Welt-Alzheimer-Tag am 21. September

UKL-Gedächtnisambulanz untersucht jährlich 350 Alzheimer-Verdachtsfälle/ Neues Buch zu Straffälligkeit von Alzheimer-Patienten

Pressemitteilung vom 21.09.2015
Viele Menschen haben große Sorge an Alzheimer zu erkranken. Dabei ist die tatsächliche Wahrscheinlichkeit geringer als vermutet. "Das kann aber kein Grund sein, die Gefahr von Demenzerkrankungen abzutun", sagt Prof. Dr. Hermann-Joseph Gertz von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig. "Denn die Hoffnungen, die die Möglichkeiten einer Frühdiagnose und neue Medikamente gemacht haben, sind noch nicht erfüllbar."

In der Gedächtnisambulanz der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie werden jährlich rund 350 Leipziger untersucht, die der Hausarzt überwiesen hat. Oft suchen auch alte Menschen von sich aus den Kontakt, weil sie befürchten, dass bei ihnen die Alzheimerkrankheit ausgebrochen ist. "Bei weniger als der Hälfte stimmt die Vermutung. Die meisten leiden an altersbedingten, nicht krankhaften Gedächtnisstörungen", so Prof. Gertz.

Der Leipziger Demenzforscher gehört übrigens zu den Autoren des Buches "Straffälligkeit älterer Menschen", das demnächst veröffentlicht wird. Darin beschäftigt er sich mit der Frage, ob mit Alzheimer bestimmte Enthemmungsphänomene verbunden sind, wodurch ein alter, unbescholtener Mensch plötzlich zum Ernsttäter wird. "Am Ende aller unserer Untersuchungen und Recherchen wird klar: Der Alzheimerkranke klaut nicht. Die Anzahl von Tätern mit Demenzen ist sehr gering. Alzheimer spielt keine Rolle, es sind andere Demenzen wie die frontotemporale Demenz, durch die der Erkrankte Hemmungen verliert, sich unsozial benimmt und auch kriminell wird", sagt Prof. Gertz.

Für weitere Forschungen zur Frühdiagnostik von Demenz sucht Prof. Gertz noch Teilnehmer an einer Studie. An drei einzelnen Tagen erfolgt eine Diagnostik. Gesucht werden Teilnehmer im Alter über 50 Jahre mit messbaren Gedächtnisstörungen.

Gedächtnisambulanz am UKL
Anmeldung unter: 0341 - 97 24 304

Frühdiagnostikstudie
Anmeldung unter: 0341 - 97 24 400

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.