Mamma Care – so wird das Tastvermögen für die eigene Brust geschult

Wichtig zur Früherkennung: Am Brustzentrum am Universitätsklinikum trainiert Schwester Manja mit interessierten Frauen die Selbstuntersuchung

Pressemitteilung vom 27.08.2015
Die Selbstuntersuchung der Brust bietet die große Chance, Krebsknoten und anderen Gewebeveränderungen frühzeitig auf die Spur zu kommen. Viele Frauen wissen das, sind sich aber unsicher, wie sie tasten und worauf sie achten sollen. Aber das kann man lernen: Manja Kirste-Stiller arbeitet im Brustzentrum am Universitätsklinikum Leipzig. Nach einer Weiterbildung ist die 41-jährige Krankenschwester zertifizierte Mamma-Care-Trainerin. Sie hilft interessierten Frauen, die Mamma-Care-Methode zu erlernen. Beim Training wird mit einer Nachbildung der Brust gearbeitet. Das Silikon-Modell mit eingearbeiteten Knoten hilft, ein Gefühl für Gewebeveränderungen zu bekommen. Im Interview erläutert sie das Verfahren der Selbstuntersuchung.

Frage: Was muss man können als Mamma-Care-Trainerin?

Manja Kirste-Stiller: Man muss Frauen vermitteln können, wie sie mit einer regelmäßigen Tastuntersuchung erste Anzeichen von Brustkrebs entdecken können. Dazu ist es natürlich wichtig, zuerst einmal selbst die Grundlagen der Tastuntersuchung zu beherrschen. Dazu habe ich als zertifizierte Mamma-Care-Trainerin Modelle, an denen interessierte Frauen das Tasten üben können.

Also wird erst einmal an einem Gummi-Torso geübt?

Nein, es gibt zwei Modelle aus Silikon, die jeweils eine Brust nachbilden. In das Silikon sind verschiedene Festkörper eingearbeitet, die die gefürchteten Knoten darstellen. Das erste Modell ist durchsichtig, das zweite nicht. Der Grund ist ganz einfach: Zuerst üben die Frauen an dem durchsichtigen Modell, um mit Auge und Fingern die Knoten, die in verschiedenen Tiefen eingearbeitet sind, aufzuspüren. Dann wird am nicht durchsichtigen Modell geübt. Insgesamt soll das Tastvermögen erlernt und verbessert werden, um die Brustselbstuntersuchung zu optimieren.

Und wie wird bei der undurchsichtigen Silikonbrust festgestellt, ob die Frauen die Knoten ertastet haben?

Undurchsichtig ist das Modell nur von oben. Mit Klebepunkten wird gekennzeichnet, wo die Frau einen Knoten ertastet hat. Dann kann zusammen ausgewertet werden ob die richtigen Stellen gefunden wurden, da das Modell von unten transparent ist und man sehen kann, ob die Frau richtig gelegen hat.

Auf was muss die Mamma-Care-Trainerin noch achten?

Da gibt es eine ganze Menge: Die drei verschiedenen Körperpositionen, Hand- und Fingerhaltung, auf die kreisförmigen Bewegungen beim Tasten, auf das Vorgehen im „Rasenmäher-System“, auf die unterschiedlichen Tiefen, die mit leichtem, mittlerem oder großem Druck erreicht werden, dass die Randbereiche der Brustdrüse nicht vergessen werden uns noch vieles mehr. Wichtig ist vor allem, dass die Frauen die Tastuntersuchung regelmäßig ausführen. Wenn man seine eigene Brust erst einmal erkundet hat, merkt man sofort, wenn sich etwas verändert hat.

Wird diese Mamma-Care-Selbstuntersuchung für alle Frauen empfohlen?

Natürlich. Nicht nur Frauen, bei denen der Verdacht auf familiärem Brustkrebs besteht, können durch regelmäßige Untersuchung der Brust geringfügige Veränderungen oder Verhärtungen frühzeitig entdecken. Auch wenn diese Veränderungen kein Krebs sein müssen: Es ist immer besser, wenn Spezialisten, wie von unserem Brustzentrum, ungewöhnlichen Veränderungen auf den Grund gehen.

 

Veranstaltungstipp:

Wer mehr zum Thema erfahren möchte ist zum „Informationstag Krebs – Krebs präzise bekämpfen“ am 12. September von 10:00 bis 14.30 Uhr am Uniklinikum Leipzig herzlich in die Liebigstraße 20 eingeladen. In Vorträgen, Führungen und Gesprächsmöglichkeit mit Experten werden Fragen rund um die  Krebsmedizin beantwortet. Mehr zum Programm unter: www.krebszentrum-leipzig.de

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.