Uniklinik Leipzig und Fujitsu Siemens Computers präsentieren neuartige Mobiltechnologie auf der CeBIT

Pressemitteilung vom 14.03.2005
Erstmals in Deutschland ist die komplette elektronische Patientenakte überall verfügbar – IT-Experten des Klinikums finden neue Lösung für den mobilen Einsatz sensibler Daten

Leipzig / Hannover - Auf dem Messestand von Fujitsu Siemens Computers in der Messehalle 9 auf der CeBIT wird den Messebesuchern eine für Deutschland neue Anwendung im Krankenhausbereich präsentiert: die mobile elektronische Patientenakte. Dabei handelt es sich um eine EDV-Lösung, die die letzte Lücke bei der Nutzung einer elektronischen Patientenakte von der Aufnahme bis zur Entlassung des Patienten schließt - die Nutzung direkt am Patientenbett.

Im Rahmen eines Pilotprojektes haben Pflegekräfte, Ärzte, Mitarbeiter des Bereichs IT-Management des Universitätsklinikums Leipzig und Mitarbeiter des Instituts für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Medizinischen Fakultät Leipzig eine Lösung konzipiert, die allen Anforderungen an Datensicherheit, Störungsfreiheit und Nutzerfreundlichkeit gerecht wird. Diese Lösung ist gemeinsam mit mehreren Partner aus der IT-Branche umgesetzt und verfeinert worden und hat jetzt eine Qualität erreicht, dass sich Fujitsu Siemens Computers entschlossen hat, dieses System auf der CeBIT zu präsentieren.


Das Problem: Im modernen Krankenhaus hat die Informationstechnologie in allen Bereichen Einzug gehalten. Patientenakten liegen elektronisch vor, radiologische Untersuchungen erzeugen digitale Daten, Laborbefunde, Informationen aus der Krankenhausapotheke zur Medikamentierung usw. sind elektronisch verfügbar. Schwierigkeiten bereitete bisher die Vernetzung aller dieser verschiedenen Softwaresysteme. Ein wesentlicher Nachteil aber war, dass Ärzte und Pflegekräfte alle diese Daten bisher nur an Computerarbeitsplätzen nutzen können. Bei der Visite z. B. sitzt man aber nicht am PC, sondern steht am Patientenbett. Dort brauchte man also wieder Papier. Dieser so genannte Medienbruch ist nicht nur teuer; er erfordert zeitaufwändige Doppeleingaben und verringert die Akzeptanz gegenüber den elektronischen Systemen.


Die Lösung: Fujitsu Siemens Computers bietet mit dem STYLISTIC Tablet PC und dem Convertible LIFEBOOK basierend auf der INTEL Centrino Mobiltechnologie zwei Endgeräte an, die handlich und robust zugleich sind und in Funknetzen hervorragende Dienste leisten. Zwei Herausforderungen mussten von den IT-Experten aber bewältigt werden: Die drahtlose Datenübertragung muss eine höchstmögliche Datensicherheit gewährleisten und der Betrieb muss störungsfrei laufen. Gerade letzterer Punkt ist aber in einem Krankenhaus schwer zu bewerkstelligen, da die Datenfunknetze elektromagnetisch absolut unkritisch ausgelegt sein müssen. Das beeinträchtigt die Leistung der Netze. Erschwerend kommt hinzu, dass durch bauliche Gegebenheiten (Abschirmung bestimmter Räume) und zahlreiche Störquellen (z. B. Transportcontainer) so ein Funknetz häufig unterbrochen wird. Eine Unterbrechung der Datenströme aber hätte zur Folge, dass das System sehr langsam wird, Daten möglicherweise verloren gehen und somit der Nutzen der Lösung ausbleibt.

Gelöst wurde das Problem mit einem genialen Trick: ein spezieller Server schickt nicht die echten Daten zu den mobilen PCs sondern nur ein Abbild des jeweiligen Bildschirmausgaben. Wird nun die Funkverbindung kurz unterbrochen, hat dies keinerlei Auswirkungen auf die realen Daten, sondern nur die Bildschirmausgabe wird kurz unterbrochen. Das klingt einfach, ist aber dennoch reichlich kompliziert. In der Praxis funktioniert dieser Trick aber reibungslos.


Die Vorteile: Schwester Uta Wilke, Stationsschwester aus der Klinik für Neurochirurgie, hat viel Zeit in die Entwicklung des Systems investiert. Heute ist sie von der Lösung begeistert: „Gerade für uns Pflegekräfte bringt die mobile elektronische Patientenakte viele Vorteile mit sich. Wir können mit ein paar ganz wenigen Handgriffen unsere Leistungen sofort am Krankenbett exakt dokumentieren, können auf Medikamentenverläufe und Fieberkurven zugreifen und letztendlich auch unsere Ressourcen besser planen. Vorher war es oft so, dass wir nacheinander ganz schnell mehrere Patienten versorgen mussten. Da blieb keine Zeit, eine Akte auszufüllen. Das wurde dann in einer ruhigen Minute hinterher erledigt und war – zwangsläufig – manchmal nicht so detailliert.“

Auch Oberarzt PD Dr. Martin Schuhmann ist von der Mobility-Anwendung überzeugt: „Wir können jederzeit und überall auf alle relevanten Patientendaten, wie z.B. Anamnesen, Bildgebung, Laborwerte usw. zugreifen, können am Patientenbett im Gespräch mit dem Patienten ihm diese Befunde zeigen und erläutern und auch sofort in die elektronische Patientenakte Verlaufseintragungen vornehmen. Damit können wir letztlich Zeit und Rennerei sparen und die gesamte zum Zeitpunkt der Visite vorhandene Information integriert bereitstellen.“

Weitere Vorteile sind, dass handschriftliche und im Zweifelsfall schwer lesbare Informationen mehr und mehr der Vergangenheit angehören und sich auf Grund der zeitgenauen exakten Dokumentation auch die Rechtssicherheit für Patienten, Mitarbeiter und Klinikum erhöht.


Ausblick: Das Klinikum plant, die Anwendung zu erweitern. Künftig sollen vom mobilen System auch Leistungsanforderungen (Labor, Radiologie usw.) sowie die Konsile (Hinzuziehung von Ärzten aus anderen Fachrichtungen) möglich sein. Außerdem sollen nach und nach auch andere Kliniken mit der Mobility-Lösung ausgestattet werden.


Partner bei der Umsetzung:

Fujitsu Siemens Computers

perdata

enterasys


Präsentation auf der CeBIT am Stand:

Fujitsu Siemens Computers

CeBIT 2005 Messegelände

Halle 9 Stand C60 Public Sector Parc

D-30521 Hannover

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.