rechnung tragen“, so Prof. Gries. Das Themenspektrum der Vorträge reicht daher von aktuellen strukturellen, finanziellen und juristischen Fragestellungen bis hin zur Diskussion um die Zusatzweiterbildung für ärztliches Personal in der Notfallmedizin. Weitere Vorträge beschäftigen sich mit Kommunikation, Prozessteuerung, Fehler- und Übergabemanagement in der Notfallaufnahme, besonderen Fällen und kniffligen Differentialdiagnosen oder ganz alltäglichen Herausforderungen wie Bagatell-Fällen. Darüber hinaus werden Besonderheiten der Notfallmedizin im Gebirge beleuchtet, aber auch die Versorgung von Verbrennungsfällen oder der Umgang mit Herzunterstützungssystemen.

Neben den Vorträgen sind die Workshops zentraler Bestandteil des Symposiums. „Wir wollen den Teilnehmern neben einem informativen ‚Blick über den Tellerrand‘ auch einen hohen praktischen Nutzen bieten“, betont Prof. André Gries. „In den Workshops lernen die Teilnehmer Fertigkeiten, die gleich beim nächsten Dienst helfen können“, so der Notfallmediziner. Neben invasiven Notfalltechniken wie einem Luftröhrenschnitt oder eine Thoraxdrainage werden zum Beispiel auch Techniken der Deeskalation vermittelt. Speziell für Pflegekräfte und Studenten gibt es einen ganztägigen Berufseinsteiger-Workshop.
Absoluter Favorit bei den Kursteilnehmern sind die Workshops in der Anatomie. „Durch die Kooperation mit dem Institut für Anatomie der Universität Leipzig können wir unseren Teilnehmern ermöglichen, direkt am Leichenpräparat bestimmte invasive Techniken praktisch zu üben“, erklärt Prof. Gries. Die Workshops seien meist sofort ausgebucht, da es sonst kaum Gelegenheit dazu gibt. „Diese Kooperation von Anatomie und Notfallmedizin in einer Veranstaltung ist deutschlandweit etwas Besonderes“, betont Tagungsleiter Prof. Gries.

Informationen und Anmeldung:
unter www.lifemed-zna2015.de

Kurzfristige Anmeldungen für die Vorträge sind auch direkt vor Ort noch möglich.

Die Zentrale Notaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig
In der Zentralen Notaufnahme (ZNA) werden jährlich 34.060 Patienten versorgt. Die ZNA ist mit drei Schockräumen, sieben Akutbehandlungs- und acht Überwachungsplätzen ausgestattet.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Kathrin Winkler.