Kontinenzzentrum am Universitätsklinikum Leipzig erneut zertifiziert

Medizinische Fachdisziplinen und ambulante Partner arbeiten Hand in Hand für die Gesundheit der Patienten

Pressemitteilung vom 17.09.2015
Mit einer erneuten Zertifizierung wurden die Diagnose- und Behandlungskonzepte am Kontinenzzentrum am Universitätsklinikum Leipzig gewürdigt. „Die Deutsche Kontinenzgesellschaft hat Kriterien aufgestellt, die zum Wohle des Patienten zu erfüllen sind“, erläutert Dr. Andreas Gonsior, Leiter des Kontinenzzentrums am UKL. „Dazu gehört die interdisziplinäre Zusammenarbeit von medizinischen Fachbereichen. Das ist bei uns natürlich gegeben: Es arbeiten Urologen, Frauenärzte, Gastroenterologen, Chirurgen und Kinderchirurgen, Partner für ambulante Rehabilitation sowie fachgerechte Betreuung und Beratung eng zusammen.“ Zudem gibt eine Selbsthilfegruppe den Patienten viel Rückenhalt.

Über 1000 Patienten werden pro Jahr vom Kontinenzzentrum des UKL betreut, vom Kleinkind bis zum Rentner. Neben der ambulanten Betreuung kann das Kontinenzzentrum des UKL auf eine hohe Expertise im operativen Bereich verweisen: Innerhalb eines Jahres erhielten u.a. 50 Patienten eine urologische Botox-Therapie, 25 Patienten einen künstlichen Blasenschließmuskel und bei 30 Patientinnen wurde eine Gebärmuttersenkung operativ korrigiert. Auch darmchirurgische Prolapsoperationen wurden vorgenommen. Zu den Leistungen des Zentrums, das seit Anfang 2014 von Dr. Gonsior und dem Kinderchirurgen Prof. Ulf Bühligen geleitet wird, gehören weiterhin über 200 urodynamische Blasendruckmessungen und eine Vielzahl von speziellen Ultraschalluntersuchungen. Nach einer Operation erhalten die Patienten aus dem Zentrum heraus Unterstützung. Ambulante Partner stehen bereit für Verhaltenstherapie, Beckenbodentraining oder Elektrotherapie.

Rund 160 Patienten konnte mit Implantaten geholfen werden. „Wir haben unser Spektrum der Implantatchirurgie leicht ausgebaut“, so Dr. Gonsior. „Beispielsweise mit dem Schließmuskelsystem namens Zephyr, für dessen Implantieren kein Bauchschnitt mehr nötig ist, oder dem hydraulischen Sphinkter-Ersatzsystem ATOMS. Gerade für Patienten mit Bewegungseinschränkungen der Finger ist das Atoms-System besonders geeignet.

Generell sieht Dr. Gonsior in den Implantaten großartige Hilfsmittel, mit denen Männer wieder „den Kopf frei bekommen“ und nicht ständig nach einer Toilette Ausschau halten müssen. Zudem sind die modernen Systeme zu 100 Prozent aus Silikon – also komplett verträglich. Sie müssen nicht gewartet werden, und auch Batterien brauchen sie nicht. „Unsere Patienten haben mit den Implantaten viele positive Erfahrungen gemacht“, so der Leiter des Kontinenzzentrums am Universitätsklinikum Leipzig.

Dr. Gonsior sieht in der Struktur des Zentrums eine ideale Kooperationsform, die Kompetenz der einzelnen Fachbereiche auf die Behandlung der Kontinenz konzentriert. Ein einzelnes Fachgebiet kann die immer moderner werdenden Untersuchungsmethoden und Behandlungsformen nicht alleine bewältigen. Mit der Rezertifizierung konnte das Kontinenzzentrum in seiner Arbeit wieder bestätigt werden.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Kathrin Winkler.