Rein in die Lunge, hin zum Teddy-Krankenhaus

Leipziger Universitätsmedizin feiert 600. Geburtstag am 10. Juli mit Erlebnisparcours / Festakt mit Ehrengästen am Vormittag

Pressemitteilung vom 03.07.2015
Der Gründungstag der Medizinischen Fakultät am 10. Juli 1415 war ein Mittwoch, 2015 fällt das 600. Jubiläum auf einen Freitag. Knapp sechs Jahre nach der Leipziger Universitätsgründung formierten sich damals neun Mediziner zu einer Fakultät mit eigenen Statuten und einem Dekan an der Spitze. Anlässlich des Jubiläums möchte die Universitätsmedizin Leipzig - Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum - zeigen, wohin sich Forschung, Lehre und Patientenversorgung, ihre drei großen Tätigkeitsfelder, entwickelt haben. Auf dem Programm stehen am 10. Juli ein universitärer Festakt, ein Medizinparcours mit spannenden Aktivitäten für die Bürger sowie eine Studentenparty.
Bild vergrößern Der Erlebnisparcours Medizin findet am 10. Juli 2015 auf dem Augustusplatz (Opernseite) in Leipzig statt.
Foto: eventlab
 

Jubiläums-Höhepunkt: Erlebnisparcours Medizin
Eigens für das Jubiläum wurde ein Erkennungszeichen entwickelt, das an eine Doppelhelix erinnert und mit seiner auffallend bunten Gestaltung auf die Themenvielfalt auf dem Medizincampus verweist. In diesen Tagen ist es verstärkt überall im Leipziger Stadtbild zu finden, macht auf den öffentlichen Programmhöhepunkt auf dem Augustusplatz aufmerksam, den „Erlebnisparcours Medizin“. Auf dem Parcours werden bei freiem Eintritt 30 Aussteller von 11 bis 21 Uhr einen spannenden wie abwechslungsreichen Medizinthemenquerschnitt, Mitmachaktionen für die ganze Familie, Vorträge, Infostände sowie Musik und Kulinarisches bieten. Zu den auffälligsten Anlaufpunkten gehören begehbare Organmodelle von Gehirn, Lunge, Darm und Knie sowie ein Rettungswagen.  Medizin wird praktisch erlebbar an Stationen mit Erste-Hilfe-Übungen Ernährungsberatung, Riechtest oder Zahnfarbbestimmung, bis hin zum Teddybärkrankenhaus für die kleinen Besucher. In Vorträgen geht es unter anderem um die Medizingeschichte, aktuelle Krebsforschung oder Herz-Bildgebung. Und musikalisch gibt es mit der neu formierten Medizinerband „Monday on Mainstreet“ am frühen Abend eine Premiere zu feiern.

Studentische Programmpunkte
Für wen die DJs Kofferraumkoexistenz, Preller & Donis Tanzmagneten sind oder wer die angesagte Formation „Klinke auf Chinch“ live hören möchte, der gehört am 10. Juli 2015 ab 21 Uhr in die Moritzbastei. Bei der Studentenparty werden auch die beiden Medizinprofessoren Daniel Huster und Torsten Schöneberg auflegen.
Der Studierendenrat der Medizin hat im Jubiläumsjahr außerdem das Projekt „600 Mal Blut“ (www.600xBlut.de) zugunsten der Blutbank am Universitätsklinikum aufleben lassen, das bereits zum Unijubiläum 2009 erfolgreich war. Das Ziel ist, 600 Konserven Vollblut zu sammeln und somit ganz im Hippokratischen Auftrag Menschenleben zu retten. Schirmherren der Aktion sind unter anderem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Schwimmerin Kristin Otto. Die nächste Spendemöglichkeit besteht am 10. und 11. Juli im Seminargebäude, Universitätsstraße 5.

Der Festakt im Neuen Augusteum ab 10 Uhr richtet sich an geladene Gäste, wird jedoch per Live-Videomitschnitt auf der Homepage des universitären Zentrums für Medien und Kommunikation (ZMK) übertragen: ( http://www.uni-leipzig.de/~zmk/news.html)

Auf der Jubiläumshomepage (www.medizinjubilaeum2015.de) sind unter anderem anekdotische Hörbeiträge zur Geschichte, Veranstaltungshinweise und Fotos zu finden.

Geschichtlicher Schnelldurchlauf
Seit dem Mittelalter, der Zeit der fahrenden Bader, den universitären Lehranfängen vor kleinem Publikum in einem Seitenraum der Nikolaikirche und dem schlichten Rezitieren alter Schriften, hat sichviel verändert. Aus einer reinen Lehreinrichtung wurde im Laufe der Jahrhunderte erst ein Ort der Forschung und dann auch der Krankenversorgung. Ende des 18. Jahrhunderts wird der praktische Unterricht eingeführt mit Sezierübungen und Unterweisungen am Krankenbett. Der heutige Standort in der Liebigstraße begann als Städtisches Krankenhaus zu St. Jakob im Jahr 1871 mit 350 Betten, bestehend aus mehreren, für damalige Verhältnisse äußerst modern ausgestatteten Spitälern. Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg  erlebt die Medizin an der Universität Leipzig eine Blütezeit, zahlreiche Gelehrte erlangen Weltruf. Einen tiefen moralischen Einschnitt brachten die Jahre bis 1945, hinzu kamen erhebliche Schäden durch Bombardements, die zwei Drittel der Gebäude betrafen. 1953 wurden das Städtische Krankenhaus St. Jakob und das Kinderkrankenhaus mit den Universitätskliniken vereinigt und Eigentum der Universität.

Das Universitätsklinikum Leipzig in seiner heutigen Form als Anstalt des öffentlichen Rechts besteht seit 1999. Das Medizinische Viertel um die Liebigstraße erfährt durch Neu- und Umbauten eine stete Weiterentwicklung und Modernisierung – eine Notwendigkeit, verdoppelt sich doch das aktuelle medizinische Fachwissen innerhalb von fünf Jahren. Zur Leipziger Universitätsmedizin zählen heute knapp 50 Kliniken, Abteilungen, Sektionen und Institute. Die Forschungsschwerpunkte sind Zivilisationserkrankungen, molekulare und zelluläre Kommunikation in Therapie und Diagnostik, klinische Regeneration sowie Erkrankungen von Gehirn und Psyche. Patienten profitieren von der Verbindung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung, die eine effektive Behandlung ermöglicht.

Fakten zur Medizinischen Fakultät und zum Universitätsklinikum
Die Medizinische Fakultät ist nicht nur die größte der 14 Fakultäten an der Universität Leipzig, sondern auch eine der größten Deutschlands. Heute sind rund 2.900 angehende Zahn- und Humanmediziner eingeschrieben, jährlich nehmen zum Wintersemester rund 360 Anfänger ihre Studien auf, ein Drittel davon ist weiblich. Nach einer aktuellen Erstsemesterumfrage kommt ein Viertel der Anfänger aus Sachsen, je ein gutes Drittel aus den anderen neuen und alten Bundesländern, der Rest aus dem Ausland. Die Drittmitteleinwerbungen der Fakultät beliefen sich 2014 auf gut  54 Millionen Euro für Forschungsprojekte. Sie beschäftigt gut 1.600 Mitarbeiter.

Am Universitäsklinikum Leipzig arbeiten rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit  1.451 Betten verfügt es über eine der modernsten baulichen und technischen Infrastrukturen in Europa. Minimal-invasive OP-Techniken, computerunterstützte OP-Planung und -Durchführung, einzigartige diagnostische Möglichkeiten und die Anwendung moderner Therapien entsprechen dem neuesten Stand der Entwicklung. Im Jahr 2014 wurden fast  400.000 Patienten stationär und ambulant behandelt.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.